Kemnath
31.01.2021 - 09:31 Uhr

Jahresbilanz Kreisfischereiverein Kemnath: Angeln auch in Pandemiezeiten im Trend

Das brachliegende Vereinsleben hat auch die Fischer im Kreisfischereiverein Kemnath hart getroffen. Sparsames Wirtschaften war zum finanziellen Überleben angesagt.

35 Angler des Kreisfischereivereins beteiligten sich im vergangenen Herbst am Abfischen des Stadtweihers in Kemnath. Bild: ak
35 Angler des Kreisfischereivereins beteiligten sich im vergangenen Herbst am Abfischen des Stadtweihers in Kemnath.

Trotz Pandemiezeiten sieht es der Vorstand des Kreisfischereivereins Kemnath als seine Pflicht an, die Mitglieder anstelle in der Jahreshauptversammlung über die Vereinsereignisse des vergangenen Jahres zu informieren. Der erfreulichen Trend zum Angelsport hält auch in Corona-Zeiten weiter an. Vorsitzender Thomas Götz beziffert den Mitgliederstand zu Jahresbeginn auf insgesamt 320. Das sind vier Fischer mehr als zum Jahresende 2019. 277 Erwachsene und 43 Jugendliche, davon aktiv rund 115, gehen im Verein ihrem Hobby nach und halten der Gemeinschaft die Treue.

Der Vorstand traf sich zu fünf Ausschusssitzungen und hielt mit vier Arbeitsdiensten die Vereinsliegenschaften in Stand. Dies unterstützte auch die Arbeitsgruppe "Rüstige Rentner", die sich einige Male zum Arbeitseinsatz traf.

Erstmals nach zwölf Jahren

Der erste Höhepunkt des Vereinslebens in 2020 war das Raubfischangeln am Herrenweiher im Februar. Im gleichen Monat folgte zum sechsten Mal der alljährliche interne Preisschafkopf. Ein besonderes Großereignis erlebten die Helfer beim Abfischen des Stadtweihers am 26. September, der letztmals 2008 abgefischt, abgelassen und von der Stadt entlandet worden war. Rund 35 Aktive nahmen sich bei strömenden Regen rund drei Stunden Zeit, die Fische zu keschern und den gesamten Besatz in die vereinseigenen Gewässer zu transportieren. Anschließend wurde der Stadtweiher durch die Kommune binnen vier Wochen im Zulaufbereich zu einem Drittel entlandet. Deshalb konnte Anfang November auch noch der Neubesatz im Stadtweiher erfolgen.

"Es wurde nur Geld ausgegeben, das durchs Angeln
wieder eingenommen werden konnte."

Thomas Götz, Vorsitzender Kreisfischereiverein Kemnath

Coronabedingt fand die Jugendarbeit nur sehr eingeschränkt statt. Sie wurde mit Spenden von Firmen und Privatpersonen in Höhe von insgesamt 550 Euro unterstützt. Trotz des Ausfalls der Vereinsfeste freute sich der Kassenwart über ein kleines erwirtschaftetes Plus in der Kasse. Dies ist auch der finanztechnischen Disziplin und Umsicht des Schatzmeisters und der Sparsamkeit des Vorstandes zu verdanken. Die Ausgaben für den Besatz der Angelgewässer wurden durch die Gesamteinnahmen aus dem Verkauf von Jahres- und Tageskarten, Arbeitsdienstumlage und Aufnahmegebühren ausgeglichen. "Es wurde nur Geld ausgegeben, das durchs Angeln wieder eingenommen werden konnte. Jeder, der aktiv das Angeln im Verein betreibt, bekommt so sein Geld in Form von Besatzfischen wieder zurück. Damit wird das Hobby Fischerei auch in so schweren Zeiten wie jetzt gewährleistet", betont Vorsitzender Thomas Götz.

Weitere Angelgewässer

Die Besatzmaßnahme im Herbst zählte 2965 Kilogramm Karpfen, 64 Kilogramm Schleie und 20 Kilogramm Wels. Dazu wurden 330 Kilogramm Hecht und 150 Kilogramm Zander sowie 425 Kilogramm Futterfische in die vereinseigenen und angepachteten Fischgewässer eingesetzt. Sehr gut angenommen wurden die ein Jahr zuvor neu angepachteten Gewässer in der Ortsflur von Zinst. Sie bestehen aus drei Weihern mit einer Gesamtfläche von rund 3 Hektar. Zwei davon konnten nach Neubesatz und Freigabe in 2020 von den Mitgliedern beangelt werden.

Durch die Vergrößerung der Angelgewässer stellte der Kreisfischereiverein noch mehr Wasserflächen zum Ausüben des Hobbys bereit. Anfang Mai hatte hier Vorsitzender Thomas Götz Glück, als er einen kapitalen, 90 Zentimeter langen und rund 5,5 Kilogramm schweren Hecht aus dem Zinster Gewässer zog.

Aktuell ist Angeln auch durch die Pandemieauflagen nicht generell verboten. Doch die zugefrorenen Vereinsgewässer und das dünne Eis machen das Fischen derzeit nicht möglich. Der Kreisfischereiverein ist jedoch zuversichtlich, dass die Angeln der Mitglieder bald wieder in den Fischgewässern hängen können. Durch die großen Uferstrecken entlang der Vereinsgewässer ist auch das Einhalten der aktuellen Abstands- und Kontaktregeln kein Problem.

Wegen ständiger Müllablagerungen am Parkplatz Herrenweiher wird dieser im Frühjahr mit einer Schranke abgesperrt. Der Verein hofft, dass man zusammen mit den Mitgliedern alsbald zum gewohnten Vereinsleben und den traditionellen Veranstaltungen zurückkehren kann.

Kemnath17.01.2020
Aus einem der neu angepachteten Gewässer bei Zinst zog Vorsitzender Thomas Götz im vergangenen Mai einen 90 Zentimeter langen Hecht. Bild: ak
Aus einem der neu angepachteten Gewässer bei Zinst zog Vorsitzender Thomas Götz im vergangenen Mai einen 90 Zentimeter langen Hecht.
 
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