21.11.2018 - 11:10 Uhr
HirschauOberpfalz

Bei der „wilden Hilde“ fließen die Lachtränen

Nach 21 Monaten Pause wird im Josefshaus wieder Theater gespielt. Die Kolping-Gruppe führt die Komödie „Die wilde Hilde“ von Ulla Klings auf. Da fließen beim Publikum die Lachtränen.

Der Sturz vom Hocker auf die Couch bleibt nicht ohne Folgen: Hilde (Kerstin Ackermann, rechts) und Apotheker Theobald Kümmerling (Hans Feischmann, links) werden gerade vermeintlich in flagranti von Babette, der Dame des Hauses Kümmerling (Saskia Krügelstein, Mitte), erwischt. Erklärungsversuche sind da zwecklos.
von Werner SchulzProfil

Das galt für die ausverkaufte Premiere genauso wie für die weiteren bisherigen Vorstellungen. Ein volles Haus gab es auch bei der Extra-Aufführung für die Bewohner des Hirschauer Seniorenheims, die LeA-Gruppe und die Behinderten der Jura-Werkstätten. Unter der Regie von Christina Wisneth, die mit der Auswahl des Stückes wieder ein glückliches Händchen hatte, bot das siebenköpfige Schauspieler-Ensemble eine überzeugende Leistung, die von den Zuschauern mit donnerndem Applaus quittiert wurde.

Die Geschichte von der "wilden Hilde“ ist schnell erzählt: Es geht um Eifersucht, falsche und richtige Liebe, Hysterie, miese und nette Charaktere, Bauernschläue, Glück, Migräne-Verwechslungen und liebenswertes Chaos. Frau Apotheker, ein wenig abgehoben und „Möchtegern“, plant zusammen mit ihrem Mann die Hochzeit von Tochter Konstanze. Die will den überspannten Apotheker Benno aber nicht so recht, sondern lieber den lieben Konditor Martin, der alles andere ist als ein Frauenversteher und Draufgänger. Entlastung bei der pompös geplanten Hochzeit soll die Hausgehilfin Hilde Butzenschneider bringen. Beim ersten Auftritt von Kerstin Ackermann zeichnet sich vergnügliches Durcheinander ab.

Die Darsteller geben der bayerischen Boulevardkomödie eine ganz eigene, urkomische Note. Melissa Bosser avanciert glaubwürdig zur über beide Ohren verliebten Konstanze. Maximilian Stein als Konditor Martin ist ebenso herrlich verliebt, ihm muss aber erst der Heiratsantrag gestellt werden, bevor er sich selber traut. Erhard Ackermann macht sich als eindeutig zweideutiger Wünschelrutengänger beliebt. Ludwig Koller ist als überkandidelter Pillendreher Benno und Kohlrabi kauender Rohkostler ein richtig mieser Möchtegern-Bräutigam mit entsprechend verkniffener Mimik. Und Hans Fleischmann, der Routinier in der Theatergruppe, spielt den überaus genervten, aber netten Apotheker souverän. Und da sind noch die beiden Hauptakteure. Zum einen Kerstin Ackermann. Ihr Humor ist umwerfend direkt. Die Frage nach Referenzen lässt sie an Krankheiten denken, und die Auswahl von Weinen trifft sie nach dem Bankett, Hauptsache aber süffig. Genau mit diesen Eigenschaften krempelt die Haushaltsperle den Apotheker-Haushalt um. Erstklassig ist Saskia Krügelstein als Apothekergattin Babette Kümmerling.

Dass sich am Ende das Chaos mit viel Spaß in ein Happy End verwandelt, war klar. Christina Wisneth und ihre Theatertruppe präsentieren das Stück noch zweimal: an diesem Freitag und am Samstag, 24. November, jeweils um 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro, für Kinder bis zwölf Jahre fünf Euro.

Abgerundet wird das Theaterereignis durch die Hirschauer Wirtshausmusi (Alexander Götz, Uwe Herrmann, Hans Drexler und Franz Dolles), die vor und nach dem Stück und während der Pausen aufspielen. Für die Bewirtung der Besucher ist mit bayerischen Schmankerln gesorgt.

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