18.01.2021 - 11:47 Uhr
HirschauOberpfalz

Trauer um Volksmusikant und ehemaligen Rektor Bruno Martin

Am 12. Januar 2021 verstarb Bruno Martin. Er war über Jahrzehnte in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach für die Volksmusik unterwegs. Bekannt war er auch als Schulrektor und Schnaittenbacher CSU-Politiker.

Bruno Martin war ein Meister am Bass. Nicht nur seine Schnaittenbacher Volksmusikfreunde trauern um ihn als eine vielseitig engagierte Persönlichkeit.
von Werner SchulzProfil

Die Region Amberg-Sulzbach ist um eine verdiente und hoch geschätzte Persönlichkeit ärmer: Bruno Martin. Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister der Stadt Schnaittenbach und langjährige Rektor der Hirschauer Volkschule verstarb am Dienstag, 12. Januar, im Klinikum St. Marien in Amberg. „Ein Lehrer wie aus dem Bilderbuch“ titelte die Amberger Zeitung, als er im Juli 2002 nach 39 Jahren und 327 Tagen in den Ruhestand verabschiedet wurde. Von 1959 bis 1962 hatte Bruno Martin, der 1939 in Neunburg vorm Wald geboren wurde, nach dem Abitur an der Pädagogischen Hochschule in Regensburg studiert. Ab 1962 unterrichtete er in Schönlind, ab 1964 in Schnaittenbach. 1977 wechselte er als Konrektor an die Volksschule Hirschau, die er ab 1983 bis zu seiner Pensionierung als Rektor leitete. Dass er in der Lehrerschaft hohes Ansehen genoss, kommt dadurch zum Ausdruck, dass er 28 Jahre dem Personalrat, auch als 2. Vorsitzender, beim Schulamt Amberg-Sulzbach angehörte. 27 Jahre lang war seine Kompetenz in Erziehungsfragen als Referent der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Regensburg gefragt.

CSU-Ortsverbandsvorsitzender

Gemäß dem Motto „Fordere viel von dir selbst, erwarte wenig von den anderen“ engagierte er sich in vielfacher Hinsicht. Seine politische Heimat fand er in der CSU. Von 1977 bis 1982 war er Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Schnaittenbach. 24 Jahre war er eine tragende Säule der Schnaittenbacher Kommunalpolitik. Von 1972 bis 1996 gehörte er dem Stadtrat an, zunächst zwölf Jahre als Fraktionsvorsitzender, dann je sechs Jahre als 3. bzw. 2. Bürgermeister. Als er sich aus dem Stadtrat verabschiedete, überreichte er mit dem ebenfalls ausscheidenden Helmut Richter an Bürgermeister Karl Färber ein kunstvoll gestaltetes Stadtwappen, das seitdem das neue Rathaus ziert und in der Dachgaube über dem Haupteingang angebracht ist. Auch in der Pfarrgemeinde St. Vitus, der er 13 Jahre lang als PGR-Vorsitzender diente, erwarb sich Bruno Martin mit seinem Elan und seiner Aufgeschlossenheit bleibende Verdienste. Die Pflege der „Musica Sacra“ war ihm von Jugend an ein Herzensanliegen. 45 Jahre gehörte er dem Kirchenchor an, den er von 1986 bis 2009 mit großer Begeisterung leitete. Nicht vergessen ist in der Pfarrei, dass er die Wallfahrt zum Mariahilfberg 25 Jahre lang als Pilgerführer leitete. Seine Liebe zum Chorgesang wird auch dadurch deutlich, dass er dem Oratorienchor (vormals Englhardtchor) von 1962 bis 2011 angehörte, seit 2009 bis zuletzt der Chorgemeinschaft St. Georg Amberg. Insgesamt 70 Jahre wirkte er als Sänger in verschiedenen Kirchenchören mit, außerdem auch 43 Jahre beim Männergesangverein Schnaittenbach.

Versierter Musiker

Weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt war Bruno Martin als Mitglied der Amberger Stubnmusi, bei der er von der Gründung 1980 bis zu ihrer Auflösung 2005 den Kontrabass spielte, ebenso wie 43 Jahre lang bei der Schnaittenbacher Stubnmusi. Bleibende Verdienste hat sich Bruno Martin um die Gebietsverkehrswacht Hirschau-Schnaittenbach, insbesondere um die Verkehrssicherheit der Kindergarten- und Schulkinder im Kaolinpott, erworben. Mit seinem Eintritt im Jahr 1977 übernahm er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, von 1989 bis 2008 das des Vorsitzenden. Belohnt wurde sein Engagement mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden, die Landesverkehrswacht verlieh ihm das Goldene Ehrenzeichen. In der Aufzählung seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten darf sein Engagement als 2. Vorsitzender des TC Hirschau nicht fehlen. Angesichts des vielfältigen Einsatzes von Bruno Martin für das Allgemeinwohl ist es fast selbstverständlich, dass er zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhielt. 1996 zeichnete ihn die Hanns-Seidel-Stiftung für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bayerischen Volksmusik aus. 2002 ehrte ihn die Stadt Hirschau für besondere Verdienste. 2007 erhielt er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für seine Verdienste im Ehrenamt. Die Stadt Schnaittenbach verlieh ihm 1999 die Bürgermedaille in Silber und zeichnete ihn 2004 mit der Verdienstmedaille in Gold aus. Sein Engagement für das Allgemeinwohl wurde über all die Jahre mitgetragen von seiner Ehefrau Lilo, mit der er seit 1964 verheiratet war. Ihr gilt genauso die Anteilnahme wie Sohn Christoph und Tochter Angelika. Das Requiem findet am Mittwoch, 20. Januar, um 13 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Georg statt.

 

 

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