Dahinter steckt Wigg Bäuml. Selbst einer von ihnen, hat er den Oberpfälzern mit dem Gemälde einen augenzwinkernden Spiegel vorgehalten. Schon zu Beginn seiner Karriere thematisierte der Kallmünzer Künstler die Spannbreite zwischen Selbstwahrnehmung und Erscheinungsbild, zwischen Heimat und vermeintlich Fremdem. Genau da knüpft Wigg Bäuml mit seiner aktuellen Ausstellung an. Im "Kunstraum Wigg" im Bertholzhofener Schlösschen in Kallmünz vereint er derzeit zwei unterschiedliche Stränge, die zusammen bestens funktionieren: Eigene Werke sowie afrikanische Kunst schlagen eine Brücke zwischen der Oberpfalz und dem Schwarzen Kontinent.
Fundstücke aus der Natur
Der "Opf" ist nicht die einzige Arbeit Bäumls, die sich einfügt in die Harmonie aus Holz, Naturmaterialien und archaischen Formen. Ohne Berührungsängste gehen traditionelle afrikanische Skulpturen und durch Bäuml künstlerisch behandelte Fundstücke aus der Natur eine faszinierende Symbiose ein.
"Afrika trifft auf Kallmünz" lautet der Titel der Schau. Der Rundgang gleicht der Betrachtung einer Wunderkammer. Anders als in alten Kuriositätensammlungen ist bei dieser Ausstellung die Hochachtung vor dem Fremden spürbar. Die afrikanischen Stücke stammen von befreundeten Sammlern oder aus Bäumls Beständen. In opulenter Fülle, aber dennoch nicht überladen hängen und stehen Masken und Skulpturen, die böse Kräfte und Krankheiten abwehren sollten, neben versilberten Wurzeln oder gekohlten Holzstücken aus Bäumls Hand.
Wesen mit überspitzt dargestellten Brüsten und Bauchnabeln reihen sich neben seinen Wurzelkompositionen. Bronzekatzen räkeln sich vor grimmig dreinblickenden "Opfs". Ein gestreiftes Zebra tarnt sich besser im Birkenwald als eine mit korallenroten Perlen besetzte Maske. "Afrikanische Kunst vereint die künstlerische Produktion vieler verschiedener Ethnien", sagt der Künstler. Bei aller Faszination fürs vermeintlich ferne Ursprüngliche: Exotik und Heimat liegen für Bäuml nicht allzu weit auseinander. "Zwei Masken aus Burkina Faso haben mich an meine Kindheit erinnert", berichtet er. Ob "Haferweiberl", "Kornmandl" oder "Schlangenbrecher" - eine geheimnisvolle Kraft verbindet sie alle.
Matinee mit Sabine Läufer
Die Ausstellung ist im "Kunstraum Wigg", Vilsgasse 24, in Kallmünz zu sehen. Sie ist am Samstag und Sonntag, 26. und 27. Mai (14 bis 17 Uhr) geöffnet, danach auf Anfrage. Am 3. Juni (11 Uhr) findet eine Matinee statt, in der Sabine Läufer mit "Texten aus und über Gambia" statt. Informationen gibt es unter Telefon 09473/1655, unter 0170/2853115 oder im Internet unter www.kunstraum-atelier-wigg.de













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.