18.11.2018 - 19:04 Uhr
HohenburgOberpfalz

Volkstrauertag mahnt: Frieden nicht selbstverständlich

Mahnende Worte fand Bürgermeister Florian Junkes zum Volkstrauertag am Hohenburger Kriegerdenkmal. 99 Namen erinnern hier, in Stein gemeißelt, an die Opfer aus zwei Weltkriegen: Fast keine Familie blieb damals verschont.

Zum Gedenken an die Gefallenen und Vermissten aus zwei Weltkriegen legten Bürgermeister Florian Junkes und Schützenmeister Josef Scharr (KSK-Tell- und Burgschützen) in Hohenburg einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Die Trachtenkapelle umrahmte die Gedenkstunde.
von Paul BöhmProfil

100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg zu Ende ging. Und doch: "Es muss uns bewusst werden, dass die Zahl der bewaffneten Konflikte auf der Welt jedes Jahr steigt, ebenso die Opferzahlen", betonte Junkes.

Er verwies auf die vielen Namen am Kriegerdenkmal. In manchen Familien sind sogar mehrere Söhne gefallen oder als Vermisste nicht heimgekehrt: "Tragische Schicksale junger Menschen aus Hohenburg, denen neben einer Kindheit, die keine war, auch ein Leben in Frieden und Freiheit verwehrt geblieben sind", wie Junkes sagte. 30 Namen datieren aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, 42 weitere aus der des Zweiten Weltkriegs. Dazu kommen noch 27 Namen von vermissten Hohenburgern, deren Schicksale auch heute noch vielfach im Dunkeln liegen.

Aus dem Ersten Weltkrieg hätten die Menschen "nichts gelernt", bedauerte Junkes - "denn nur 21 Jahre später begann der Zweite Weltkrieg mit all seinen Grausamkeiten". Und inzwischen schrumpfe die Zahl derer, "die sich an Weltkriegsteilnehmer erinnern können oder selbst als Soldaten dabei waren". Der Volkstrauertag erinnere auch an Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, an Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, an Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihre Leben verloren haben. "Wir gedenken auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache zu Opfern geworden sind." Der Volkstrauertag mache bewusst, "dass uns Frieden und Freiheit nicht geschenkt werden oder gar selbstverständlich sind". Junkes forderte: "Wir alle müssen dafür etwas tun."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.