26.02.2021 - 15:04 Uhr
HirschauOberpfalz

Wohltäter Klaus Conrad wird 85

Der SkF freut sich über den baldigen Baubeginn seines neuen Frauenhauses. Der Mann, der das mit einer Spende von 250 000 Euro als Basiskapital ermöglicht hat, ist Klaus Conrad. Der Unternehmer und Mäzen vieler sozialer Projekte wird nun 85.

Auch die Amberger Tafel förderte Klaus Conrad (Bildmitte) von Anfang an, kam bei Spenden, wie hier 2009, oft persönlich zu Essensausgaben, um mit seiner Anwesenheit und seinem guten Namen die Werbetrommel für weitere Unterstützung zu rühren.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Als Unternehmer und Chef von Conrad Electronic erzielt Klaus Conrad ebenso Erfolg um Erfolg, auch für die Region

Hirschau

Es sind oft große Summen, die die eigens für den Spendenzweck vor 20 Jahren ins Leben gerufene Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung für ihr wohltätiges Engagement fließen lässt. Wobei es niemand anderes ist als der Gründer selbst, der sich so großzügig zeigt. Ein ebenfalls sechsstelliger Betrag ging zum Beispiel erst Ende 2020 an die Albert Schweitzer Kinderdörfer und Familienwerke, die an verschiedenen Orten Deutschlands wirken, auch wenn der Name des Entwicklungshilfepioniers eher an Afrika denken lässt.

Als Tropenarzt hat sich Albert Schweitzer dort mit herausragender Menschlichkeit und Nächstenliebe für Schwache und Hilfsbedürftige eingesetzt. Diese Attribute passen auch gut zu Klaus Conrad. Und selbst wenn seine Spende an die Kinderdörfer des Friedensnobelpreisträgers damit sicher nichts zu tun hat, gebührt ihm wohl längst der Titel "Albert Schweitzer unserer Region". Dass der Vergleich nicht hinkt, beweisen über 2000 soziale Projekte, die er bis heute unterstützt hat. Insgesamt 2,5 Millionen Euro investierten er beziehungsweise die nach ihm und seiner Ehefrau benannte Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung allein für Bau und Erweiterung des Betreuten Wohnens in Hirschau.

Hilfe im Stillen, oft für die Heimat

Überhaupt zeigt er sich seiner Heimatstadt gegenüber bei vielen Anliegen großzügig; Gleiches gilt für die Kultur und den Sport in der Region, der einen eigenen Förderverein bekam. Unvergessen ferner die Millionenspende für die Kinderklinik Kuno in Regensburg oder über die vergangenen Jahre jeweils siebenstellige Beträge an Unicef und Ärzte ohne Grenzen. Wobei etliche Summen im Verborgenen bleiben, weil Klaus Conrad und seine Frau nie Wert darauf legen, mit ihrem Engagement zu glänzen - im Gegenteil lieber im Stillen wirken und vieles ohne Öffentlichkeit tun. Als Begründung führt der langjährige Chef von Conrad Electronics ebenso bescheiden an, dass ihm im Leben viel Gutes widerfahren sei und er einfach etwas davon zurückgeben will. Das tut er mit ganzem Herzen und der christlichen Haltung, nicht diejenigen zu vergessen, denen es schlechter geht als einem selbst.

Arm reicht bis auf die Philippinen

Und so blickt Klaus Conrad sowohl mit seiner Stiftung als auch privat aus eigener Tasche oft weit über den Tellerrand hinaus. Sogar fast buchstäblich bis ans andere Ende der Welt bis nach Sri Lanka oder auf die Philippinen. Dort fördert er aktuell mit 150 000 Euro die Erweiterung des Mädchenheims des Amberger Vereins Hayag sowie regelmäßig die Schulpatenschaften und Armenspeisungen der Amberger Filipina Marilou Amann. Überhaupt sind es Projekte, bei denen die Betreiber einen so engen Bezug zu Land und Leuten haben, dass die Spenden direkt und ohne Bürokratie an die Empfänger gelangen.

Ein niedriger Verwaltungskostenanteil ist oft ein Kriterium für die Hilfe aus Hirschau, ohne die es an manchen Orten der Welt noch dunkler wäre, wobei die Heimatregion genauso zum Zuge kommt. Neben den bereits erwähnten Beispielen ließe sich die Anschaffung eines Kältebusses für Obdachlose in Berlin ebenso anführen wie Notebooks und Drucker für die Digimint-Kids mit ihrem gleichnamigen Kindergarten bei der OTH. Oder: Als die Welt im Frühjahr 2020 entsetzt auf die schwer vernachlässigten Flüchtlingscamps in Griechenland schaute, handelte die Stiftung mit einer Spende von über 100 000 Euro an die dort tätige Hilfsorganisation Flying Help. Und jetzt, wo die Menschen im Jemen wegen ihres Bürgerkriegs so schlimm leiden wie nie, gab es 250 000 Euro für Brunnen- und Trinkwasserprojekte dort - ebenso in Indien, nachdem diese Spende an Save the Children ging und für beide Länder verwendet wird.

Täglich im Büro, um zu helfen

All das sieht sich Klaus Conrad genau an, geht dafür täglich in sein Büro in der Hirschauer Firmenzentrale, um mit seiner Stiftung Gutes zu tun. Am Unternehmenssitz werden auch oft Sachspenden gelagert, um sie containerweise in die Empfängerländer zu schicken, unterstützt von Conrads Neffe Michal C. Geiss, der ein umtriebiger Mitarbeiter der Stiftung ist, als Aktivposten selbst Länder bereist und Projekte kontrolliert, damit die Hilfe aus Hirschau so effektiv und wertvoll bleibt wie sie seit Jahrzehnten ist. Ihr Herz ist Klaus Conrad, der wahre Albert Schweitzer unserer Region.

Die Conrad-Stiftung und ihr Gründer helfen in der Heimat genauso wie weltweit

 

 

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