05.12.2018 - 15:39 Uhr
KemnathOberpfalz

Böser guter Gefährte

Er gilt als der böse Begleiter des Nikolaus' und soll den Kindern Respekt wenn nicht gar Angst einflößen: Knecht Ruprecht. Wir stellen den Gefährten des Heiligen vor, der meist gezwungenermaßen im Hintergrund auftritt.

Jakob Panzer als Knecht Ruprecht: Als Gefährte des heiligen Nikolaus’ trägt er einen schwarzen Mantel und einen dunklen Hut. Seine Sicherheitsschuhe passen zu dem düsteren Outfit. Ein rußverschmiertes Gesicht und ein Bart komplettieren die Verkleidung. Sack und Rute dürfen auch nicht fehlen, schließlich soll der meist unbeliebte Genosse des Heiligen den Kindern Angst einjagen. Das steht für den 16-Jährigen aber nicht im Vordergrund, sondern vielmehr der Spaß an der Sache.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

Heute ist St. Nikolaus, in vielen Orten ist er in diesen Tagen auf Hausbesuchen unterwegs. Mit dabei hat er oft seinen meist unbeliebten Gefährten Knecht Ruprecht. Der hat meist nichts zu sagen und ist dafür da, die unartigen Buben und Mädchen zu bestrafen. Wie ist das eigentlich, als böser Gehilfe des heiligen Nikolaus' aufzutreten?

Einer weiß das: Jakob Panzer ist seit drei Jahren in Kemnath als Knecht Ruprecht unterwegs. Als böser Gefährte sieht er sich nicht. "Ich sag' ja zumindest nix. Wenn dann muss ich die Kinder ja nur am Mantel leicht berühren, damit sie erschrecken", erzählt der 16-Jährige. "Ich sehe weniger das Problem als böser Begleiter." Dabei sei es ihm schon zweimal passiert, dass Kinder zu weinen anfingen, als er das Haus als Knecht Ruprecht betreten hat. Der Auszubildende weiß: "Da muss man sich halt zurückhalten."

Mutige Kinder

Zu der Rolle als Knecht Ruprecht ist er durch Zufall gekommen: In Kemnath organisiert die Besuche des Nikolaus' und seines Gefährten die Kolpingsfamilie. Jakobs Vater und er selbst engagieren sich dort. "Ich bin relativ groß", erzählt der 16-Jährige. "Und ich habe mir gedacht, da könnte ich mal mitmachen."

Kinder im Alter von etwa sieben Jahren seien zwar schon etwas vorlaut, hätten aber noch Respekt vor dem Nikolaus und Knecht Ruprecht, weiß Jakob. Auch habe er die Erfahrung gemacht, dass Buben im Beisein von Mädchen oft mutiger seien als sie es unter sich sind.

In Erinnerung ist ihm geblieben, dass sich Eltern nach einem Jahr seines Besuchs als Knecht mit dem Nikolaus bei ihnen bedankt haben. "Sie haben uns gesagt, dass wir das alles sehr gut gemacht haben. Außerdem würden sich ihre Kinder noch immer an das halten, was wir ihnen ein Jahr zuvor aufgetragen haben", erzählt er und lacht dabei.

Für seine Besuche als Knecht Ruprecht zieht er seine Sicherheitsschuhe an - die hat er wegen seiner Lehre als Zimmerer. Außerdem trägt er für seine Rolle einen schwarzen Mantel und einen schwarzen Hut. "Dann schmiere ich mir auch noch etwas Ruß ins Gesicht", erklärt er. Vergangenes Jahr hat er sich auch noch einen Bart ins Gesicht geklebt - "heuer male ich den aber auf".

Geld als Spende

Jedes Jahr ist er vor seinem ersten Besuch bei den Kindern aufgeregt, "das legt sich aber mit der Zeit", sagt Jakob ganz cool. Für ihren Einsatz bekommen er und die anderen Akteure hin und wieder eine Tafel Schokolade oder andere Süßigkeiten, die sich dann teilen. "Das Geld geht alles an eine Spendenaktion." Was ihm in den vergangenen Jahren in seiner Rolle als Knecht Ruprecht aufgefallen ist: "Die Geschenke für die Kinder werden immer größer, das wird oft übertrieben."

Für ihn steht bei seinen Besuchen als Gehilfe des heiligen Nikolaus' der Spaß im Vordergrund - auch wenn oder trotz dessen er oft als böser Begleiter gesehen wird.

So sieht Jakob aus, wenn er nicht als Knecht Ruprecht unterwegs ist – alles andere als furchteinflößend.

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