22.05.2020 - 16:51 Uhr
HirschauOberpfalz

Wegen Corona: Hirschauer Weltreise erst im Juli 2021

Zu "In 80 Tagen um die Welt" wollte der Festspielverein Hirschau im Juni auf der Freilichtbühne aufbrechen. Das Coronavirus durchkreuzte das Vorhaben: Das Schauspiel wird auf Juli 2021 verschoben.

Roland Fritsch, Ludwig Koller und Erhard Ackermann (von links) haben bis zum 13. März in ihrer Freizeit mit Fleiß und Ausdauer gesägt, gezimmert, gehämmert und geschraubt, um die neuen Bühnenelemente zu fertigen.
von Werner SchulzProfil

Beim Kulissenbau für das letztjährige Stückl-Festspiel "Die Erbschaft" waren Evi Fritsch, Roland Fritsch und Ludwig Koller auf die "verrückte Idee" (Vorsitzender Hans Drexler) gekommen, 2020 den Erfolgsroman von Jule Vernes "In 80 Tagen um die Welt" als Bühnenstück zu präsentieren. Im Spätsommer 2019 begannen die Vorbereitungen. Dieter Held, bei "Der Erbschaft" erfolgreicher Regiedebütant, erklärte sich zur Übernahme der Spielleitung bereit, erneut unterstützt von Saskia Krügelstein.

Für die künstlerische Gestaltung der Kulissen konnte der Festspielverein die professionelle Bühnenmalerin Miriam Dostal aus Hof und den jungen Amberger Sebastian Hüttner engagieren.

Im Spätherbst 2019 nahmen Roland Fritsch, Erhard Ackermann und Ludwig Koller die Bühnenbauarbeiten in Angriff. Rund 80 Prozent der Kulissen sind bereits fertig. Einem Großteil davon haben Lothar Fischer und Josef Galler den Grundanstrich verpasst. Für die künstlerische Gestaltung konnte man Bühnenmalerin Miriam Dostal (Hof) und den jungen Amberger Sebastian Hüttner engagieren. Zum Zeitpunkt des vom Orga-Team beschlossenen Lockdown am 13. März hatten sie unter anderem den Big Ben fast fertig gestaltet.

Da die Reise „In 80 Tagen um die Welt“ durch viele Länder führt, wird eine Vielzahl von Requisiten benötigt, um diese typisch darzustellen. Evi Fritsch, die Ideengeberin zu der Aufführung, hat schon eine ganze Menge davon gefertigt.

Aus Sorge um die Gesundheit aller Beteiligten wollte man das Corona-Ansteckungsrisiko durch gemeinsames Proben oder Arbeiten vermeiden. Roland Fritsch: "Wir sind davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. Die noch anstehenden Arbeiten und der finanzielle Aspekt für den Verein haben dabei keine Rolle gespielt." Alle Hände voll zu tun gehabt hatten bis dahin auch Evi Fritsch, Sabine Wopperer, Andrea Dobmeyer, Brigitte Gnan, Charlotte Fleischmann, Renate Lederer und Angelika Frank, mit der Herstellung der Requisiten. Da ein Großteil der Handlung in asiatischen Ländern spielt und dafür bisher kein Kleiderfundus vorhanden ist, waren Ingrid Dobat und Elisabeth Ernstberger mit dem Abändern oder Schneidern von Kostümen beschäftigt.

Eigentlich wollte der Festspielverein im Juni 2020 zur Reise „In 80 Tagen um die Welt“ starten. Dann kam das Coronavirus und (von links) Regisseur Dieter Held, Erwin Zach, Erhard Ackermann, Ludwig Koller und Roland Fritsch mussten umplanen: Das Stück soll nun in der zweiten Julihälfte 2021 in neun Vorstellungen aufgeführt werden.

Regisseur Dieter Held hatte die insgesamt 58 Rollen, davon 48 Sprechrollen, bereits besetzt. Die Hauptrollen übernahmen erfahrene Bühnenhasen: Christian Gnan (Phileas Fogg), Holger Schwandner (Diener Passepartout), Roland Fritsch (Detektiv Fix) und Meike Birner (Prinzessin Aouda). Einen genauen Terminplan für die Wiederaufnahme der Proben hat Held noch nicht. Mit den Bühnenproben will er Mitte/Ende April 2021 beginnen.

Premiere soll am Freitag, 16. Juli 2021, um 20 Uhr sein. Es soll zudem zwei zusätzliche Veranstaltungen geben. Aufführungstermine: 17. Juli (Samstag, 20 Uhr), 18. Juli (Sonntag, 15 Uhr), 21. Juli (Mittwoch, 20 Uhr), 23. Juli (Freitag, 20 Uhr), 24. Juli (Samstag, 20 Uhr), 25. Juli (Sonntag, 15 Uhr), Freitag (30. Juli, 20 Uhr) und Samstag (31. Juli, 20 Uhr). Die bereits verkauften 280 Eintrittskarten bleiben gültig, können aber bis 31. Mai 2020 zurückgegeben werden. Die ursprünglich für 2021 geplanten Stückl-Festspiele mit der Komödie "Die Pfingstorgel" werden auf den Sommer 2022 verschoben.

Im Blickpunkt:

Vor Corona alles im Zeitplan

Die Bauarbeiten lagen zum Zeitpunkt des Lockdown noch im Plan. Rund 2700 Euro wurden laut Hans Drexler bislang für den Kulissenbau ausgegeben. Dass das Geld erst 2021 zurückfließt, könnte den Zeitplan für die weiteren Baumaßnahmen beeinflussen. Im Winter hatte man das Herren-WC auf Vordermann gebracht und das Steingutlager vorbereitet. Dagegen wurde der Abbruch des "Schweizer Häusl" gestoppt. Für das Kulissenlager, das heuer erstellt wird, wurden der Bauauftrag an die Firma Falk vergeben und die Ausführung mit dem Heimat- und Trachtenverein abgeklärt. Elektro- und Schönheitsarbeiten stehen bei der Tribüne auf der Agenda. Drexler hofft, dass es möglichst noch im Mai "mit Volldampf wieder los- und weitergehen kann."

Das neue Hirschauer Festspiel

Hirschau
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.