24.01.2020 - 15:06 Uhr
HirschauOberpfalz

Vom Hirschauer Schlosshof aus „In 80 Tagen um die Welt“

Unzählige Male als Film oder Bühnenstück verarbeitet, ist Jule Vernes 1873 erschienener Roman "In 80 Tagen um die Welt" eine der bekanntesten Abenteuergeschichten. Im Juni präsentiert sie der Festspielverein als Freilichtspiel.

Jede Menge an organisatorischen Vorbereitungen ist nötig, damit im Juni die sieben Aufführungen des Freilichtspiels „In 80 Tagen um die Welt“ im Hirschauer Mälzerei-Theater ein Erfolg werden. Im Erdgeschoss der alten Mälzerei trafen sich zur Lagebesprechung v. r.: Regisseur Dieter Held, Erwin Zach, Erhard Ackermann, Ludwig Koller und Roland Fritsch.
von Werner SchulzProfil
Im Volksstück „Der Heldenstammtisch“ spielte Meike Birner 2017 die charmante Julie. Heuer schlüpft sie im Juni bei „In 80 Tagen um die Welt“ in die Rolle der bildhübschen indischen Prinzessin Aouta.

Vor fast 150 Jahren war es sicher eine "verrückte Idee", sein Vermögen darauf zu wetten, in 80 Tagen um die Welt reisen zu können. Genau das tat der exzentrische Gentleman Phileas Fogg, die Hauptfigur des Romans. Nicht weniger verrückt erschien vor knapp einem Jahr dem Festspielvereinsvorsitzenden Hans Drexler die Idee von Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch, den Vernes-Bestseller auf der Freilichtbühne im Schlosshof zu präsentieren.

2019 - beim Kulissenbau für "Die Erbschaft" - kam den beiden Herren der Gedanke, einmal etwas anderes aufzuführen als ein Volksstück. So schwebte ihnen ein Einakter wie "Das Königlich Bayerische Amtsgericht" oder ein Krimi vor. Den genialen Einfall, so Fritsch, hatte seine Frau Evi. "In 80 Tagen um die Welt" - es muss ja eh alles neu gemacht werden, also warum nicht gleich richtig...?", meinte sie.

Roland Fritsch, Ludwig Koller und Erhard Ackermann (v. l.) haben schon längst mit dem Bühnenbau begonnen. In ihrer Freizeit sägen, zimmern, hämmern und schrauben wie, um die neuen Bühnenelemente zu fertigen. Davon wird jede Menge gebraucht, da das komplette Bühnenbild neu erstellt werden muss.

Inzwischen haben die Vorbereitungen für die Umsetzung der "verrückten Idee" längst begonnen. Für die Inszenierung hat man sich für die Bühnenfassung von Susanne Heydenreich und Katharina Scholl entschieden. Regie führt Dieter Held. Bei den musikalischen Passagen unterstützt ihn Co-Regisseurin Saskia Krügelstein. 60 Sprechrollen waren zu vergeben, die 52 Darsteller übernehmen. Zum Ensemble gehören außerdem acht Statisten. Die Hauptrollen sind mit Erfahrenen besetzt. Christian Gnan schlüpft in die Rolle des Phileas Fogg, Holger Schwandner in die seines mit allen Wassern gewaschenen Dieners Passepartout, Roland Fritsch in die des Scotland-Yard-Detektivs Fix und Meike Birner in die der bildhübschen indischen Prinzessin Aouda. Mit den Sprechproben soll Anfang März begonnen werden.

In Angriff genommen ist schon der Bühnenbau. Roland Fritsch, Ludwig Koller und Erhard Ackermann sägen, zimmern, hämmern und schrauben in ihrer Freizeit, um die Elemente zu fertigen. Davon wird jede Menge gebraucht, muss doch das komplette Bühnenbild neu erstellt werden. Für dessen Gestaltung zeichnet mit Miriam Dostal aus Hof eine professionelle Bühnenmalerin verantwortlich. Mit an Bord ist außerdem der junge Künstler Sebastian Hüttner aus Amberg.

Für die Vorbereitung der Kostüme und Requisiten hat sich ein siebenköpfiges Frauenteam mit Evi Fritsch, Sabine Wopperer, Andrea Dobmeier, Brigitte Gnan, Charlotte Fleischmann, Renate Lederer und Angelika Frank gebildet. Die Reise, so Dieter Held, wird sich in der Mitte der Bühne auf zwei Ebenen abspielen. Die Schauspieler werden landestypisch gekleidet sein. Für die in London spielenden Szenen kann gut auf den vorhandenen Kleiderfundus zurückgegriffen, für die Handlungen in asiatischen Länder müssen Kostüme zugekauft, abgeändert oder selbst geschneidert werden. Für diese Arbeiten steht das Schneiderteam Ingrid Dobat und Elisabeth Ernstberger bereit.

Erwin Zach hat bereits alle organisatorischen Vorbereitungen getroffen, dass die Bewirtung der Theaterbesucher mit Speisen und Getränken klappt. Wiederum wird eine lange Theke mit Fingerfood aufgebaut. Die Canapés sollen mit Bauernschinken, Lachs und Obatztn belegt werden.

Sieben Vorstellungen wird es im Mälzerei-Theater von Freitag, 12., bis Sonntag, 21. Juni, geben. Die fünf Abendaufführungen am 12., 13., 17., 19. und 20. Juni beginnen jeweils um 20 Uhr, die beiden Sonntag-Nachmittagsvorstellungen (14. und 21. Juni) jeweils um 15 Uhr. Karten kosten für Erwachsene 15, für Kinder (bis 14 Jahre) 9 Euro. Zu haben sind sie schon jetzt im Internet.

Beim Volksstück „Die Erbschaft“ hätte Roland Fritsch (alias Otmar Buche, l.) Christian Gnan (alias Dr. Thieme, r.) gerne als Schwiegersohn gehabt. Bei der Abenteuerkomödie „In 80 Tagen um die Welt“ jagt Fritsch als Detektiv Fix den vermeintlichen Bankräuber Phileas Fogg, den Christian Gnan mimt.
Info:

Im London um 1880 wird die Bank of England um 55 000 Pfund bestohlen. Im exklusiven Reformclub diskutieren die edlen Herren beim Kartenspiel, ob der Bankräuber wohl schnell gefasst werde. Die Chance sei gering, meinen die einen, da die Erde groß sei.

Ganz anderer Meinung ist der exzentrische Gentleman Phileas Fogg. Um zu beweisen, dass die Erde klein ist, wettet er um 20 000 Pfund, dass es ihm gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die Hälfte seines Vermögens.

Die andere Hälfte benötigt Fogg für die Durchführung der Weltreise. Falls er die Wette verliert, ist er finanziell ruiniert. In Begleitung seines Dieners Passepartout bricht Fogg sofort auf. Wegen der überstürzten Abreise gerät er in den Verdacht, der gesuchte Bankräuber zu sein. Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen.

Die Wette hält Fix für ein Täuschungsmanöver. Das Londoner Volk wird vom Wettfieber gepackt und hofft, dass Fogg’s Reise gelingt. Unterwegs erleben Fogg und Passepartout eine Vielzahl von Abenteuern, ob in Suez, Kalkutta, Bombay, Yokohama, San Franzisco oder New York. Ob Fogg rechtzeitig in seinen Club zurückkehren und die Wette einlösen kann, wird auch das Freilichtspiel im Hirschauer Mälzerei-Theater zeigen.

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