Hirschau
29.09.2025 - 17:25 Uhr
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Tarifstreit in Kaolinindustrie: Gewerkschaft droht mit Streiks bei AKW und Dorfner

Die Tarifverhandlungen in der Kaolinbranche sind festgefahren. Nun gibt es einen zweiten Schlichtungsversuch. Sollte der scheitern, seien Streiks bei AKW und Dorfner möglich, so die IG BCE. Die Arbeitgeberseite sieht ein Kernproblem.

In der Kaolinindustrie könnte es demnächst zu Streiks kommen, sollte ein zweiter Schlichtungsversuch im Tarifstreit scheitern. Archivbild: Wolfgang Steinbacher
In der Kaolinindustrie könnte es demnächst zu Streiks kommen, sollte ein zweiter Schlichtungsversuch im Tarifstreit scheitern.

Sollte es am Mittwoch zu keiner Einigung im Tarifstreit kommen, stehen in der Kaolinbranche „stürmische Zeiten“ bevor. Die Vertrauensleute der Kaolinbetriebe seien bereit, zu kämpfen. Und auch ein Streik bei den Amberger Kaolinwerken (AKW) und Dorfner – beide Unternehmen sitzen in Hirschau – sei dann möglich. So sieht es jedenfalls die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

Nach zwei ordentlichen Verhandlungsterminen und einem Schlichtungstermin, die allesamt scheiterten, kommt es am Mittwoch, 1. Oktober, zu einer zweiten Schlichtung. „Sollte da kein Kompromiss und kein Ergebnis erzielt werden, stimmen die Vertrauensleute am 6. Oktober über den Schlichtungsspruch ab“, erklärt Rainer Hoffmann, Leiter des Bezirks Nordostbayern der IG BCE, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. „Sollte die Ablehnung erfolgen, würde die Friedenspflicht wegfallen und der Weg zur Urabstimmung wäre möglich – und mit der daraus erfolgenden Zustimmung auch ein Streik.“

Vertrag Ende April ausgelaufen

Die Gewerkschaft fordert mehr Lohn, laut Hoffmann sind es 7 Prozent. Für Azubis seien es 95 Euro. Dazu komme ein Mitgliedervorteil für Gewerkschaftsmitglieder. Laufzeit des neuen Vertrags: 12 Monate. Diese Forderung, so Hoffmann, sei Ende Februar von den Mitgliedern aufgestellt und dem Arbeitgeberverband übermittelt worden. Der bisherige Lohntarifvertrag war Ende April ausgelaufen.

Aus Sicht des Bayerischen Industrieverbands Baustoffe, Steine und Erden (BIV), der die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite führt, lässt sich das „Kernproblem“ relativ kurz zusammenfassen: Mit einem Mitgliedervorteil für Gewerkschaftsmitglieder sei man nicht einverstanden, erklärt Dagmar Marek-Pregler, die Leiterin der Abteilung Arbeitsrecht und Tarifpolitik beim BIV, auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Gewerkschaftsmitglieder, so Marek-Pregler, sollen nach Forderung der IG BCE zwei Tage mehr bezahlte Freizeit bekommen, was ein Anreiz wäre, der Gewerkschaft beizutreten. „Dadurch wäre der Arbeitgeber indirekt verpflichtet, die Mitgliederwerbung der Gewerkschaft zu finanzieren“, sagt Marek-Pregler.

Arbeitgeberverband ist optimistisch

Zu einem drohenden Streik könne man derzeit nichts sagen. „Wir gehen aber in Hinblick auf die bisherige gute Sozialpartnerschaft davon aus, dass am 1. Oktober in der Schlichtung eine Lösung gefunden wird“, erklärt Marek-Pregler, die „ausdrücklich klarstellen“ möchte, dass die Tarifverhandlungen in der Branche in den vergangenen Jahren – bei allen Differenzen – „stets von Konstruktivität geprägt“ gewesen seien. „Auch dieses Jahr hätten wir sicher eine Lösung bezüglich der Entgelterhöhung am Verhandlungstisch gefunden“, sagt Marek-Pregler. „Leider besteht die Arbeitnehmerseite auf diesen Gewerkschaftsbonus.“

Der Arbeitgeberverband BIV vertritt in den Verhandlungen die Kaolinbranche, zu denen unter anderem auch die AKW und Dorfner gehören. Laut Gewerkschaft sind in der Region rund 850 Menschen in der Kaolinindustrie beschäftigt. Sowohl die AKW als auch Dorfner wollten sich zu den aktuell laufenden Tarifverhandlungen nicht äußern.

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Hirschau18.09.2025
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