14.06.2021 - 10:48 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Irchenrieths neue Stars: Storchenpaar auf dem Schornstein

Ein Storchenpaar anzusiedeln, ist ein Unterfangen. Man bereitet ein Nest vor und wartet. Nicht so in Irchenrieth. Obwohl den Storch zunächst niemand auf der Rechnung hatte, ist er nun da.

Hoch auf dem Schornstein mit Blick ins Dorfzentrum. Die beiden Störche sind die neuen Stars und ein Junges ist schon geschlüpft. Hoffentlich folgt das Zweite nach.
von Ernst FrischholzProfil

Ein Storchenpaar hat sich auf dem Schornstein der ehemaligen Höslbrauerei in Irchenrieth, jetzt die Brauerei Molter, niedergelassen. Auch der Nachwuchs sitzt schon im Nest. Lino Molter, der die Brauerei vor einigen Jahren übernommen hat, hatte eher seinen Sudkessel als den Schornstein im Blick. Doch vor zwei Jahren kam ein Storch nach Irchenrieth und setzte sich auf einen Kamin, der nicht mehr in Betrieb war.

Auf dem Schornstein befand sich eine Jahrzehnte alte Holzkonstruktion, die laut Molter scheinbar dem Schutz und besseren Abzug diente. Genau das fand Adebar passend. 2019 ließ er sich hier nieder und begann Äste für ein Nest aufzuschichten. Aber es kam kein Weibchen. Die Wohnung war wohl noch zu spartanisch.

Enttäuscht verließ der Jungstorch nach ein paar Wochen das Nest. Aber er hatte Irchenrieth wohl ins Herz geschlossen. Letztes Jahr flog er wieder an und baute weiter und siehe da, auch ein Weibchen ließ sich nieder. Doch statt dem erhofften Nachwuchs begannen Storchenkämpfe. Entweder ein anderer Kollege hatte sich ins gebaute Nest gesetzt oder es gab Neider. "Leider sind die beiden Störche unverrichteter Dinge nach ein paar Wochen abgezogen", erinnerte sich Molter.

Doch 2021 schien es besser zu laufen. Am 5. März, daran erinnerte sich Molter genau, weil er da braute, kam der Storch und legte „letzten Schnabel“ ans Quartier an. Nach einem Monat folgte die Storchendame, und die Familiengründung begann. Lino Molter hatte sich schon vor zwei Jahren mit dem Landesverband für Vogelschutz in Verbindung gesetzt.

Was könne er machen, damit die Störche bleiben, wollte er von den Fachleuten wissen. "Tun Sie einfach nichts", lautete die Antwort. Irgendwann stellte Molter fest, "dass sich da wohl was getan hat". Er organisierte sich eine Drohne und wagte einen Blick ins Storchennest. Und siehe dann: es gab Nachwuchs. Im Nest sitzt ein kleines Junges und ein noch nicht ganz ausgebrütetes Ei liegt daneben. Deshalb hofft Molter auf einen zweiten Jungstorch. Das wäre eine Attraktion für seinen direkt unter dem Storchennest geplanten Biergarten.

Traurige Gewissheit

Floss

 

 

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