06.03.2019 - 20:37 Uhr
HohenburgOberpfalz

In Hohenburg marschieren die Zylinder

Die Hohenburger haben keinen Fischzug. Bei ihnen ist der "Marsch der Zylinderköpfe" Tradition am Aschermittwoch. Doch auch bei dem gelten eiserne Statuten.

von Autor GFRProfil

Diesmal war's der 26. Marsch der Zylinderköpfe am Aschermittwoch in Hohenburg. Von Anbeginn an sind die Statuten klar. Jeder hat sich daran zu halten - oder es drohen drastische Strafen. Zylinder, Frack oder Anzug, weißes Hemd und Fliege verstehen sich von selbst. Der Verstoß gegen das Redeverbot wird mit einigen Euro Strafe geahndet.

Bevor sich der Zug auf den Weg macht, verkündet Zeremonienmeister Klaus Schindler die 14 Regeln. So dürfen Handy oder Smartphone nicht mitgenommen und erst recht nicht benutzt werden. Fluchen ist ebenso verboten wie Schlafen im Wirtshaus oder das Belästigen der Wirtin. Und sollte Freibier ausgeschenkt werden, so ist das bis zum letzten Noacherl auszutrinken.

Alle treffen sich beim Mosner, ziehen dann zur Taverne, erstmals in den Markt zurück zur Raiffeisenbank, dann wieder raus zum Feuerwehrhaus und wieder rein zum Party-Schuppen und zum Endpunkt des Zugs, zum Gasthof Reiser. Kurz vor Mitternacht sammeln sich dann aber wieder alle Zylinderköpfe beim Mosner.

Anstrengend ist das Marschieren, sogar bis Allersburg ins Gemeinschaftshaus, wo verbrannte Kalorien mit etlichen Freimaß und zwei Eimern mit Kronsild-Fischen, den kleinen Schwänzen, und Bauernbrot wieder ersetzt wurden. Ein Wirtshaus beweinen die Zylinderträger in Hohenburg - denn das hat wieder nicht offen. Eisern halten die Hohenburger Männer durch, wenn auch nicht immer nach den Statuten. Aber einige Euro in die gemeinsame Kasse schaden auch nicht, da haben später alle Zylinderköpfe was davon.

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