Sommerwetter pur, zünftige musikalische Unterhaltung, mitreißende Showauftritte der Majorettengruppen und der Narrhalla-Kindergarde sowie beste Bewirtung – all das genossen die Besucher des 49. Hirschauer Marktplatzfestes. Seit 1975 veranstaltet der Musikzug dieses Fest, das im Volksmund „Stadtfest“ heißt. Kein Wunder bei den Temperaturen: Die Gäste hatten großen Durst und eine gesunde Portion Hunger mitgebracht. Für das Helferteam des Musikzugs, das komplett ehrenamtlich im Einsatz war, bedeutete dies zwei in jeder Hinsicht heiße Tage – nicht nur hinter dem Bratwurst- oder Fischgrill, sondern auch beim Verkauf von Schweinebraten, Kuchen und Käse oder als Bedienungen und Schankkellner. Auch in der erstmals angebotenen Weinbar hatte das Personal alle Hände voll zu tun.
Am Samstagnachmittag gab es einen gelungenen Auftakt. Zum neunten Mal in der Festgeschichte zapfte nicht der Bürgermeister das erste Fass Festbier an. Rathaus-Chef Hermann Falk beschränkte sich auf die Rolle des Beobachters. Das Anzapfen überließ er Command Sergeant Major Paul Hamako, dem „Spieß“ des First Squadron of the Second Stryker Cavalry Regiment. Er brauchte ein paar Hammerschläge, bis er in fast perfektem Bayerisch meldete: „O’zapft is!“ Die Stimmung war bestens, als die ersten Masskrüge gefüllt waren und die versammelte Anzapf-Prominenz auf das Gelingen des Festes anstieß. Die Original Fichtelgebirgsmusikanten heizten die Stimmung kräftig an und riefen regelmäßig zu einem „Prosit der Gemütlichkeit“ auf.
Die Majoretten des Musikzugs füllten die Pausen der Kapelle. Nach dem Fahnentanz der Großen zu „Hey Brother“ zeigten zuerst die Nachwuchs- und dann die Minimajoretten ihre Vorführungen. Anschließend präsentierte Sabrina Gnan einen atemberaubenden Solotanz. Zum Abschluss interpretierte das Duo Lilly-Marie Lammel und Lilly Heldmann den Song „Please Don’t Stop the Music“ glänzend. Später wiederholten sie ihre Darbietung als Leuchtstäbetanz, nachdem die Großen nochmals mit drei Showtänzen brilliert hatten. Wie schon am Nachmittag gab es frenetischen Applaus.
Der Sonntag begann mit einer ökumenischen Andacht auf der Festbühne, gestaltet von Diakon Richard Sellmeyer und Pfarrer Heinrich Arwick. Der Musikzug unter der Leitung von Andrea Fleischmann übernahm die musikalische Gestaltung. Nach der Andacht begann sofort der Ansturm auf den Schweinebraten mit Knödel und Salat. Auch die Bratwürste, Steaks und geräucherten Forellen waren sehr gefragt.
Ab 16 Uhr spielte die Kapelle „Jedsmal Anerschd“ bis in die Nacht hinein zur Freude des Publikums. Zwischendurch trat das Nachwuchsorchester des Musikzugs auf und zeigte unter der Leitung von Andrea Fleischmann sein Können. Ein Highlight war der Auftritt der weiß-blau kostümierten Kindergarde der Narrhalla Hirschau. Sie hatten ihren Kirwabaum mitgebracht und präsentierten unter dem Motto „Bayern – des samma mir“ einen temperamentvollen Showtanz.
Die sommerlichen Temperaturen luden die gut gelaunten Gäste zum Verweilen in gemütlicher Runde ein. Zu später Stunde konnte Musikzug-Chef Maximilian Stein ein rundum positives Fazit ziehen. Er dankte nicht nur seiner 80-köpfigen Helferschar, sondern auch den Firmen Herrmann und Falk sowie dem Bauhof, die ihre Fahrzeuge zum Absperren der Zufahrtsstraßen zur Verfügung gestellt hatten. Es sei traurig, dass man heutzutage solche Maßnahmen ergreifen müsse, sagte Stein.
In seinen Dank bezog er auch die Kolpingfamilie mit ihrem Vorsitzenden Hans Fleischmann ein. Das Kolping-Team hatte an beiden Tagen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion angeboten. Es gab 31 Registrierungen, was Hans Fleischmann als „schönen Erfolg“ wertete.






















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