07.05.2020 - 11:19 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Zeitvertreib auf dem Kartoffelacker

Julian (8) und Simon (4) leiden unter den Corona-Einschränkungen. Sie dürfen zurzeit nicht auf den Hof zu ihrem Opa, Bauer Fritz, und zur Oma Christa. Aber die Großeltern haben sich für ihre Jungs was einfallen lassen.

Schweres Gerät haben der Simon und Julian aufgefahren. Unter Aufsicht von Mama Sonja (von links) werden die Kartoffeln ausgelegt.
von Ernst FrischholzProfil

"Zu Hause, jetzt im Frühling, bei dem schönen Wetter vor dem Fernseher in der Wohnung sitzen, da kann ich die beiden nicht mehr halten". Damit meint Mama Sonja ihre beiden Söhne Julian und Simon. Normal wären sie früh in der Schule und Kindergarten und nachmittags als Beifahrer auf dem Bulldog mit dem Opa bei der Feldarbeit. "Ihre liebste Freizeitbeschäftigung ist es, auf dem Feld mitarbeiten", erzählt Mama Sonja.

"Geht nicht, gibt’s nicht", sagt Oma Christa, langjährige frühere Kreisbäuerin namens Christa Kick. Weil's jetzt die Kontaktbeschränkungen gibt, und Covid 19 noch lange durchschlagen wird, leierte Oma Christa ein Langzeitprojekt für ihre beiden Enkel an. Da spielt ihr natürlich in die Karten, dass Tochter Sonja und Ehemann Martin gegenüber in der Neubausiedlung noch ein Grundstück haben. Hier begann die Aktion. Die beiden Jungs sind begeisterte Kartoffel-Esser, und das war der Grundgedanke. Selbstversorgung und Natur per Ackerbau. Der Julian und Simon konnten vom Haus aus beobachten, wie Opa Fritz für sie den kleinen Acker 50 Meter vom Haus entfernt hergerichtet hat. Dann traten die beiden in Aktion. Natürlich mit „schwerem Gerät“.

Erst einmal wurden Kartoffeln ausgelegt. Natürlich per Telefonhotline mit Opa Fritz instruiert. Der ackerte dann die Kartoffeln auch wieder ein. Nach diesem Superstart hat Oma Christa schon weitere Ideen, die umgesetzt werden. Zur Straße Richtung Gleitsmühle ein Blühstreifen mit Sonnenblumen, ein kleine Schmetterlingswiese, dann neben den Kartoffeln noch Erbsen aussähen und Mais stecken, als Futter für die beiden Hasen von Julian und Simon. Mama Sonja ist begeistert von der Idee. Täglich kontaktieren die Enkel Opa Fritz übers Telefon und erstatten Bericht. Der gibt wiederum die entsprechenden Tipps. Natürlich ist es ein Langzeitprojekt, weiß Mama Sonja. Da wird den ganzen Sommer die Pflege laufen müssen. Aber jetzt schon reden der Julian und der Simon von der Krönung: Im Herbst die Kartoffelernte bei einem Kartoffelfeuer mit Freunden und Nachbarn.

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