16.08.2020 - 09:57 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Irchenrieth plant Waldkindergarten

Nicht nur Häuser schießen in Irchenrieth wie Schwammerl aus dem Boden. Der Bauboom bringt junge Familien ins Dorf. Trotz Erweiterung ist der Kindergarten schon wieder zu klein. Bürgermeister Josef Hammer reagiert.

Bürgermeister Josef Hammer und Planer Roland Pflaum (von links) zeigen die Planunterlagen für den angestrebten Waldkindergarten in Irchenrieth kurz vor der Sitzung am Standort hoch über der Gemeinde. Die Kinder werden eine fantastische Aussicht genießen.
von Ernst FrischholzProfil

"Bauvoranfrage auf Errichtung eines Waldkindergartens" stand auf der Ladung zur Gemeinderatssitzung. Die Bauvoranfrage hatte die Gemeinde an sich selbst gestellt. Die Gründe erläuterte Bürgermeister Josef Hammer in der Gemeinderatssitzung.

Der bestehende Katholische Kindergarten St. Otto, erst vor 2 Jahren auf 4 Gruppen und für 94 Kinder zugelassen, stößt laut Kindergartenleitung schon wieder an seine Kapazitätsgrenzen. In Abstimmung mit Pfarrer Alfons Forster sei Hammer das Problem angegangen. Denn: Die Diözese fördert keinen zweiten Kindergarten innerhalb der Pfarrei. "Also habe ich mich auf die Suche nach einen weiteren Träger gemacht", informiert der Gemeindechef der Gemeinderat. „Learning Campus“ sei die Lösung. Die Einrichtung mit Benjamin Zeitler an der Spitze betreibt bereits Waldkindergärten im Landkreis. Zum Beispiel den Waldkindergarten in Weiden am Butterhof.

"Ich war skeptisch, als ich mit Roland Pflaum zum Butterhof fuhr, aber wir gingen nach der Besichtigung begeistert heim. Deshalb lautet Hammers Lösung: ein Waldkindergarten für Irchenrieth.

Zweiter Schritt ist nun die Standortsuche. Hier sei das Grundstück von Willi Schwab oberhalb seiner Hackschnitzelheizanlage mit dem angrenzenden Gemeindewald geradezu ideal, meint Hammer. "600 Quadratmeter brauchen wir vom Schwab und die gibt er uns", informiert der Bürgermeister. Das Jugendamt und die verschiedenen Fachstellen seien mit vor Ort gewesen und hätten das vorläufige Konzept, das Hammer mit Gemeinderat und Architekt Pflaum vorbereitet hatte, sehr positiv bewertet. "Wir wollen schon was Schönes schaffen", sagt Hammer und denkt dabei an Holzcontainer.

"Um eine Genehmigung zu beschleunigen, reichen wir erst einmal diese Bauvoranfrage ein", schloss Hammer seine Ausführungen. Die Gemeinderäte stimmten unisono dem Vorhaben zu.

Was unterscheidet den Waldkindergarten von einem normalen Kindergarten?

Amberg
Der neue Waldkindergarten:

Eckdaten

100.000 Euro Kosten setzt er dafür an. Im Vergleich würde der Bau eines herkömmlichen Kindergarten weit über eine Million Euro verschlingen. Auf 24 Kinder ausgelegt und leicht erweiterbar, können Buben und Mädchen ab einem Alter von zwei Jahren und neun Monaten den Waldkindergarten besuchen. Die Einrichtung wird nicht mit dem Auto anfahrbar sein, erklärt Hammer. Bringplatz wäre der Abzweig an der Kreisstraße nach Kaimling. Und: Die Verwirklichung wäre ganz schnell möglich. Dass durch den Waldkindergarten quasi eine Konkurrenz zum bestehenden Kindergarten geschaffen werde, verneinte Hammer. Hier liege ein vollkommen anderes pädagogisches Konzept zugrunde. Und: die Kinder könnten von der Krippe auch in den Waldkindergarten wechseln. Es soll eine Kooperation geben.

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