Bezirkstagspräsident Franz Löffler war stolz: „Wir haben gerade die ersten Gurken daheim.“ Doch nicht mehr jeder baut daheim Gemüse an wie die Familie des Chamer Landrats: „Es fehlen die Kenntnisse für einen Gemüsegarten.“ Umso erfreulicher, dass im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen Schulklassen einen eigens angelegten Bauerngarten betreuen. Aufgrund solcher Aktivitäten darf sich das Museum seit 1. Juni jetzt „Staatlich anerkannte Umweltstation“ nennen.
Damit ist das Oberpfälzer Freilandmuseum das erste Freilandmuseum in Bayern, das als Umweltstation anerkannt ist. Gleichzeitig ist der Bezirk Oberpfalz als Träger des Museums der erste der sieben bayerischen Bezirke mit eigener Umweltstation. Aber was hat das Oberpfälzer Freilandmuseum, das von vielen als eine Art Sammlung alter Bauernhäuser betrachtet wird, mit der Umwelt zu tun? Umweltbildung habe von Anfang an zum Museumskonzept gehört, erklärt die Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer. „Wir haben eine Kulturlandschaft von vor 200 Jahren rekonstruiert.“
Darüber hinaus dienen regelmäßige Veranstaltungen wie die „Weltwasserwoche“, Obstbaumschnittkurse sowie der Betrieb einer eigenen Landwirtschaft zur Vermittlung des Umweltgedankens. Aktuell ist es ein Projekt, welches den Anlass für die Anerkennung als Umweltstation gab: der Mustergarten, der von einer Schulklasse ein ganzes Jahr lang betreut wurde.
Der Freistaat Bayern fördert die Umweltstation mit maximal 70 Prozent, jedoch höchstens 50 000 Euro. Im Oberpfälzer Freilandmuseum soll das Geld für die Schaffung einer Stelle eines wissenschaftlichen Vollzeitmitarbeiters verwendet werden. Diese Aufgabe hat zurzeit zur Hälfte der Bauhofleiter Christian Wundsam, der neben einer Schreinerausbildung auch ein Fernstudium als „Diplom-Umweltwissenschaftler“ absolvierte. (moh)
















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