21.07.2020 - 09:21 Uhr
HohenburgOberpfalz

Obere Lauterachbrücke in Hohenburg wird erneuert

Es ist ein 1,5-Millionen-Projekt: Die obere Lauterachbrücke in Hohenburg wird erneuert. Am Mittwoch, 29. Juli, starten die Bauarbeiten, die eine umfassende Umfahrung des Bereichs über vier Kreisstraßen bedeuten.

Ab 29. Juli 2020 ist die obere Lauterachbrücke in Hohenburg bis Januar 2021 gesperrt. Sie wird erneuert. Vom Bauzustand überzeugten sich Bürgermeister Florian Junkes, Projektleiter Alexander Frais, der Abteilungsleiter Brückenbau Hannes Neudam und Heinrich Renghart, alle vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. (von links).
von Paul BöhmProfil

Die Arbeiten zur Erneuerung der oberen Lauterachbrücke in Hohenburg auf der Staatsstraße 2235 im Abschnitt von Schmidmühlen nach Kastl beginnen am Mittwoch, 29. Juli. Vorbereitende Arbeiten neben der Straße finden bereits statt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Januar 2021 abgeschlossen sein, informierte der Leiter der Abteilung Bauwerkserhaltung, Bauoberrat Hannes Neudam, bei einer Brückenbegehung zusammen mit Bürgermeister Florian Junkes.

Um die Bauarbeiten zügig voranzubringen und die Gesamtzeit der Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst zu minimieren, wird der Verkehr während der Bauzeit weiträumig umgeleitet. Die Umleitung erfolgt über die Kreisstraßen AS 28, AS 4, AS 9 und AS 2. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 1,5 Millionen Euro und werden vom Freistaat Bayern getragen, hieß es beim Ortstermin.

Die Brücke über die Lauterach weist einen verbrauchten Zustand auf. Nachdem sich mit einer Sanierung des bestehenden Bauwerkes die vorhandenen Defizite nicht beheben lassen und eine Sanierung unwirtschaftlich wäre, wird die Errichtung eines Ersatzbaues an bisheriger Stelle notwendig, erklärte Neudam.

Die obere Lauterachbrücke in Hohenburg ist ein wichtiges Bindeglied mit Geschichte. Anfang September 1950 begann die Hoch- und Tiefbau Gesellschaft Überland München im Staatsauftrag eine weitere Notbrücke vom Hubergarten zum Seilerhaus hinüber zu bauen, also etwa zwei Meter unterhalb der bisherigen, und fertigte diese von Grund auf neu und sehr massiv aus, schreibt der Hohenburger Heimatchronist Friedrich Spörer in seinen Aufzeichnungen. Auf den Grund der Pfeiler kam eine über einen Meter starke Betonschicht und darauf wurden die alten Quadersteine der bisherigen Brücke gesetzt.

Fünf Jahre vorher, Mitte April 1945, hatten SS-Pioniere die Brücke vor den anrückenden Amerikanern noch gesprengt. „Die Sprengung erfolgte am Sonntag, 22. April 1945, um vier Uhr nachmittags“, schreibt Spörer dazu in seinen Erinnerungen. Dann zogen die deutschen Truppen eilig in Richtung Schmidmühlen davon. „Die beiden Brückenteile hüben und drüben flogen in die Luft, der mittlere Teil blieb unbeschädigt stehen.“ Darauf fanden die Hohenburger eine große Sprengstoffkiste, deren Inhalt ausgereicht hätte, um halb Hohenburg in die Luft zu jagen, schreibt Spörer.

Als der Krieg auch in Hohenburg zu Ende ging

Hohenburg

In der Umgebung richtete die Brückensprengung große Schäden an den Häusern an, weiß auch Karolina Wein zu erzählen, die als junges Mädchen die Geschehnisse der letzten Kriegstag von ihrem Elternhaus neben der Salvatorkirche mit verfolgen konnte. Die Hohenburger mussten einige Tage später auf Anweisung der Amerikaner mit Brettern, Balken und Leitern einen notdürftigen Übergang schaffen. Einige Wochen später bauten amerikanische Pioniere die Brücke so stark aus, dass auch kleine Panzerfahrzeuge darüber fahren konnten.

1949 wurde diese provisorische Brücke wieder entfernt und durch den Bezirk Parsberg, zu dem Hohenburg damals gehörte, verstärkt und verbessert. „Allerdings war dies auch wieder nur Flickwerk gewesen“, schreibt dazu der Hohenburger Heimatpfleger Friedrich Spörer, so dass dann 1950 die jetzige Brücke gebaut wurde.

Im Jahr 1950 wurde die jetzige obere Lauterachbrücke gebaut, jetzt wird sie saniert.
die Lauterachbrücke in Hohenburg - eine historische Aufnahme aus der Vorkriegszeit. Deutlich zu sehen sind die Brückenpfeiler, dessen Steinquadern in der jetzigen Brücke im Jahr 1950 erneut verbaut worden sind. Links stand damals noch der Turm des ehemaligen Markttores.
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