08.03.2021 - 13:42 Uhr
KemnathOberpfalz

1,6 Millionen Euro für Breitbandausbau

Aus Bundesmitteln erhält Kemnath 1,62 Millionen Euro, um über 220 Haushalte ans schnelle Internet anzuschließen. Doch das ist bei den geplanten Breitbandausbaumaßnahmen der Stadt nur die "halbe Wahrheit".

Für rund 8,2 Millionen Euro wird die Stadt Kemnath in naher Zukunft knapp 940 Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Nach der Bewilligung von Bundesmitteln sollen in einem ersten Schritt fast 230 Haushalte angeschlossen werden.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Die Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht (CSU) und Uli Grötsch (SPD) vermelden in ihren Pressemitteilungen die Bewilligung von Bundesmitteln beziehungsweise die Übergabe des Zuwendungsbescheides durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für den Breitbandausbau in bisher unterversorgten Gebieten. Die Summe von 1,62 Millionen Euro ist die Hälfte der Gesamtinvestitionen in Höhe von 3,23 Millionen Euro, für die die Stadt Kemnath beim Bund eine Förderung beantragt hat.

Geld auch vom Freistaat

Wie Bürgermeister Roman Schäffler auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erläutert, sollen mit diesem Geld 227 Haushalte, die eine Anschlussgeschwindigkeit von unter 30 Megabit pro Sekunde aufweisen, ans schnelle Internet angeschlossen werden. Davon befinden sich 84 in östlichen Ortsteilen, 28 im westlichen Bereich und 115 direkt im Stadtgebiet. Wie der Bürgermeister weiter ausführt, erwartet das Rathaus hier zudem als Co-Finanzierung zum Bundesförderprogramm vom Freistaat rund 1,2 Millionen Euro. Für "etwa 400 000 bis 450 000 Euro" müsse die Stadt dann noch selbst aufkommen, schätzt Schäffler.

"1,2 bis 1,3 Millionen Euro werden an der Stadt hängen bleiben, aber das ist es uns wert."

Bürgermeister Roman Schäffler

Doch mit dem Anschluss der 227 Haushalte ist noch lange nicht Schluss. In einem zweiten Schritt werden weitere 712 Haushalte folgen, wofür ebenfalls Fördermittel beim Freistaat abgerufen werden sollen. Dann allerdings über die bayerische Gigabitrichtlinie. Als Kosten für beide Projekte, also für zusammen 939 Haushalte, nennt Schäffler rund 8,2 Millionen Euro. "1,2 bis 1,3 Millionen Euro werden an der Stadt hängen bleiben, aber das ist es uns wert", betont der Rathauschef.

Stadt als Bauherr

Die beiden Maßnahmen unterscheiden sich nicht nur bei der Förderung, sondern auch in der Art der Umsetzung. Laut Schäffler greift die Stadt bei der Versorgung der 227 Haushalte mit Highspeed-Internet auf ein sogenanntes Betreibermodell zurück, das bedeutet: "Wir schreiben die Bauleitung aus und vermieten dann das Netz." Bei der Wirtschaftlichkeitslücke, die im zweiten Erschließungsschritt zum Tragen kommen wird, wird der Betreiber ausgeschrieben, der dann auch für die baulichen Maßnahmen zuständig ist.

Vorteil des Betreibermodells sei, dass die Kommune schneller bauen könne als die Telekom oder Kabel Deutschland. Wie Magdalena Dumler, Breitband-Patin in der Verwaltung, ergänzt, liege sonst der Realisierungszeitraum bei 48 bis 60 Monaten. Ihr und Schäffler ist klar: "Für stark unterversorgte Gebiete ist das zu lang."

"Speziell in der aktuellen Situation mit hohem Bedarf an Bandbreite für die Arbeit im Homeoffice ist ein schnellstmöglicher Ausbau der Infrastruktur zwingend notwendig", wird der Bürgermeister daher in dem Schreiben von Rupprechts Büro zitiert. Gerade im ländlichen Raum komme dem Breitbandausbau im Hinblick auf gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land besondere Bedeutung zu.

Einen genauen Termin, ab wann bei der Breitbandversorgung die weißen Flecken getilgt werden können, gibt es nicht. Der Anschluss der 227 Haushalte über das Bundesprogramm soll anlaufen, sobald auch die Bewilligung der Landesmittel eingetroffen sei, sagt Schäffler. Aber auch: "Wir wollen heuer auf jeden Fall noch im ersten Halbjahr ausschreiben."

Das Thema "Breitbandversorgung" beschäftigt die Stadt von seit einiger Zeit

Kemnath

Dass die Stadt überhaupt Förderungen erhält, sei Magdalena Dumler zu verdanken. "Sie trägt die Hauptlast beim Antragsverfahren", hebt der Rathauschef "die hervorragende Vorarbeit" der Breitband-Patin hervor.

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