11.10.2018 - 14:47 Uhr
HohenfelsOberpfalz

Für neue Soldaten fehlen Wohnungen

US-Militärs informieren beim Bürgermeistertreffen über Übungen, Baumaßnahmen, Wohnungsmarkt und Arbeitsplätze. Eine Erkenntnis: Fast 50 Millionen US Dollar fließen heuer in die Infrastruktur des Truppenübungsplatzes Hohenfels.

Das Militärgelände in Hohenfels: Gut gefüllt ist der Terminkalender der US-Army mit Übungsterminen noch für heuer und auch schon für 2019.
von Paul BöhmProfil

(bö) "Community Connector" nennt sich das jährliche Treffen der Bürgermeister der Übungsplatz-Randgemeinden mit den US-Militärs aus Hohenfels. Beide Seiten bekräftigten auch diesmal das gute Auskommen miteinander. Viele amerikanische Soldaten leben mit ihren Familien im Umfeld des Übungsplatzes, sind dort gut integriert und nehmen am gesellschaftlichen Leben teil. Jetzt müssen die Militärs sogar auf Wohnungssuche gehen: Wegen der geplanten Truppenaufstockung fehlen etwa 60 Wohnungen.

Über den Übungsbetrieb informierte der Kommandeur der Operations Group des Joint Multinational Readiness Center (JMRC), Oberst Joseph E. Hilbert. Die Army sei auch bei großen Manövern bemüht, die Lärmbelästigungen durch Truppenbewegungen und Flügen so gering wie möglich zu halten, versicherte er. Seit Dienstag läuft die große Übung "Dragoon Ready 19". Mit "Combined Resolve XI" endet Mitte Dezember das Übungsgeschehen für dieses Jahr. Im April 2019 werden größere Einheiten der Bundeswehr zur Übung "Allied Spirit X" erwartet.

Hilbert kündigte "mehrere multinationale Übungen im nächsten Jahr" als Einsatz-Vorbereitung an. Bauliche Maßnahmen wird es im westlichen Teil des Areals mit einem neuen Graben- und Sperrensystem geben. Im Bereich der ehemaligen Ortschaften und Deinfeld ist die Freilegung der Absprungzone bereits erledigt. Ein kleineres Graben- und Sperrensystem bei Butzenhof ist noch im Bau. Im Bereich der Feldlandebahn bei Emhof werden Parkflächen für C-130-Hercules-Maschinen gebaut.

Wie Hilbert anmerkte, kommen etwa 1500 Soldaten samt Familien in die Oberpfalz, nach Grafenwöhr und Hohenfels. Die Aufstockung am Standort Hohenfels wirke sich auch auf die heimische Wirtschaft und den Wohnungsmarkt aus. Laut Robert Graf fehlen derzeit 60 Wohnungen und Häuser für ankommende Soldaten. In Schmidmühlen halten die Amerikaner 43, in Hohenburg 50 Wohneinheiten.

Beim Bürgermeistertreffen mit der US-Army stellte Martin Bauer (Mitte stehend) den Markt Schmidmühlen vor.

Info:

Airfield Commander Michael A. Spalsbury informierte über die Ausbildung der Feuerwehren aus Kallmünz, Hohenfels, Velburg und Hohenburg und ihrer US-Kollegen in Hohenfels in Zusammenhang mit Hubschrauberunfällen. Noch bis April 2019 gelte eine Flugzeit bis 24 Uhr. „In diesem Jahr haben wir 25 Anrufe zu Lärmbelästigungen erhalten“. Das Telefon am Airfield der US-Army in Hohenfels sei mit deutschsprachigem Personal rund um die Uhr unter 09472/83 26 14 erreichbar. Bernhard Weber berichtete, dass heuer knapp 50 Millionen Dollar in die Infrastruktur des Übungsplatzes investiert werden. „2013 waren es noch knapp 25 Millionen US-Dollar.“ Gut zu wissen sei es für lokale Firmen, dass in den nächsten Jahren zwei große Truppengebäude für „etwa 18 Millionen Euro in die Auftragsbücher kommen“. Die Zahl der Beschäftigten im Übungsplatz Hohenfels stagniert (derzeit 540), teilte Norbert Wittl (Büro für Öffentlichkeitsarbeit) mit. Für einige Positionen würden Kräfte gesucht. Ein neues Verkehrsleitsystem soll Militärfahrzeuge besser in den Truppenübungsplatz lotsen. Bürgermeistervertreter Martin Bauer merkte an, dass es bei der Ausfahrt in Emhof auf die Staatsstraße immer wieder zu gefährlichen Situationen komme. Er regte an, diese Stelle bei Kolonnenfahrten mit Verkehrsposten abzusichern. (bö)

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