20.05.2021 - 15:45 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnather Schüler zwischen Gurgeln und Nasenstäbchen

Wie läuft das "Gurgeln" an den teilnehmenden Schulen im Landkreis? Welchen Eindruck haben Lehrer, Schüler und Schulleitungen? Wo hapert es? Landrat Roland Grillmeier machte sich ein Bild davon an der Grund- und Mittelschule Kemnath.

In der Klasse 3a der Grund- und Mittelschule Kemnath schaute sich Landrat Roland Grillmeier (links) an, wie das Poolingverfahren funktioniert. Kemnath ist eine von sieben Schulen, die im Landkreis an der „Wicovir“-Studie teilnimmt.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Der Landkreis Tirschenreuth nimmt mit derzeit sieben Schulen an einer Studie zur Durchführung von Gurgeltests teil, die in Zusammenarbeit mit dem Wissenschafts- und Entwicklungscampus der Kuno-Klinik St. Hedwig in Regensburg läuft. In der Klasse 3a der Grundschule wurde Landrat Roland Grillmeier am Donnerstag Zeuge, wie das Prozedere funktioniert und bekam Informationen aus erster Hand von Lehrerin Birgit Tanner: Sie war gerade beim "Einsammeln" der von Zuhause mitgebrachten Gurgelproben, die anschließend vom BRK abgeholt und zur Auswertung ins Labor nach Waldsassen gebracht wurden.

7 von 20 Klassen

Schulleiterin Christine Wiesend informierte den Landrat darüber, dass sich 7 von den insgesamt 20 Klassen an den Schulhäusern Kemnath und Kastl an dem Modellversuch beteiligen. Das Projekt sei bei vielen Eltern auch mit Skepsis aufgenommen worden, nachdem der "Nasenstäbchen-Test" über einige Wochen schon sehr gut gelaufen war. Mit Blick auf das Feststellen einer Corona-Infektion sagte die Schulleiterin, dass der Gurgeltest wohl die sicherere Methode sei. "Die Zuverlässigkeit, dass wirklich jeder und jede mitmacht, habe ich aber beim Stäbchentest", so die Schulleiterin. Das Pooling-Verfahren mit dem Gurgeln stehe und falle mit der Zuverlässigkeit der Eltern. Insgesamt, so Wiesend, habe man sich als Schulleitung im Vorfeld etwas mehr Informationen gewünscht.

Bis zu den Sommerferien

Landrat Grillmeier betonte, dass es sehr lange gedauert habe, bis man die Zustimmung bekommen habe, an der Studie teilzunehmen. "Das Pooling-Verfahren ist auch nur im Rahmen der Studie erlaubt", so Grillmeier. Durch das langwierige Verfahren bis zur endgültigen Entscheidung sei es zweifellos schon so gewesen, dass sich viele Eltern und Kinder an den "Stäbchentest" gewöhnt hatten. Manchmal stehe einem die Bürokratie auch im Weg. "Insgesamt denke ich aber, dass das Gurgeln die bessere, die sicherere Testung ist", sagte Grillmeier. Angedacht sei, dass das Pooling-Verfahren auf alle Fälle bis zu Beginn der Sommerferien laufe. "Wir können das Projekt auch noch auf weitere Schulen ausweiten", warb der Landrat. Insgesamt seien seiner Ansicht nach 14 Schulen möglich, die sich beteiligen. Er plädierte zudem dafür, das Verfahren auch in einer Kindertagesstätte zu testen. "Einen Versuch wäre es sicher wert", meinte Grillmeier.

Im April kam die Zusage für die Gurgel-Tests

Tirschenreuth

Einig waren sich der Landrat, Bürgermeister Roman Schäffler und die Schulleiterin, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen könne, wie es mit der Schule und den Testungen nach den Sommerferien weitergehe.

Hintergrund:

Gurgeln, mitbringen, untersuchen

  • Getestet wird in den teilnehmenden Klassen zweimal pro Woche durch Gurgeln mit Leitungswasser – direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem Frühstück.
  • Die Schüler bringen das Rachenspülwasser mit in die Schule. Dort wird es in einem Klassenpool gesammelt, der am selben Tag ausgewertet wird.
  • Sollte der Pool einer Klasse positiv sein, werden die vorhandenen Proben aller Schüler dieser Klasse noch einmal einzeln untersucht.

"Insgesamt denke ich aber, dass das Gurgeln die bessere, die sicherere Testung ist."

Landrat Roland Grillmeier

 

 

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