14.09.2018 - 13:21 Uhr
KemnathOberpfalz

Geradeaus durch Kreisverkehr

Der Unfall hätte weitaus schlimmer enden können. Am Freitagmorgen ereignet sich beim Hegele-Kreisverkehr ein Lastwagenunfall mit hohem Sachschaden, dessen Höhe noch nicht feststeht. Zunächst auch unklar, wo sich der Fahrer befindet.

Wo ist der Fahrer? Verspätet erhalten die Rettungskräfte die Meldung, dass sich der leicht verletzte 35-Jährige bereits bei der Polizei befindet. Sie stellen daraufhin den Brandschutz sicher, da sich auf der Ladefläche Lacke und Lösungsmittel befinden. In Flüssigkeitsschutzkleidung binden sie die ausgelaufenen Flüssigkeiten ab.
von Michael DenzProfil

Der Unfall hätte weitaus schlimmer enden können. Am frühen Freitagmorgen ereignet sich beim Hegele-Kreisverkehr ein Lastwagenunfall mit hohem Sachschaden, dessen Höhe bis dato noch nicht feststeht. Für die Rettungskräfte ist zunächst auch unklar, wo sich der Fahrer überhaupt befindet.

Der Fahrer eines Lastwagengespannes war gegen 4.30 Uhr auf der Staatsstraße 2665 von Kemnath in Richtung Kastl unterwegs. Laut Polizei "übersah" der 35-Jährige aus dem Gemeindebereich Miltach "wohl aus Unachtsamkeit" den Kreisverkehrsplatz nahe der Firma Hegele. Kurz davor hatte er noch den Kreisverkehr auf Höhe der Firma Siemens problemlos befahren.

Der Gliederzug-Lastwagen fuhr ungebremst über den Erdhügel des Kreisverkehrs, rammte dabei mehrere Verkehrszeichen und riss die Leitplanke auf einer Länge von rund 150 Metern mit in ein angrenzendes Feld, das unterhalb der Straße liegt. Völlig zerstört kam der Laster samt Anhänger auf der Wiese zum Stehen. Obwohl das Führerhaus ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnte der Fahrer eigenständig aussteigen. Er hatte sich beim Unfall leicht am Knie verletzt.

Beamte der Polizeiinspektion Kemnath nahmen den Unfall zwar auf, entschieden sich aufgrund der schwierigen Situation vor Ort und der Dunkelheit jedoch, die Bergung des Lastwagens später anlaufen zu lassen. Die Rettungs- und Alarmierungskette setzt allerdings ein aufmerksamer Bürger in Gang, der erst gegen 6.20 Uhr, den Notruf gewählt hatte.

Die Integrierte Leitstelle schickte daraufhin aus Kemnath die Feuerwehr und einen Rettungswagen zur Unfallstelle. Als die Einsatzkräfte eintreffen, finden sie den Lastwagen abgeschlossen vor. Da auch der Fahrer nicht auffindbar war, suchten sie die nähere Umgebung ab. Schließlich erreichte sie die Meldung, dass sich der 35-Jährige auf der Polizeidienststelle befindet.

Ausgelaufenes Öl verschmutzte Wiese und Erdreich. Auch Flüssigkeiten liefen von der Ladefläche, auf der sich unter anderem Kunststoffe, Elektrokabel, aber auch brennbare Flüssigkeiten (Lösungsmittel) und diverse Lacke befanden. Daher errichteten die Floriansjünger aus Sicherheitsgründen einen zweifachen Löschangriff in Bereitschaft. Auch der Rettungswagen verblieb zur Sicherheit der Feuerwehreinsatzkräfte vor Ort.

Ein Trupp mit Flüssigkeitsschutzanzügen öffnete zur Erkundung und Eindämmung der auslaufenden Flüssigkeiten die Seitenplane und verhinderte mit Hilfe von Bindemitteln ein weiteres Auslaufen der Farben und Lacke. Um den Einsatzbereich abzusperren, musste die Staatsstraße zwischen Kemnath und Höflas bis gegen 10.15 Uhr komplett gesperrt werden. Unterstützung erhielten die 25 Einsatzkräfte der Kemnather Wehr von den Kameraden aus Höflas und Kötzersdorf. Den Einsatz leitete der Kemnather Kommandant Peter Denz. Den Beamten der Kemnather Polizei kam bei der Ermittlungsarbeit eine Streife aus Eschenbach zu Hilfe. Die Bergung nahm der Abschleppservice Adam mit mehreren Schlepp- und Bergefahrzeugen vor. Die Arbeiten dauerten am Mittag noch an.

Nach ersten Erkenntnissen entstand am Lastwagen und dem Gliederzughänger Totalschaden. Auch die Ladung wurde größtenteils erheblich beschädigt. Ob ein Umweltschaden entstand, müssen Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes klären. Ebenfalls enorm ist der Schaden an den Straßenschildern und der Leitplanke.

Die Staatsstraße 2168 ist während der Einsatzmaßnahmen komplett gesperrt. Neben den Beamten der Kemnather Polizei ist auch eine Streife aus Eschenbach vor Ort.

Die Leitplanke muss für die Bergung entfernt werdn. Beamte der Polizei sichern Daten in der Fahrerkabine des Lasters.

Ein Trupp geht mit Flüssigkeitsschutzkleidung zur Erkundung vor.

Mit Bindemittel naehmen die Feuerwehrleute auslaufende Öle und Lacke auf.

Am Laster und dem Anhänger entsteht enormer Schaden, ebenso an der Ladung und der Verkehrseinrichtung.

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