19.04.2021 - 10:02 Uhr
HirschauOberpfalz

Bei Gottesdienst in Hirschau der Corona-Opfer gedacht

Wirkten am Gedenkgottesdienst in Hirschau mit (von links): Simone Crowder, Saskia Krügelstein, Pfarrer Stefan Fischer, die Bürgermeister Marcus Eichenmüller (Schnaittenbach) und Hermann Falk (Hirschau), Christian Hammerschmidt, Andreas Schießler.
von Heidi KurzProfil

Jeder und jede an Corona Verstorbene hat Menschen zurückgelassen, die um ihn oder sie trauern. Egal ob alt und lebenssatt oder unerwartet und plötzlich verstorben. Zur Erinnerung an die Toten fand am Sonntag, am Tag der zentralen Gedenkfeier, auch in Hirschau ein besonderer evangelischer Gottesdienst statt – in anderer Form und mit Sologesang.

Der Schnaittenbacher Bürgermeister Marcus Eichenmüller legte symbolisch einen Aktenordner nieder, der für Mehrbelastung und Unsicherheit stand. Pfarrer Stefan Fischer erzählte die Geschichte eines Ehepaares, das sich beim Sterben nicht voneinander verabschieden konnte. Für diese unbeschreibliche Leere stand ein Glas auf dem Altar. Bestatter Andreas Schießler zerriss eine Seite der vielen leer gebliebenen Kondolenzbücher, um der Wut und Enttäuschung Raum zu geben. Simone Crowder sprach über ihre Erfahrungen mit der Krankheit.

"Dieser Gottesdienst ist für all die, die nicht den Raum für angemessenes Trauern und Loslassen hatten. Ein Gedenken an die Menschen, die mit und an Covid-19 verstorben sind. Ein Würde-Akt", sagte Pfarrer Fischer. Das Sterben sei immer noch nicht vorbei. Auch jetzt rängen Menschen auf den Intensivstationen nach Atem und hätten Angst, ob sie ihre Familien wieder sehen. Dies lasse sprachlos werden. Dennoch: Gott sei da, erklärte der Geistliche. Er sende keine Pandemie, vielmehr helfe er den Menschen, sie zu überwinden. "Gott ist der Anker, der letztlich Halt gibt", betonte der Geistliche.

Viele Kerzen standen auf dem Taufstein. Zu Musik und Texten zündete Kirchenvorsteherin Bianca Reiß diese Kerzen als Lichtblick an. "Von der Hoffnung in diesen finsteren Tagen", sang Saskia Krügelstein, begleitet von Christian Hammerschmidt an der Orgel und am Klavier. Auch Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk war zu dem Gottesdienst gekommen.

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