03.02.2020 - 16:54 Uhr
IllschwangOberpfalz

Vom Darlehenskassenverein zur Raiffeisenbank

Der Ort Illschwang begeht 2020 sein 900-jähriges Bestehen. 125 Jahre reicht die Raiffeisen-Geschichte dort zurück: Da bietet es sich an, zu zweit zu feiern.

Beim Festvortrag (von links): Die Vorstandsmitglieder Martin Sachsenhauser und Erich Übler, Pfarrer Thomas Schertel, Bürgermeister Dieter Dehling und Ortsheimatpfleger Richard Koller.
von Norbert WeisProfil

Ortsheimatpfleger Richard Koller fand mit seiner Idee einer gemeinsamen Veranstaltung offene Ohren bei Bürgermeister Dieter Dehling. Den Festvortrag im Landhotel Weißes Ross hielt mit Raiffeisen-Vorstandsmitglied Erich Übler ein gebürtiger Illschwanger. Er legte sein besonderes Augemerk auf die Filiale in Illschwang.

Sieben Jahre nach dem Tod des Begründers der Bewegung, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, entstand im Januar 1895 ein Darlehenskassenverein. Johann Bär aus Woppenthal, ein Ökonom und Landtagsabgeordneter, hatte den Anstoß gegeben. Rechner und erster Geschäftsführer war der damalige Bürgermeister Lorenz Hüpfner. Die Zinssätze für das Sparen lagen zwischen 2,5 und 3,5 Prozent. Kredite gab es bis 500 Mark, wobei generell fünf Prozent an Zinsen zu leisten waren. Blieb ein Mitglied der Generalversammlung fern, musste ein Bußgeld bezahlt werden.

Bis Ende 1895 kamen weitere 45 Mitglieder zum Darlehenskassenverein. Für landwirtschaftliche Zwecke schaffte er 1896 eine Getreidereinigungsmaschine an. 1910 kamen Überlegungen auf, gemeinsam mit den Nachbarvereinen Angfeld und Bachetsfeld in Sulzbach-Rosenberg ein Lagerhaus zu bauen, das unter der Geschäftsführung der Lagerhausgenossenschaft Amberg stehen sollte. Der Erste Weltkrieg machte diese Pläne zunichte. Ihm folgte eine Inflation, die fast drei Jahrzehnte Aufbauarbeit zerstörte.

Interessiert lauschen die Zuhörer den Ausführungen von Erich Übler.

1926 gab Lorenz Hüpfner die Geschäftsführung ab, die er seit 1895 innegehabt hatte. Zu Beginn der 30er-Jahre kam es zu Rückständen bei den Darlehensraten und Zinsen, weil sich die Einkommensverhältnisse der Landwirte verschlechterten. 1934 wurde aus dem Darlehenkassenverein eine Spar- und Darlehenkasse. 1938 entschloss man sich zum Kauf einer Getreidreinigungsanlage, wofür ein eigenes Gebäude erforderlich war. Von 1946 bis 1971 waren Johann Dehling aus Woffenricht Vorstandsvorsitzender und Paul Graml aus Wirsfeld Aufsichtsratsvorsitzende. 1954 erfolgte die Umbenennung zur Raiffeisenkasse Illschwang.

Das frühere Lagerhaus in Illschwang, das inzwischen nicht mehr steht.

Im gleichen Jahr beschloss eine außerordentliche Generalversammlung den Neubau eines Lagerhauses, für das Baukosten von 22 500 DM veranschlagt waren. 1968 überschritt die Bilanzsumme erstmals die Millionen-Marke; der Warenumsatz lag bei 200 000 DM. 1971 verschmolzen die Raiffeisenkassen von Illschwang und Bachtsfeld. 1979 kam dann noch Frechetsfeld hinzu.

So sah das Gebäude der Raiffeisenbank in Illschwang vor 25 Jahren aus.

1988 erfolgte der Umbau des Gebäudes in Illschwang. Ein weiterer großer Schritt war 1992 der Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Bachetsfeld/Frechetsfeld und Sulzbach/Hahnbach. 2013 erfolgte die bisher letzte große Baumaßnahme in Illschwang, wobei die Bäckerei Wenkmann mit integriert wurde.

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