Immenreuth
14.01.2019 - 12:14 Uhr

Gemeinde hält zusammen

Ein durchaus schwieriges Jahr liegt hinter der Gemeinde Immenreuth. Zweiter Bürgermeister Josef Hecht schafft es mit der Verwaltung, die Kommune wieder in ein ruhiges, zukunftsorientiertes Fahrwasser zu lotsen.

Der Chor „Bunte Töne“. Bild: bkr
Der Chor „Bunte Töne“.

"Dahoam is Dahoam": Das von den Bunten Tönen unter Leitung von Katharina Hößl angestimmte Lied zum Auftakt des Empfangs beschrieb den Wert der Heimat. "Es ist wunderschön, das Land wo i auf d'Welt kommen bin", heißt es in der ersten Zeile des Liedes. Immenreuth wird es trotz der aufgetretenen Probleme bleiben.

Den Zusammenhalt und den Gemeinschaftssinn unterstrichen die vielen Gäste. Josef Hecht begrüßte unter ihnen die Träger der Bürgermedaillen Heinrich Thurn und Christof Engelbrecht, die Kreisräte Bernhard Söllner und Alfred Schuster, Bezirksrat Toni Dutz, Leiter des SOS-Kinderdorfs Holger Hassel, viele Vertreter aus den Bereichen Gesundheit, Banken und Unternehmen sowie ganz herzlich die zahlreichen Abordnungen der Vereine. Viele Gäste mit längerer Anfahrt mussten ihre Teilnahme aufgrund der winterlichen Verhältnisse absagen.

"Unser sehr gut funktionierendes Gemeindeleben ist all den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu verdanken, die das gesamte Jahr über - ob für die Kleinsten unserer Gemeinde oder bis hin zu den Senioren beziehungsweise den bei uns untergebrachten Flüchtlingen - ihre Hilfe und Unterstützung anbieten", umschrieb Josef Hecht den gelebten Gemeinschaftssinn. Nach seinen Worten seien diese Leistungen nicht in Medaillen zu ehren, sondern dafür sei ein herzliches Vergelt's Gott auszusprechen.

Aufgaben auferlegt

Die kritisierte Harmonie im Gemeinderat möchte er sich nicht von Außen durch Störfeuer torpedieren lassen. "Ich persönlich sehe darin einen gewissen Neid, da in der Vergangenheit ein anderes Klima im Gremium herrschte."

In seinem Rückblick auf das Jahr 2018 sprach er das Baugebiet der Steinäcker, die Friedhofsanierung und die Schaffung eines schnellen Internets in der gesamten Gemeinde an. Zum Erwerb des sogenannten Buchbinderanwesens, ehemaliges Veiglwirtshaus, versicherte er, mit dem Neubau eines Mehrzweckgebäudes mit Ruhezone werde es mit Sicherheit keine Lärmbelästigung in Form eines Jugendzentrums geben.

Vieles ermöglicht die gewährte Stabilisierungshilfe von 1,2 Millionen Euro, in der Zukunft zu verwirklichen, vor allem den längst überfälligen Bereich des Straßenbaus anzugehen. Keinen Sinn mache es mehr, zahlreiche desolate Straßen zu sanieren. "Nur durch einen Neubau kann etwas Ordentliches geschaffen werden", ergänzte Josef Hecht. Er schränkte aber auch ein, dass mit der Stabilisierungshilfe gewisse Auflagen auferlegt wurden. So zum Beispiel Schulden abzubauen, Ausgaben zu senken und Einnahmen zu generieren. "Ich will damit sagen, dass nicht alles Wünschenswerte damit umgesetzt werden kann und darf."

Das Baugebiet Steinäcker und das Gewerbegebiet Ost genießen größte Aufmerksamkeit. In den kommenden sechs Monaten können die Baumaschinen im Baugebiet Steinäcker zum Einsatz kommen, erhoffte Hecht. Ebenso sieht er nach Abschluss des ersten Abschnittes im Friedhofsbereich weitere Baumaßnahmen. Sicherlich in Angriff genommen werde der Ausbau des Mühlwegs mit Neubau der Brücke. Was noch in diesem Jahr anstehe, seien die Sanierungen der kommunalen Trinkwasserquellen in der Daseinsvorsorge. Hecht verriet, dass mehrere Gespräche mit Fachbehörden geführt worden seien.

