30.09.2019 - 11:23 Uhr
HirschauOberpfalz

Hirschauer wollen „In 80 Tagen um die Welt“

Seit 2005 bereichert der Festspielverein Hirschaus Kulturszene alle zwei Jahre mit den Stückl-Festspielen. Nach dem Volksstück „Die Erbschaft“ in diesem Jahr wollen die Bühnenakteure 2020 „In 80 Tagen um die Welt“.

Sie nennen es eine „verrückte Idee“, die das Schauspielerensemble des Festspielvereins im Juni 2020 in die Tat umsetzen will – die Bühnenaufführung des Jules-Verne-Romans „In 80 Tagen um die Welt“ im Hirschauer Mälzerei-Theater: die Ideengeber Roland Fritsch und Ludwig Koller sowie Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler.
von Werner SchulzProfil

Das Schauspielerensemble unterbricht damit nicht nur den bisherigen Zwei-Jahres-Turnus der Aufführungen. Erstmals steht kein bayerisches Volksstück mit eingearbeiteten Hirschauer Stückln auf dem Spielplan, sondern eine Abenteuer-Komödie mit vielen skurrilen Figuren, deren Grundlage mit Jules Vernes gleichnamigem Roman ein spannendes Stück Weltliteratur ist. Daher werden die Vorstellungen nicht unter dem Begriff Hirschauer Stückl-Festspiele firmieren. In der Ankündigung wird es heißen: „Der Festspielverein präsentiert im Hirschauer Mälzerei-Theater das Freilichtspiel „In 80 Tagen um die Welt“. Stückl-Festspiele gibt es turnusgemäß wieder vom 16. bis 31. Juli 2021. Gespielt wird dann das Volksstück „Die Pfingstorgel“ aus der Feder von Johannes Lippl.

Nicht nur der Festspielvereins-Vorsitzende Altbürgermeister Hans Drexler erachtete es als „verrückte Idee“, 2020 auf der Freilichtbühne im Schlosshof eine Bühnenfassung des erfolgreichsten Werkes von Jules Verne aufzuführen. Die Ideengeber Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch sehen das genauso. Die zwei Herren standen bei der „Erbschaft“ als Geschäftsmann und Liebhaber auf der Bühne, hatten im Vorfeld sehr engagiert am Kulissenbau mitgearbeitet. Roland Fritsch: „Genau dabei sind Ludwig und ich auf diese verrückte Idee gekommen.“

Zunächst hatten sie an ein paar Einakter wie das „Königlich Bayerische Amtsgericht“ gedacht. Auch ein ganzes Stück, etwa ein Krimi, war im Gespräch. Aber nichts passte so recht mit der Requisite, den Klamotten oder gar den Kulissen zusammen. Also musste etwas ganz anderes her. Die zündende Idee kam Fritschs Frau Evi: „In 80 Tagen um die Welt“. Es müsse ja eh alles neu gemacht werden, also warum dann nicht gleich richtig, meinte sie.

Mittlerweile haben die Vorbereitungen auf dieses Projekt konkrete Formen angenommen. Das Orga-Team steht größtenteils. Regie führt Dieter Held, unterstützt von Co-Regisseurin Saskia Krügelstein, die auch für die musikalische Gestaltung zuständig ist. Roland Fritsch ist für die Inszenierung verantwortlich. Den Bühnenbau übernehmen Erhard Ackermann, Ludwig Koller und Roland Fritsch, die Bühnentechnik Alfred Härtl, Holger Schwandner und Stefan Lindner, die Pyrotechnik Roland Fritsch und Ludwig Koller. Um Kleidung und Ausstattung kümmern sich Evi Fritsch und Sepp Strobl, um die Requisite Sabine Wopperer, um das Catering Erwin Zach und um die Werbung Alfred Härtl, Ludwig Koller, Markus Dietrich und Melissa Bosser. Einige wenige Positionen sind noch zu besetzen.

Offen ist noch, nach welchem Textbuch das Stück aufgeführt wird. Zur Auswahl stehen die Vorlagen von Claus Martin (Cantus-Verlag), Christina Stauber und Evelyne Brader (Paulus-Verlag) und von Susanne Heydenreich und Katharina Scholl (Henschel-Verlag). Stattfinden werden die sieben Vorstellungen (davon zwei an Sonntagnachmittagen) in der Zeit vom 12. bis 21. Juni 2020.

Zur Einstimmung auf das Stück lädt der Festspielverein für Donnerstag, 3. Oktober, um 19 Uhr in die Alte Mälzerei zu einem Filmabend „In 80 Tagen um die Welt“ ein. Außerdem findet von Freitag bis Sonntag, 22. bis 24. November, für alle, die Interesse an dem Stück haben, im Herbert-Kießling-Wanderheim in Ödpielmannsberg bei Moosbach ein Workshop statt.

„In 80 Tagen um die Welt“:

Wahre Begebenheit als Grundlage

Der am 30. Januar 1873 erschienene Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jule Vernes basiert auf einer wahren Begebenheit. Vorbild war die Weltreise des Amerikaners George Francis Train im Jahr 1870.

Zum Inhalt: Im London um 1880 wird die Bank of England um 55 000 Pfund bestohlen. Im exklusiven Reformclub diskutieren die edlen Herren beim Kartenspiel, ob der Bankräuber wohl schnell gefasst werde. Die Chance sei gering, meinen die einen, da die Erde groß sei. Ganz anderer Meinung ist da der exzentrische Gentleman Phileas Fogg. Um zu beweisen, dass die Erde klein ist, wettet er um 20 000 Pfund, dass es ihm mit Hilfe der modernen Verkehrsmittel gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die Hälfte seines Vermögens. Die andere Hälfte benötigt Fogg für die Weltreise. Falls er die Wette verliert, wird er finanziell ruiniert sein.

In Begleitung seines französischen Dieners Passepartout bricht Fogg sofort auf. Wegen der überstürzten Abreise gerät er in den Verdacht, der gesuchte Bankräuber zu sein, und Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen. Die Wette hält Fix für ein Täuschungsmanöver. Das Londoner Volk wird vom Wettfieber gepackt und hofft, dass Mr. Fogg‘s Reise gelingt. Gespannt verfolgen sie alle Reiseberichte, die bis nach London dringen. Unterwegs erleben Fogg und Passepartout eine Vielzahl von Abenteuern, ob in Suez, Kalkutta, Bombay, Yokohama, San Francisco oder New York. Ob Mr. Fogg noch rechtzeitig in seinen Club zurückkehren und die Wette einlösen kann, wird auch das Freilichtspiel im Hirschauer Mälzerei-Theater zeigen.

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