12.09.2021 - 16:37 Uhr
HohenburgOberpfalz

Nach dem Überschallknall: So geht es dem verletzten Pfau

Der Überschnallknall eines Eurofighters hat in Hohenburg am Donnerstag einen Pfau so in Panik versetzt, dass er sich ein Bein gebrochen hat. Wie geht es dem Tier jetzt?

Der verletzte Ährenträger-Pfau in Hohenburg ist jetzt erst einmal auf der „Krankenstation“ untergebracht. In einem Einzelgehege soll er mit seinem geschienten Bein zur Ruhe kommen.
von Paul BöhmProfil

Nicht nur Menschen hat der Knall, den ein Eurofighter am Donnerstag beim Durchbrechen der Schallmauer verursacht hat, erschreckt: Im Hof eines Pfauenzüchters in Hohenburg hat der Überschall-Knall Panik ausgelöst. Ein weibliches Tier kommt seit Tagen nicht mehr aus dem Gehege – sein Besitzer vermutet eine Gehirnerschütterung als Grund dafür. Und ein männlicher Pfau prallte auf der Flucht vor dem lauten Geräusch gegen den Gehege-Zaun und brach sich dabei ein Bein. Jetzt trägt der Pfau eine Schiene. Und sein Besitzer hofft, dass sich das wertvolle Tier wieder erholt.

Bei vielen Tieren in Freilandhaltung sorgte der Überschallknall für Aufregung. Im unteren Vils- und Lauterachtal war er besonders laut zu hören. Inzwischen steht fest: Ein Flugzeug vom Typ „Eurofighter“ der Firma Airbus hat bei Testflügen in der vergangenen Woche in der Region mehrerer dieser Knalle verursacht, als es die Schallmauer durchbrach

Panik im Gehege

Da war ganz schön was los in den Freilandgehegen: Das berichteten Tierhalter im Gemeindegebiet von Hohenburg, wo die „Donnerschläge“ besonders laut zu hören waren. In einem Legehennen-Betrieb haben sie viel Wirbel bei den über 10 000 Tieren im Freien ausgelöst. Der Besitzer hatte seine liebe Not, die Tiere wieder zu beruhigen. Auch der Besitzer einer Pfauenzucht in Hohenburg berichtete von „riesiger Aufregung“ in seinem Gehege. Ihn selbst hat es bei diesem Vorfall von der Leiter geworfen, als er mit Arbeiten im Gehege beschäftigt war. Dort hat der Knall einen Pfau derart in Panik versetzt, dass das Tier bei seiner Flucht gegen den großräumig angelegten Gehege-Zaun geprallt ist und sich dabei ein Bein gebrochen hat. Den Schaden beziffert der Halter auf gut 1500 Euro Tierarztkosten für den wertvollen Pfau. „Die Tiere gerieten in Stress und zeigten panische Reaktionen“, berichtete der Mann.

Zudem müsse er auch davon ausgehen, dass die Tiere sich jetzt in ihrem gewohnten Umfeld verängstig fühlen und verhaltensgestört reagieren. „Ein weiblicher Pfau geht schon seit mehrere Tagen nicht mehr aus dem Käfig und sitzt in seinem Nest“, berichtet der Besitzer. „Sie hat zwar keine äußerlichen Verletzungen, man muss aber von einer Art Gehirnerschütterung ausgehen, die sich die Pfauen-Dame beim Aufprall an das Gehegegitter zugezogen hat.“

Besitzer ist optimistisch

Glück im Unglück hatte der Mann mit seinem verletzten Tier, einem seltenen Ährenträger-Pfau (Pavo muticus), der in der Natur nur in Südostasien vorkommt: Sein gebrochener Oberschenkelknochen wurde fachgerecht geschient und mit einer elastischen Binde fixiert. Jetzt ist der Pfau sozusagen auf der Krankenstation des Geheges in einem Einzelkäfig untergebracht, um Ruhe zu haben. Und der Besitzer gibt sich optimistisch: „Etwa vier bis fünf Wochen wird es dauern, bis er hoffentlich wieder fit sein wird.“

Überschallknalle lassen Fenster vibrieren

Schmidmühlen
Hier ist der geschiente Oberschenkel des verletzten Ährenträger-Pfaues zu sehen.
Jetzt sind sie nur noch zu zweit in ihrem Gehege. Vor dem Überschallknall waren hier drei Pfaue untergebracht.
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