Was es mit diesem Stein mit seinen nach außen zeigenden kreisrunden Vertiefungen genau auf sich hat, wissen selbst Experten nicht. Bekannt ist, dass solche Steine schon in vorchristlichen Zeiten kultischen Opferritualen dienten. Bei einem schon mehrere Hundert Jahre zurückliegenden Kirchenumbau wurde in Lutzmannstein dieser Näpfchenstein, im Volksmund auch "Lichtlstein" genannt, wohl um 1709 in der ehemaligen Pfarrkirche eingebaut. Der Stein war lange mit Putz überzogen und so den Augen der Gläubigen verborgen geblieben. So kann man es heute auf einer Hinweistafel am Kirchenaufgang nachlesen.
Wohl aus der Keltenzeit
Auch beim Lutzmannsteiner Schalen- oder Näpfchenstein lässt sich vermuten, dass seine Entstehungsgeschichte in die Keltenzeit zurückreicht. Er dürfte eine religiöse, kultische Bedeutung gehabt haben. Vermutet wird, dass er für Opferungen an Naturgötter verwendet wurde. Der Volksaberglaube verbindet auch heute noch mit diesen Steinen mystische Vorstellungen längst vergangener Jahrhunderte.
Dass bei derartigen Näpfchensteinen oft noch Kreuze oder andere christliche Symbole mit angebracht sind, hatte wohl auch noch einen anderen Grund: Uralte Riten rund um diese Steine hatten oft die Christianisierung überlebt und wurde weiterhin gepflegt, was allerdings besonders der mittelalterlichen Kirche ein Dorn im Auge war.
Listige Dorfpfarrer
Listige Dorfpfarrer bekämpften damals den uralten Zauber mit christlichen Figuren oder Bildern. So ist es wohl auch in Lutzmannstein gewesen. Denn gleich darunter sieht man noch eine kreisrunde Vertiefung von knapp einem Meter Durchmesser, die bis zur Ablösung im Jahr 1951 von einem Christusbild geschmückt war.















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