12.05.2019 - 17:31 Uhr
IllschwangOberpfalz

Kirchenkonzert vereint Flöte und Orgel

Ein Kirchenkonzert der ganz besonderen Art erlebten die Zuhörer am Samstagabend in der simultan genutzten Pfarrkirche St. Vitus in Illschwang. Den kurzweiligen Abend gestalteten Michaela Beha an der Querflöte mit Markus Lommer (Orgel).

Geistliches Frühlingserwachen - "simultan" für Flöte und Orgel in Illschwang
von Externer BeitragProfil

Beide Musiker traten beim Geistlichen Frühlingserwachen - "simultan" für Flöte und Orgel in Illschwang sowohl solistisch an ihrem Instrument als auch gemeinsam im "ökumenischen" Duo auf: die evangelische Ärztin und der katholische Theologe ergänzten sich in idealer Weise zu einem Kammermusikensemble von höchster musikalischer Qualität.

Das sehr abwechslungsreiche Programm begann zunächst mit einigen Sätzen aus einer Sonate des Barockmeisters Georg Friedrich Händel für Flöte und Continuo, wobei beide Solisten gut sichtbar für alle Anwesenden im Chorraum der Kirche spielten. Dr. Lommer hatte hierfür sein transportables Orgelpositiv mitgebracht, eine kleine Truhenorgel, die sich hervorragend als Begleitinstrument für diese Musik eignet.

Große Spielfreude

Nach der Begrüßung durch den evangelischen Ortspfarrer Thomas Schertel und einem Stück Carl Philipp Emanuel Bachs (Sohn von Johann Sebastian Bach) wechselten dann die Ausführenden auf die Empore. Dort erklang das Präludium in G-Dur BWV 568 des noch sehr jungen Johann Sebastian Bach, das vom Organisten virtuose Pedaltechnik sowie einerseits vollgriffiges und andererseits geläufiges Spiel mit den Händen abverlangt, welches Lommer mit variierenden Tempi und Spielfreude präsentierte.

Die spätromatisch disponierte Steinmeyer-Orgel kam besonders gut in den vier kleinen Charakterstücken von Johann Christian Heinrich Rinck und (mit Flöte) bei den drei Walzern von Theodor Blumer zur Geltung. Musikalischer Höhepunkt des Konzertes war dann aber doch die dreisätzige Sonate Es-Dur für Flöte und obligates Begleitinstrument, die Beha und Lommer mit feiner Artikulation vor allem im wunderschönen kantablen Siciliano und zupackender Musikalität in den beiden Ecksätzen darboten.

Zwei Ausnahmekünstler

Im "Danse de la chèvre" (Tanz der Ziege) des französisch-schweizerischen Komponisten Arthur Honegger demonstrierte Beha die ganze Bandbreite ihrer Flötenkunst: vom langsamen Beginn mit Tritonus- und Quartintervallen bis zum Motiv, das die bockbeinigen Ziegensprünge darstellt. In seiner eigenen Improvisation mit dem Titel "Frühlingserwachen der Orgelpfeifen aus ihrem Winterschlaf" gelang Lommer spontan und ohne schriftliche Vorlage ein extravagantes Kabinettstückchen: Angefangen von den tiefen und langgehaltenen Basstönen entwickelte er ein Musikwerk, in das er auf geniale Weise dem Publikum bekannte Lieder ("Wachet auf", "Wir wollen fröhlich sein", "Wie lieblich ist der Maien", "Alle Vöglein sind schon da") einbaute. Den beschwingten Abschluss gaben beide mit einem spanischen Tanz von Moritz Moszkowski. Alles in allem: zwei Ausnahmekünstler, ein gelungener Abend für einen guten Zweck (Benefiz-Konzert zugunsten des Fördervereins Simultankirchen), langanhaltender Beifall und zwei Zugaben.

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