20.08.2020 - 16:19 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnather Karpfen in der Klinik

30 Skulpturen stehen auf dem Phantastischen Karpfenweg und auf dem Kinderspielplatz in Kemnath. Nicht immer sind alle "Fische" vollzählig vorhanden.

„Bald wird der Karpfen Serengeti wieder auf seinen gewohnten Platz auf dem Phantastischen Karpfenweg zurückkehren“ versicherte Susanne Vonhoff in ihrem Atelier an der Stadtmauer.
von Josef ZaglmannProfil

Der Phantastische Karpfenweg rund um das historische Kemnath ist ein kulturgeschichtliches Denkmal und stellt einen Dialog zwischen der Geschichte und der - durch farbenfrohe Fische verkörperten - Gegenwart her. Entstanden ist er vor 14 Jahren auf Initiative von Susanne Vonhoff. Sie hat zusammen mit anderen einheimischen Künstlern die Karpfenskulpturen gestaltet. Die sind nach wie vor eine touristische Attraktion für Besucher aus nah und fern. Mittlerweile ist der Karpfen zur Symbolfigur für Kemnath und Umgebung geworden.

"Leider kommt es immer wieder vor, dass sie mutwillig beschädigt werden", bedauert Vonhoff. Von anonymen Übeltätern werden sie beschmutzt oder mit Graffitis verunziert. Nicht selten werden die beiden linken oder rechten Bauch- oder Brustflossen abgebrochen, achtlos weggeworfen oder als Souvenir mit nach Hause genommen.

"Deshalb habe ich immer einige in Reserve", erzählt Vonhoff. Wenn eine Karpfenskulptur so stark beschädigt ist, dass sie nicht mehr repariert werden kann, muss eine neue beschafft werden. Die wird in Höchstädt zwischen Marktredwitz und Selb gefertigt. "So eine neue Skulptur kostet 1150 Euro", weiß Susanne Vonhoff. "Das sind Unkosten, die wirklich nicht sein müssten." Wie gut, dass es Sponsoren gibt, denen die "gesunden" Karpfen am Herzen liegen. Und wie erfolgt die "Heilung"? Die "kranken" Karpfen werden vom Kemnather Bauhof abtransportiert. Im Bauhof werden die Flossen wieder angeklebt. Dann wird die ganze Skulptur zu Susanne Vonhoff in ihr Atelier an der Stadtmauer gebracht.

Die sorgt in dieser "Karpfenklinik" für ihre Genesung, Instandsetzung und Wiederherstellung. Oft sind erhebliche Sanierungsarbeiten notwendig. "Ich grundiere sie und bemale sie erneut", berichtet die "Karpfenmutter". Nach einer Trocknungsphase werden sie neu lackiert. Dann stellen sie Bauhofarbeiter an der richtige Stelle wieder auf. Jetzt können sie wieder auf den Phantastischen Karpfenweg hinausschwimmen.

"Geklebt wird in Bauhof, bemalt in meinem Atelier", versicherte Vonhoff. "Die Restaurierungsarbeiten werden ehrenamtlich erledigt." Ihr dringender Appell an alle: "Bitte lasst unsere Karpfen in Ruhe!" So wird ein Karpfen nach dem anderen in das Atelier an der Stadtmauer gebracht, renoviert und wieder auf den Karpfenweg entlassen.

Für den "fliegenden Karpfen" am Wasserfall wird zurzeit ein neuer Standort gesucht. Die beiden Bäume, zwischen denen er aufgehängt war, sind morsch und müssen gefällt werden. "Vielleicht findet sich in der Nachbarschaft ein neues Plätzchen für ihn", hofft Susanne Vonhoff.

Was so alles los ist auf dem Karpfenweg

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