26.12.2019 - 13:30 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnath will Milchhof-Gelände kaufen: "Für Innenentwicklung prädestiniert"

Kinderwagen und Fahrräder statt Milchlaster - aus dem Milchhof-Gelände soll ein Wohngebiet werden. Die Stadt Kemnath möchte dafür das Areal erwerben. Doch das Rathaus wartet noch auf Post, bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird.

Die Stadt Kemnath steht kurz vor dem Erwerb des Milchhof-Geländes. Sollte das Bodengutachten ohne Befund bleiben, kann der Vertrag mit der Bayernland eG laut Bürgermeister Werner Nickl unterschrieben werden. Auf dem Areal soll einmal ein Wohngebiet entstehen.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Die Verhandlungen zwischen Stadt und der Bayernland eG als Eigentümerin des etwa 27 000 Quadratmeter großen Geländes an der Amberger Straße sind auf einem guten Weg. Beide Seiten seien sich "grundsätzlich einig", gibt Bürgermeister Werner Nickl den aktuellen Stand wieder.

Was die Stadt noch davon abhält zuzugreifen, ist das Bodengutachten der Firma Rupp aus Scheckenhof. Der Rathauschef geht davon aus, es in Kürze in Händen zu halten und dann "noch in der alten Amtsperiode", also vor der Kommunalwahl am 15. März 2020, zu einem vertraglichen Abschluss zu kommen.

Bayernland, das vor etwas über zwei Jahren die Verlagerung der Produktion (Schnittkäse) von Kemnath nach Bayreuth bis Mitte 2021 angekündigt hatte, habe der Stadt das Grundstück angeboten. Das Unternehmen sei der Kommune dabei preislich entgegengekommen, berichtet der Bürgermeister.

"Konflikt" beseitigen

Mit dem Erwerb und der geplanten Umwandlung in ein Wohngebiet sieht er die Möglichkeit, den bislang bestehenden "Konflikt" zwischen industrieller Nutzung und der vorhandenen, umgebenden Wohnbebauung zu beseitigen.

Auch spiele dieser Schritt dem Rathaus gut in die Pläne für die städtebauliche Entwicklung. Denn mit dem angrenzenden früheren Memmel-Areal mit etwa 9000 Quadratmetern, das ein Weidener Investor ebenfalls in ein Wohngebiet umnutzen möchte, und den rund 6000 Quadratmetern der geschlossenen Firma Fischer-Textil (hier ist die Stadt in Kaufgesprächen) ergebe sich eine circa vier Hektar große Fläche, die "für eine Innenentwicklung prädestiniert ist". Und wofür es eine entsprechende Förderung gebe.

"Das Schöne" für Nickl wäre zudem, dass dann zusammen mit dem nur wenige Meter entfernten Brauhausgelände rund acht Hektar für eine Innenverdichtung zur Verfügung stünden. "Das ist eigentlich ein Idealfall", meint das Stadtoberhaupt.

Dass es mit dem Kauf des Milchhof-Grundstücks klappt, davon geht Nickl aus. "In Bezug auf Altlasten dürfte nicht viel passieren." Wenn doch, und träten diese nur punktuell auf, "kann man es kostenmäßig irgendwie erfassen . . . und müsste dann neu verhandeln".

Bei der Überplanung des Bereichs kann sich der Rathauschef, ähnlich wie beim Brauhausgelände, einen Architektenwettbewerb vorstellen. Jedoch nicht vor 2022, da ja noch etwa eineinhalb Jahre lang im Milchhof produziert werde.

Zwar herrsche im Stadtrat Konsens dahingehend, überwiegend ein Wohngebiet zu schaffen, aber eventuell zeige der Wettbewerb weitere Möglichkeiten, zum Beispiel für Kleingewerbe, auf. Denkbar sind für Nickl auch andere Wohnformen wie Reihen- sowie mehrgeschossige, "und nicht nur klassische Einfamilienhäuser".

An Straßennetz anknüpfen

Die Anbindung könnte über die Alte Amberger und Amberger Straße sowie über die Erschließungsstraße im Baugebiet Süd erfolgen. "Man könnte an das bestehende Straßennetz anknüpfen", meint Nickl.

Steht den Plänen der Stadt nichts mehr im Wege, wird sie die Betriebsgebäude abbrechen lassen. Die Kosten dafür dürften überschaubar bleiben. Auch hierfür würden Fördergelder fließen, "da es sich um eine Revitalisierung einer Industriebrache" handle, erklärt der Bürgermeister.

Schon vorher werde Bayernland unter anderem die Silos abgebaut und sämtliche Einrichtung mitgenommen haben. "Es bleibt nur eine leere Gebäudehülle zurück."

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