Kaltenbrunn bei Weiherhammer
17.07.2018 - 12:08 Uhr

Zum letzten Mal in der "Anker"-Gaststube

Wirtin Erna Poß feiert ihren 80. Geburtstag ein letztes Mal in ihrem Reich.

Ein runder Geburtstag, der mit viel Wehmut gefeiert wird: Erna Poß genießt ihren 80. Geburtstag und die vielen Glückwünsche noch einmal in der Gaststube "Zum goldenen Anker". Das Wirtshaus schließt. bk
Ein runder Geburtstag, der mit viel Wehmut gefeiert wird: Erna Poß genießt ihren 80. Geburtstag und die vielen Glückwünsche noch einmal in der Gaststube "Zum goldenen Anker". Das Wirtshaus schließt.

(bk) 57 Jahre war die Gaststube ihr Wohnzimmer und da feierte Erna Poß auch ihren 80.Geburtstag. An ihrem Ehrentag stand sie nicht am Tresen, brauchte sie keine Gäste zu bedienen. Dafür musste sie vom Frühschoppen bis in die Nacht viele Hände drücken. Am Sonntag war der Gasthof "Zum goldenen Anker" letztmals Treffpunkt für mehrere Vereinsabordnungen und Stammtische, die der Wirtin ihre Glückwünsche überbrachten. Dabei schwang aber auch Wehmut mit, denn ab sofort bleibt das Lokal geschlossen. Im Markt geht wieder ein Stück Wirtshauskultur verloren. "Es fallt ma scho schwer", gesteht die Erna und das ist auch verständlich, denn sie hing mit Leib und Seele an ihrer Berufung. Allein gesundheitliche Gründe sind es, denn fast sechs Jahrzehnte oft von früh bis spät auf den Beinen, haben ihre Spuren hinterlassen. Deshalb hatte die "Ankerwirtin" bereits seit zwei Jahren auch zur Martinikirwa nicht mehr ausgekocht.

Als ihr Mann Ludwig 1982 mit nur 48 Jahren starb, musste die aus Kürmreuth stammende Jubilarin Kindererziehung und Wirtshaus unter einen Hut bekommen. Und sie meisterte diesen Schicksalsschlag. Die während der Ausbildung im früheren Hotel Schmid in der Weidener Altstadt erworbenen Kochkenntnisse kamen ihr zugute. "Besonders die von ihr zubereiteten Karpfen und der Kartoffelsalat sowie die Sulzen waren ein Gedicht", schwärmen die Gäste noch heute.

In die Gratulantenschar reihten sich mit drei Geschwistern und Verwandten auch ein: Pfarrer Matthias Weih, Bürgermeister Herbert Rudolph, die Reitsportgemeinschaft Großschönbrunn-Seugast, Christa Heidrich und Emma Kummer für den evangelischen Frauenkreis, Erwin Schönl (Siedlergemeinschaft), Rudi Prölß (Imker), Sepp Pritzl und Robert Häusler (FC). Mit einer Urkunde dankte SPD-Vorsitzender Reinhold Tafelmeyer für 50-jährige Gastfreundschaft.

Die Familie lag ihr immer am Herzen und umgekehrt ist es auch so. Sohn Andreas und Tochter Heidi sowie die vier Enkelkinder sind gerne bei der Mama und Oma.


 
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