08.09.2020 - 12:56 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Expansion sorgt für mehr Unabhängigkeit

Seit über 50 Jahren ist die Firma IEM Fördertechnik in Kastl angesiedelt: Vor allem in der jüngsten Vergangenheit hat sich ihr Tätigkeitsbereich vergrößert. So bietet das Unternehmen auch Lösungen beim Rückbau von Kernkraftwerken an.

Abgeordneter Albert Rupprecht besuchte mit dem Kastler Bürgermeister Hans Walter (Fünfter und Vierter von links), Zweiter Bürgermeisterin Michaela Veigl und VG-Geschäftsstellenleiter Reinhard Herr (von links) die Firma IEM Fördertechnik: Gesprächspartner waren die geschäftsführenden Gesellschafter Ralf Zander und Alexander Remes (von rechts) sowie Mitarbeiter Michael Koch (Dritter von links).
von Holger Stiegler (STG)Profil

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, Bürgermeister Hans Walter, dessen Stellvertreterin Michaela Veigl sowie der Geschäftsleiter der VG Kemnath, Reinhard Herr, waren bei der Leitung der Firma IEM Fördertechnik zu Gast. Die geschäftsführenden Gesellschafter Alexander Remes und Ralf Zander gaben ihnen einen Rückblick, aber vor allem einen interessanten Ausblick.

Nach dem Kauf im Mai 2014 galt es zunächst, das Unternehmen neu auszurichten und wieder auf eine nachhaltige Erfolgsspur zu bringen. Seitdem konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden. Positiv habe sich auch wieder die Anzahl der Mitarbeiter entwickelt, wobei aktuell dringend Fachpersonal und Auszubildende gesucht werden.

Portfolio erweitert

"Durch die Erweiterung unseres Portfolios haben wir uns auf dem Markt wesentlich breiter aufstellen können, wodurch wir das Unternehmen weiter ausbauen konnten und nun auch unabhängiger von einzelnen Branchen sind", erklärte Alexander Remes. Vor allem in den vergangenen drei Jahren sei durch Umstrukturierungen, Zukäufe von Unternehmungen und Kooperationen ein großer Verbund innerhalb der Firmengruppe geschaffen worden. So sei erst vor wenigen Wochen eine Firma im nordrhein-westfälischen Gescher als eigenständiges Tochterunternehmen im Bereich der Tragrollenfertigung übernommen worden.

Michael Koch, verantwortlich für die Neuerschließung von Geschäftsfeldern, informierte über die neu aufgebauten Betätigungsbereiche. Im Bereich der Stückgutfördertechnik befasst man sich mit der Planung, Bau und Montage von Fördersystemen für schwere Ladungsträger. Mit dem Produktportfolio aus angetriebenen Rollenbahnsystemen mit kompletter Steuerungstechnik werden vor allem Kunden in der Automobil- und Zuliefererindustrie bedient.

Ein neues Geschäftsfeld hat sich im Bereich des Rückbaues von Kernkraftwerken aufgetan. Hier bietet das Unternehmen Lösungen beim Abtransport von leicht radioaktiv kontaminiertem Material an, ebenso Anlagen zum Transport freigemessener Reststoffe, die beim Rückbau gewonnen werden. Hier erwartet Remes in den kommenden Jahren einen deutlich wachsenden Bedarf an Lösungen.

Eigene Wissenschaftsabteilung

Weiterhin befasse sich das Unternehmen auch mit Umwelttechnik, insbesondere mit der Reduzierung der Schadstoffe in Kohlekraftwerken. Vor allem der Quecksilberausstoß spiele hier eine wichtige Rolle, berichtete Zander. Eine eigene Wissenschaftsabteilung entwickle neue Verfahren zur Reduzierung der Schadstoffemissionen.

"Der positive Blick in die Zukunft ist wichtig für das Unternehmen", meinte Bürgermeister Hans Walter im Gespräch. Auch gegenüber Bundestagsabgeordnetem Rupprecht wurde deutlich, dass es im Bereich der Bürokratie große Hürden gibt, die ein agiles Handeln beeinträchtigen. Große Herausforderungen werde es künftig bei der Aus- und Weiterbildung durch die Veränderungen im Bereich Industrie 4.0 geben. Ein wichtiger Meilenstein werde neben dem Wandel der dualen Ausbildung auch die ständige überbetriebliche Weiterentwicklung langjähriger Mitarbeiter sein.

Rupprecht informierte in diesem Zusammenhang darüber, dass er mit den Verantwortlichen vor Ort die beruflichen Anforderungen für die Zukunft erarbeite. Ihm sei bewusst, dass sich die Wirtschaft und der öffentliche Bereich in der Region zum Teil neu aufstellen müssten, um erfolgreich zu bleiben. Deshalb müsse man starke Netzwerke aufbauen, um gemeinsam die Veränderungen angehen und umsetzen zu können. Zugleich appellierte Rupprecht an die Unternehmer, bestehende Förderprogramme zu nutzen beziehungsweise verstehen zu geben, wo in den kommenden Jahren konkreter Bedarf bestehe.

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