14.06.2021 - 11:09 Uhr
HirschauOberpfalz

Feuerwehr Hirschau zieht online Bilanz über schwierige Corona-Monate

„Real löschen, digital üben und treffen“ – unter diesem Motto zogen Vorsitzender Michael Schuminetz und Kommandant Sebastian Jasinsky per Online-Videokonferenz Bilanz bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Hirschau.

Coronabedingt musste 2020 die Jahreshauptversammlung ausfallen. Dieses Jahr fand sie als Online-Konferenz statt. Vorsitzender Michael Schuminetz (oben links) und Kommandant Sebastian Jasinsky (oben rechts) warteten mit interessanten Infos auf. Mit dabei unter den 41 Teilnehmern: Bürgermeister Hermann Falk (unten links) und Kreisbrandrat Fredi Weiß (kleines Foto, oben rechts).
von Werner SchulzProfil

Da diese Zusammenkunft im vergangenen Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen war, umfassten die Berichte der beiden Verantwortlichen die Jahre 2019 und 2020. Zu den 41 Teilnehmern der Online-Konferenz gehörten auch Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandmeister Marco Weiß, Bürgermeister Hermann Falk und Pfarrer Stefan Fischer.

Aktuell zählt der Verein laut Schuminetz 64 aktive, 19 passive und 112 fördernde Mitglieder sowie 15 Kinderfeuerwehrleute. Er erinnerte an einige Veranstaltungen wie die Teilnahme an Jubiläen, Feste und Ausflüge. Auch am Ferienprogramm hatte sich die Wehr beteiligt. Ab März 2020 herrschte nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie dann der totale Stillstand: keine Veranstaltungen, keine Übungen, keine Ausbildung. Die Wehr musste nach Angaben des Vorsitzenden schnell Konzepte zur Aufrechterhaltung des Einsatzbetriebs entwickeln. Mund- und Nase-Schutz wurden schnell knapp, doch Frauen versorgten die Mitglieder rasch mit selbst genähten Artikeln. Im Jahresverlauf halfen viele Mitglieder, einen Schuppen in der Postgasse ab- und im Feuerwehrhof als Anhänger-Garage wieder aufzubauen.

Interessante Daten hatte Kommandant Sebastian Jasinsky parat. 2019 war nach seinen Worten ein „normales Einsatzjahr“. 2020 habe gezeigt, wie viele Herausforderungen auf die Feuerwehr zukommen, wenn etwas nicht normal läuft. Plötzlich brauche man zum Betreten des Feuerwehrhauses oder für das Ausrücken ein Hygienekonzept. Übungen und der Besuch von Lehrgängen seien verboten. All das sei aber wichtig für den Dienstbetrieb. "Ohne die Feuerwehr aber geht es nicht. Sie ist systemrelevant“, betonte er.

2019 absolvierte die Wehr 92 Einsätze und Absperrmaßnahmen sowie 162 Übungen und Unterrichte. Dafür leisteten die Aktiven 3478 Stunden, was 55 Stunden pro Einsatzkraft ergibt. Im Corona-Jahr 2020 gab es nur 48 Einsätze und Absperrmaßnahmen sowie 67 Übungen und Unterrichte. Die Aktiven wandten 1192 Stunden auf, also 19 Stunden pro Einsatzkraft. Die meisten Einsätzen fielen zwischen 12 und 17 Uhr an, also während der Hauptarbeitszeit. Früher seien um diese Zeit durchschnittlich zehn Aktive zur Verfügung gestanden, in letzter Zeit sei diese Zahl auf sieben bis acht geschrumpft. Aktuell leisteten noch vier Beschäftigte der Stadt bei der Feuerwehr Dienst, früher seien es sieben gewesen. "Die Stadt sollte ihre Bediensteten ansprechen, Feuerwehrdienst während der Arbeitszeit zu leisten", forderte der Kommandant. Die Personalzahlen zeigten, dass man langsam an die Grenzen der Tagesalarmstärke stoße. Die habe sich Corona-bedingt jedoch deutlich erhöht, da einige Aktive im Homeoffice gearbeitet hätten. Um Kosten zu sparen, habe die Wehr 2019 auf die Alarm-App umgestellt. "Für die aktiven Feuerwehrleute sollte das Motto gelten: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Feuerwehrhaus zu fahren", betonte der Kommandant. Grundsätzlich werde die Wehr immer häufiger zu kleineren Einsätzen wie dem Beseitigen einer Ölspur gerufen.

Die Kinderfeuerwehr sei 2019 mit 20 Kindern gestartet, informierte Kommandant Sebastian Jasinsky. Man könne von einem gelungenen ersten Jahr sprechen. 2020 sei wegen der Pandemie für den Nachwuchs schwierig gewesen. Die Mitgliederzahl sei auf 14 zurückgegangen, auch weil einige schon zur Jugendfeuerwehr übergetreten seien. Jasinsky kündigte an, dass man noch im Juni ein neues Löschfahrzeug in Dienst stellen und auf Digitalwecker umstellen werde. Da viele Aktive im Juni zum zweiten Mal geimpft würden, habe man eventuell wieder mehr Möglichkeiten, um Übungen abzuhalten. Die eigentlich anstehenden Ehrungen und Beförderungen werde man möglichst bald nachholen, versprach er.

Bürgermeister Hermann Falk zolle den Feuerwehrleuten großen Respekt dafür, dass sie trotz der vielen Schwierigkeiten während der Pandemie einsatzbereit gewesen seien. Er sei froh und stolz zugleich, "eine solch hervorragend ausgebildete und immer einsatzbereite Wehr, die für ihren Dienst brennt, in der Stadt zu haben". Kreisbrandinspektor Fredi Weiß nannte die Hirschauer Wehr einen wichtigen Stützpunkt für den Brand- und Katastrophenschutz im östlichen Landkreis. Als gute Idee erachteten es die Teilnehmer, dass sie an ihrer Haustür eine Maß Bier und eine Brotzeit in Empfang nehmen durften.

"Für die aktiven Feuerwehrleute sollte das Motto gelten: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Feuerwehrhaus zu fahren."

Sebastian Jasinsky, Kommandant der Feuerwehr Hirschau

 

 

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