11.12.2019 - 15:29 Uhr
KemnathOberpfalz

Dorferneuerung: 2020 geht es los

Es dürfte wohl Besucherrekord bei einer Sitzung des Kemnather Stadtrates gewesen sein: Das Foyer der Mehrzweckhalle war proppenvoll, auf der Tagesordnung stand die Ergebnispräsentation zur geplanten Dorferneuerung Löschwitz-Kaibitz.

Rekordbesuch im Stadtrat: Viele Bürger aus Löschwitz und Kaibitz waren gekommen und zeigten damit auch, dass sie es mit der Dorferneuerung ernst meinen.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Referenten des Abends waren Emil Lehner und Christina Lehner von SHL Architekten und Stadtplaner, die den bisherigen Prozess bereits begleitet haben. Und im Zuhörerraum saßen - zumindest gefühlt - alle Bewohner von Kaibitz und Löschwitz.

Ziel einer Dorferneuerung dürfe es nicht sein, ein "Museumsdorf" zu schaffen, betonte Emil Lehner. "Engagement und Förderung des Staates sind nur sinnvoll, wenn die Bevölkerung bereit ist, sich an der Gestaltung ihres Lebensraumes zu beteiligen." Nur wenn die Bürger mitredeten und mitentscheiden könnten, trügen sie auch die Ergebnisse des Verfahrens mit. Die bisherige Beteiligung der Bewohner sei hervorragend gewesen.

Ausführlich ließ Lehner die bisherigen Veranstaltungen und Treffen in Löschwitz und Kaibitz Revue passieren. Dabei habe sich auch ein Maßnahmenkatalog mit Prioritäten herauskristallisiert, der unterteilt werden könne in die Bereiche Siedlungsbereich, Öffentlicher Bereich sowie (für Kaibitz) Maßnahmen an Denkmälern.

Große Einigkeit herrschte im Gremium darüber, dass bisher schon viel geleistet worden sei. Diesen Weg, so der fraktionsübergreifende Tenor, wolle man nun weitergehen. Die anwesenden Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung berichteten, dass voraussichtlich im März offiziell das Dorferneuerungsverfahren eingeleitet werden soll. Mit Blick auf die Finanzierung von Maßnahmen wurde festgehalten, dass der aktuelle Fördersatz im Jahr 2019 bei 51 Prozent liege. Für das Jahr 2020 werde es einen neuen Fördersatz geben, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nicht feststehe. Ungeachtet dessen gebe es die Möglichkeit, einen Sonderförderbonus in Höhe von weiteren zehn Prozent zu beantragen.

Verständigt hat sich Gremium darauf, ein kommunales Förderprogramm zum Breitbandausbau zu erarbeiten. Hintergrund ist der Umstand, dass in den nächsten vier bis fünf Jahren für die als "unversorgt" geltenden 167 Häuser im Gebiet der Stadtgemeinde durch Baumaßnahmen keine Verbesserung möglich sein wird (wir berichteten). Angedacht ist nun, dass die Verbesserung der DSL-Geschwindigkeit durch die Installation spezieller Satellitenschüsseln am Haus auf Antrag finanziell unterstützt wird.

Diese Nachrüstung wird auf 800 bis 900 Euro pro Einheit geschätzt, angedacht ist eine Förderung in Höhe von etwa 300 Euro. Weitere Details zu der Thematik sollen in der Januar-Sitzung besprochen und diskutiert werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.