Hildegard Siegert feiert ihren 90. Geburtstag in bewundernswerter Gesundheit. Noch immer wohnt sie eigenständig in ihrem Haus, führt ihren Haushalt und kocht gerne – auch für Gäste. Mit viel Freude baut sie zudem weiterhin Kartoffeln, Gemüse und Blumen in ihrem Garten an.
Die Jubilarin wurde am 23. August 1936 als Tochter von Berta und Georg Wiesnet in Ebersbach geboren, wo sie mit vier Geschwistern auf einem Bauernhof aufwuchs. Als ihre Mutter zusammen mit der jüngsten Schwester Christine kurz nach der Geburt starb, war Hildegard gerade acht Jahre alt. Ihr Vater war im Krieg, und der Großvater führte den Hof. 1946 heiratete ihr Vater Georg Margareta Hammer aus Ebersbach, wodurch Hildegard zu ihren Geschwistern Berta, Karl, Hedwig und Hermine noch einen Halbruder namens Georg bekam.
Man kann sich gut vorstellen, dass es auf dem Hof immer genug Arbeit für die Kinder gab und die Zeit nach dem Krieg für niemanden einfach war. Hildegard ging sehr gerne in die Schule nach Vilseck, wo sie besonders ihre Lehrerin, Schwester Sebastiana Knott, mochte. Danach musste Hildegard zuerst zu Hause mithelfen. Anschließend arbeitete sie bei Landwirten in Gressenwöhr und Sigl als Magd. Mit 21 Jahren lernte sie beim Tanzen in Schlicht den fünf Jahre älteren Hans Siegert aus Iber kennen. Ein Jahr später heirateten die beiden. Die größte Freude in ihrem Leben, erzählt die rüstige Rentnerin, seien die Geburten ihrer vier Kinder gewesen. Noch immer ist sie dankbar für Wolfgang, Annemarie, Hans und Ottmar, die immer gerne für sie da sind.
In Iber ist sie unter ihrem Hausnamen „Hodl“ bekannt, und fast alle Iberinger erinnern sich an Einkäufe in ihrem Kolonialwarenladen. Dort arbeitete sie seit ihrer Hochzeit, bis der Laden 2014 geschlossen wurde. Mit ihrem Mann Hans, der Mechaniker gelernt hatte, musste auch die Arbeit auf dem dazugehörigen Bauernhof erledigt werden, bis dieser 1970 verpachtet wurde. An Urlaub und Ferien war damals nicht zu denken, erzählt sie. Später genoss sie jedoch seltene Reisen nach Österreich und Hamburg. Sie schmunzelt bei der Erinnerung daran, dass es jedes Mal eine „halbe Weltreise“ war, wenn sie zu siebt zur Verwandtschaft nach Teublitz fuhren. Am Steuer ihres Autos "NSU-Prinz" war stets ihr Mann. „Ja, das war nicht wie heute, da gab es keine Gurte und die Kleineren mussten natürlich auf dem Schoß der Größeren sitzen.“
Die schlimmste Erfahrung, erinnert sie sich, war der schwere Motorradunfall ihres Sohnes Wolfgang. Noch immer ist sie ihrer Schwiegertochter dankbar: „Denn“, so Hildegard, „ohne die wäre der Wolfgang wohl nimma da!“ Natürlich war es auch hart für sie, dass ihr Mann 2022 mit 91 Jahren gehen musste. Doch es tröstet sie, dass er ganz friedlich auf dem Sofa eingeschlafen ist. Hildegard Siegert blieb stets zuversichtlich, bescheiden und zufrieden. Unkompliziert und mit viel Humor ist sie auch bei ihren fünf Enkeln und drei Urenkeln beliebt, die nun zusammen mit Verwandten, Bekannten und Freunden herzlich gratulierten. Hahnbachs zweiter Bürgermeister Georg Götz überbrachte im Namen der Gemeinde Geschenke und eine Medaille sowie im Auftrag von Landrat Richard Reisinger eine Kuscheldecke.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.