12.12.2020 - 01:47 Uhr
HirschauOberpfalz

Hausmusik ein Qualitätsbegriff

In Hirschaus Kultur- und Musikszene ist sie ein Qualitätsbegriff – die Hirschauer Hausmusik. So nennt sich das Damen-Quartett Martha Pruy, Luzia Dietz, Inge Mangelberger und Gabi Meindl.

Herausragendes Ereignis der letzten Jahre war für die Hirschauer Hausmusik ihr Auftritt beim Oberpfalztag in München im November 2017. Von rechts: Inge Mangelberger, Gabi Meindl, Martha Pruy und Luzia Dietz. Links mit im Bild: Stadt-Heimatpfleger Sepp Strobl.
von Werner SchulzProfil

Man schrieb das Jahr 1985, als Doris Weih – Übungsleiterin der TuS-Dienstagsturnerinnen – für die Gestaltung der Weihnachtsfeier in den Reihen ihrer Damenriege nach musikalisch bewanderten Sportlerinnen suchte. Sie wurde fündig: Mit Martha Pruy, Luzia Dietz, Annegret Holzer, Inge Mangelberger und Gabi Meindl erklärten sich fünf Turnerinnen bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Damit schlug die Geburtsstunde der Hirschauer Hausmusik. Martha Pruy (Hackbrett), Luzia Dietz und Annegret Holzer (beide Zither), Inge Mangelberger (Gitarre) und Gabi Meindl (verschiedene Flöten) machten sich eifrig ans Üben und erfüllten ihren ersten Auftrag ausgezeichnet. Mit dem Üben und der erfolgreichen Premiere wuchs bei ihnen der Wunsch, die musikalische Zusammenarbeit fortzusetzen. Dabei beschränkte man sich bei der Wahl des Repertoires nicht auf Volksmelodien und Kompositionen aus einem abgeschlossen Kulturkreis. Von Anfang an war man offen für Lieder und Tänze aus der Musikwelt fremder Länder.

Viel gefragt

Schon sehr bald hatte sich die Gruppe in Hirschau einen sehr guten Ruf erworben. Das Quintett wurde von vielen Vereinen und Institutionen zur musikalischen Umrahmung bzw. Gestaltung ihrer Feierlichkeiten eingeladen. So umrahmte man zum Beispiel alljährlich die Abschlussfeier des Stadtrates. Man war bei Jubiläen oder Hochzeiten genauso gefragt wie bei Klassentreffen. Bei der Schloosmusi durfte die Hirschauer Hausmusik genauso wenig fehlen wie bei den Sommerserenaden im Schlosshof, beim Adventssingen in Hirschau und Schnaittenbach, im Amberger Stadttheater oder in der Mariahilfberg-Kirche. Man vertrat Hirschau bei OTV-Fernsehaufnahmen und lieferte den Hirschauer Beitrag für die Landkreis-CD-2010. 2002 führte man als erste Gruppe in der Region eine Raunacht im Nagler-Anwesen in Schnaittenbach durch. Es folgten derartige Veranstaltungen in Krickelsdorf und Rieden, zuletzt in Theuern. Ein durchschlagender Erfolg war die Veranstaltung "Für alles is a Kraut gwachsn" mit Musik und Märchen rund um Rosen und andere mystischen Pflanzen und Bäume im Rosengarten des Landratsamtes, im Kräutergarten oder im Innenhof der Tavernwirtschaft in Schnaittenbach. Auch das Programm „Kuraschierte Weiber und andere Frauenzimmer” wurde ein Erfolg und neben Hirschau und Schnaittenbach im Wunderhof in Eckertsfeld im Birgland aufgeführt. Gemeinsam mit dortigen Musikgruppen trat man in Franken in Henfenfeld, Vorra und Altensittenbach auf.

Die Hausmusik umrahmte die Lesungen namhafter Autoren wie z.B. Margret Hölle (München), Barbara Krohn (Regensburg) oder Friedrich Brandl (Amberg). Auch Günter Mosers Buchpräsentation über das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen wurde von der Hirschauer Hausmusik musikalisch gestaltet. Als besonderes Erlebnis ist den Musikerinnen ihr Auftritt bei der Aktion „Amberg leuchtet” im Rosengarten des Landratsamtes im Gedächtnis. Musikalische Beiträge zu Mundartveranstaltungen in Hirschau und Hirschbach zählen gleichfalls zu den herausragenden Veranstaltungen, die man in den zurückliegenden 35 Jahren bestritten hat. Bei den Mundarttagen in Michelfeld und Freudenberg fehlte das Quartett ebenso wenig wie beim OTV-Musikantenstammtisch in der Buchberghütte oder beim „Dousamma“ in Schnaittenbach (2012), Ursensollen (2014) und Hirschau (2017). Herausragende Ereignisse der letzten Jahre waren die Auftritte beim Oberpfalztag in München im November 2017 und beim Passionssingen in Luhe 2018. Dieses Jahr verhinderte das Corona-Virus weitere Aktivitäten und Auftritte.

Soziales Engagement

Die Gruppe verband ihre musikalischen Aktivitäten von Beginn an mit großem sozialem Engagement. Sie machte es sich zur Aufgabe, wann immer möglich mit den Auftritten Geld einzuspielen, um mit diesem hilfsbedürftige Menschen, insbesondere Kinder, zu unterstützen. Noch im Gründungsjahr wurden die Gagen an die Selbsthilfegruppe Krebskranker Kinder übergeben, die zwischenzeitlich mehrmals mit Spenden bedacht wurde. In den Folgejahren wurden die Knochenmarktypisierungen mit Geldspenden unterstützt, ebenso die Aktion Pomoc, die Stiftung PREDA auf den Philippinen, die notleidende Kinder unterstützt, die Aktion „Deutschland Hilft“, die „Aktion Basti“, die Caritas-Sozialstation und die vom Hirschauer Augenarzt Prof. Dr. Dieter Dausch geleitete Hilfsorganisation Africa Luz. Sie stand im Mittelpunkt des 25-jährigen Bestehens, das im Oktober 2010 im voll besetzten Josefshaus gefeiert wurde. Anlässlich des Jubiläums hatte die Hausmusik eine CD produziert. Den Verkaufserlös spendete man ebenfalls für Africa Luz. Als der Stadtrat 1996 die Hirschauer Hausmusik mit dem Kulturpreis der Stadt auszeichnete, würdigte er damit nicht nur das ausgezeichnete musikalische, sondern gleichzeitig auch das soziale Engagement von Martha Pruy, Inge Mangelberger, Gabi Meindl und Luzia Dietz.

Ihr 25-Jähriges feierte die Hirschauer Hausmusik am 25. September 2010 im voll besetzten Josefshaussaal. V. l.: Luzia Dietz, Inge Mangelberger, Martha Pruy und Gabi Meindl.
Insgesamt 34-mal fand in der Stadtpfarrkirche das Hirschauer Adventsingen statt. Fast immer mit dabei die Hirschauer Hausmusik. V. l.: Gabi Meindl, Luzia Dietz, Inge Mangelberger und Martha Pruy.
Gefragt waren immer auch die Auftritte der Hirschauer Musik bei der Sommer-Serenade, die der Gesangverein 1860 alljährlich auf der Festspielbühne im Schlosshof veranstaltete. V. l.: Luzia Dietz, Inge Mangelberger, Gabi Meindl und Martha Pruy.
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