11.03.2020 - 10:38 Uhr
HirschauOberpfalz

Grüne wollen Hirschau attraktiver und ökologischer machen

Um ihre inhaltlichen Schwerpunkte für die Kommunalwahl zu präsentieren, hatte die Ortsgruppe Bündnis90/Die Grünen zu einem Infoabend in den Schloss-Keller eingeladen.

Wahlveranstaltung der Hirschauer Grünen.
von Externer BeitragProfil

Vor zahlreichen Bürgern wies Moderator Christian Feja darauf hin, dass sich die Programme der in Hirschau antretenden Parteien oft sehr ähneln. Er fragte jedoch: „Warum wurden die Probleme, die jeder kennt, nicht schon in den letzten sechs Jahren gelöst?“

Das Programm der Grünen hat laut einer Presse-Info zwei Schwerpunkte: Zum einen wollen sie, dass das Leben in Hirschau attraktiver wird. Stadtratskandidat Ralph Brandt nannte ein Beispiel: „Die meisten Bürger empfinden den jetzigen Marktplatz als seelenlose Steinwüste. Und daran wird auch ein neuer Brunnen nichts ändern.“ Die Grünen wollten daher den Marktplatz „noch einmal neu denken“ – mit Nischen der Ruhe und des Schattens, aber auch mit Parkplätzen für Behinderte und Senioren vor den Läden und medizinischen Einrichtungen. „Der Marktplatz muss aussagen: Seid willkommen“, sagte er.

Ein weiterer Vorschlag sei, einen regelmäßigen Markt für Direktvermarkter anzubieten. Zwar habe es dazu schon einmal eine Initiative der Stadt gegeben, an der sich kaum ein regionaler Vermarkter habe beteiligen wollen. Dazu Ralph Brand: „Vielleicht war ja die Fragestellung falsch. Man hätte nicht fragen sollen, ob jemand Interesse hat, sondern unter welchen Bedingungen Landwirte daran teilnehmen wollen.“

Nach Angaben von Christian Feja ist es wichtig, Hirschau attraktiv für junge Familien zu machen. Zuerst müsse man dafür sorgen, dass neue Arbeitsplätze mit Zukunftspotenzial geschaffen werden. Die Grünen wollten Hirschau für Jung und für Alt attraktiv machen. Und dazu bedürfe es eines viel besseren kulturellen Angebots und eines öffentlichen Personennahverkehrs, "der seinen Namen verdient und mehr ist als eine lieblos Alibiveranstaltung".

Großes Interesse fanden Cornelia Hohl-Duschners Ausführungen zu den ökologischen Schandflecken in der Stadt, die sie mit Bildern dokumentierte. Der Tagebau war ein großes Thema, da die betroffenen Firmen bei Weitem die meiste Energie verbrauchten. Man solle sich mit den Betreibern zusammensetzen und ein Konzept erarbeiten, wie die Unternehmen ihren Verbrauch weitgehend mit nachhaltiger Energie decken können. „Die Firmen haben ja große, brach liegende Flächen. So bietet es sich an, dass sie Photovoltaikparks anlegen und die gewonnene Energie für ihre Zwecke nutzen“, meint Christian Feja. Das würde zwar erstmal nicht den ganzen Bedarf decken, aber es sei erster wichtiger Schritt.

Hinsichtlich der versprochenen Seenlandschaft, die als Nachnutzung der Gruben angedacht sei, würden die meisten Bürger nur noch den Kopf schütteln, meinte Diana Dirner. „Es glaubt kaum einer an das Projekt. Hier müssen Fakten auf den Tisch und muss geklärt werden, ob das Projekt überhaupt technisch machbar ist und unter welchen Bedingungen.“ Auch müsse dringend geklärt werden, welche finanziellen Mittel wem zur Verfügung stehen, falls das Projekt je umgesetzt werden sollte. Falls das Projekt nicht möglich sei, müssten die Betreiber einen umsetzbaren und mehrheitsfähigen Alternativplan erstellen.

Wesentliche Aufgabe eines grünen Stadtrats sei es, viele Ideen, die schon einmal angedacht gewesen seien, wieder aufzugreifen und nun auch tatsächlich umzusetzen. Dazu gehörten der Ausbau einer vernünftigen Infrastruktur für Räder, E-Bikes und E-Mobile oder Voraussetzungen für einen sanften Tourismus zu schaffen. Mehrgenerationen-Treffpunkte in den einzelnen Stadtteilen und die Nutzung des Josefshauses wurden als weitere Themen genannt.

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