Eifer bei Bürgerfest

Nach den Worten von Josef Hecht würden sicherlich noch weitere Herausforderungen zu meistern sein. Die Problemlösungen im vergangenen Jahr haben die Gemeinde zusammengeschweißt, nur dadurch konnten schwierige Fragen gelöst werden. Darin sei eine gut funktionierende Gemeinde erkennbar, wenn selbst kleinste Zahnräder das große Schwungrad antreiben, umschrieb er den gelebten Gemeinschaftsgeist.

Das Engagement der Bürger entdeckte er auch im Eifer bei den Vorbereitungsarbeiten für das Bürgerfest. Hecht liegen deshalb die Aktivitäten der Vereine und Verbände besonders am Herzen. "Halten wir weiterhin so gut zusammen, helfen wir dort wo Hilfe erforderlich ist, um unseren Kindern und Enkeln eine hoffentlich aufstrebende, zusammenhaltende Gemeinde zu hinterlassen."

In eine immer unruhiger werdende Welt schaute Bezirksrat Toni Dutz und sah uns auf einer Insel der Glückseeligen umgeben von Brexit, Gelbwesten, Populisten und vielen Formen von Gewalt. Er stellte die Aufgaben des Bezirks mit seinem 500 Millionen Euro großen Haushalt vor. Er versprach, alles zu tun, dass nach dem Neubau der Realschule in Kemnath das Sonderpädagogische Förderzentrum in Immenreuth bleibt. Die Bunten Töne sangen zum Ende der Veranstaltung das Lied "Momentensammler" und ließen das Gemeindeleben zum Schluss mit "Ein Hoch auf uns" hochleben.

Amtierender Bürgermeister Josef Hecht wertet den Zusammenhalt in der Gemeinde dafür, aus den Turbulenzen gekommen zu sein. In die Zukunft blickt er deshalb positiv. Bild: bkr
Amtierender Bürgermeister Josef Hecht wertet den Zusammenhalt in der Gemeinde dafür, aus den Turbulenzen gekommen zu sein. In die Zukunft blickt er deshalb positiv.
Die vielen Besucher beim Neujahrsempfang zeigem, dass das Gemeindeleben aktiv mit gestaltet wird. Bild: bkr
Die vielen Besucher beim Neujahrsempfang zeigem, dass das Gemeindeleben aktiv mit gestaltet wird.
Amtierender Bürgermeister Josef Hecht wertet den Zusammenhalt in der Gemeinde dafür, aus den Turbulenzen gekommen zu sein. In die Zukunft blickt er deshalb positiv. Bild: bkr
Amtierender Bürgermeister Josef Hecht wertet den Zusammenhalt in der Gemeinde dafür, aus den Turbulenzen gekommen zu sein. In die Zukunft blickt er deshalb positiv.
Die vielen Besucher beim Neujahrsempfang zeigem, dass das Gemeindeleben aktiv mit gestaltet wird. Bild: bkr
Die vielen Besucher beim Neujahrsempfang zeigem, dass das Gemeindeleben aktiv mit gestaltet wird.
Die vielen Besucher beim Neujahrsempfang zeigem, dass das Gemeindeleben aktiv mit gestaltet wird. Bild: bkr
Die vielen Besucher beim Neujahrsempfang zeigem, dass das Gemeindeleben aktiv mit gestaltet wird.
Bezirks- und Kreisrat Toni Dutz gibt Immenreuth die Hoffnung, das Sonderpädagogische Förderzentrum nicht zu verlieren. Bild: bkr
Bezirks- und Kreisrat Toni Dutz gibt Immenreuth die Hoffnung, das Sonderpädagogische Förderzentrum nicht zu verlieren.
Die „Bunten Töne“ im Vordergrund mit Leiterin Katharina Hößl. Im Hintergrund die Gäste. Bild: bkr
Die „Bunten Töne“ im Vordergrund mit Leiterin Katharina Hößl. Im Hintergrund die Gäste.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.