10.10.2019 - 12:35 Uhr
KemnathOberpfalz

Mit Energie effizient arbeiten

"25 Vorträge - 25 Orte": Das ist der übergeordnete Titel einer Veranstaltungsreihe der OTH Amberg-Weiden anlässlich ihres 25-jährigen Gründungsjubiläums. Einen dieser 25 Vorträge hielt Thorsten Meierhofer in Kemnath.

Thorsten Meierhofer skizzierte den Planungsprozess des Instituts für Energietechnik, um ein innovatives Blockheizkraftwerk zu entwickeln.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Der Diplomingenieur vom Institut für Energietechnik der OTH stellte im Foyer der Mehrzweckhalle das hochinnovative Blockheizkraftwerk (BHKW) der Firma Ponnath - Die Meistermetzger von der Entstehung (Energiekonzept) bis hin zur Umsetzung vor. Das Projekt demonstriere, wie über die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung in der Lebensmittelproduktion eine hocheffiziente Versorgung mit Strom, Wärme, Dampf und Gefrierkälte erfolgen kann, erklärte Thorsten Meierhöfer. Gewürdigt worden sei dies im vergangenen Jahr auch mit dem Bayerischen Energiepreis 2018 in der Kategorie "Energieeffizienz" sowie im Jahr zuvor mit der Auszeichnung als "BHKW des Jahres".

Herzstück der Anlage, die seit 2016 läuft, ist ein Erdgas-Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von knapp 1300 Kilowatt. Die Besonderheit des Energieverbunds besteht darin, dass aus diesem BHKW sehr flexibel Wärme auf verschiedenen Temperaturniveaus ausgekoppelt werden kann: zum einen als Dampf für die Produktion sowie als Heizwärme, zum anderen umgewandelt in Kälte bis zu -10 Grad. Dies wird über eine speziell entwickelte Absorptionskälteanlage mit einem Ammoniak-Wasser-Gemisch als Arbeitsmedium erreicht, die mit der Abwärme aus dem BHW angetrieben wird und Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt bereitstellen kann.

Darüber hinaus ermöglicht die Anlage einen Notstrombetrieb, so dass bei einem Stromausfall die Versorgung des Werks innerhalb weniger Minuten wiederaufgebaut und die Kühlkette für die Lebensmittel aufrechterhalten werden kann. Die Anlage weist mit Gesamtnutzungsgraden von bis zu 95 Prozent eine sehr hohe Effizienz auf. Im Vergleich zum Stand der Technik wird dadurch eine Primärenergieeinsparung von rund 30 Prozent erzielt, dies entspricht einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund 1800 Tonnen pro Jahr.

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