12.06.2020 - 11:08 Uhr
KemnathOberpfalz

Ökologisch und stromsparend

Die Sanierung der Kemnather Kläranlage soll bis Mitte 2021 abgeschlossen sein.

von Holger Stiegler (STG)Profil

Nicht nur optisch handelt es sich um eine Großbaustelle bei dem, was derzeit an der Kemnather Kläranlage in Angriff genommen wird. Auch finanziell werden große Geldmengen bewegt: Insgesamt werden in die Sanierung und Erweiterung der Anlage 5,5 Millionen Euro investiert.

„Eigentlich ist es Ökologie pur, was hier gemacht wird“, fasst Bürgermeister Roman Schäffler das Projekt zusammen. Aktuell handele es sich bei der Kläranlage um eine konventionelle Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung, die noch dazu der größte Stromverbraucher der Stadt Kemnath sei. Die Kläranlage wird um eine Vorbehandlungsstufe und eine Schlammfaulung mit Faulgasverwertung erweitert. Dadurch wird die vorhandene biologische Stufe entlastet, der Klärschlammanfall deutlich reduziert und mit dem im Faulbehälter produzierten Faulgas ein großer Teil des von der Kläranlage benötigten Stromes selbst produziert. „Somit können die Schlammentsorgungskosten und Energiekosten der Kläranlage zukünftig deutlich gesenkt werden“, erläutert Schäffler. Etwa 90 Prozent des Stromverbrauchs werden künftig selbst erzeugt, die CO2-Emission verringert sich um mehr als 90 Prozent.

„An der Kläranlage hätte in nächster Zeit eh etwas gemacht werden müssen“, betont der Bürgermeister. Das Projekt ist auch nicht ganz neu: Nach den ersten Pilotversuchen im Jahr 2015 war das Projekt 2017 erstmals zur behördlichen Genehmigung eingereicht worden. Da kurz danach der „Milchhof“ das baldige Schließen des Standortes bekanntgab, musste das Projekt umgeplant und 2019 neu eingereicht werden. Aufgrund des innovativen Verfahrens und der damit verbundenen Klimaschutzziele darf sich die Stadt Kemnath über eine immense Förderung aus dem EFRE-Programm freuen. „Das ist fast einmalig in Bayern“, sagt der Bürgermeister.

Von den geschätzten 5,5 Millionen Euro Investitionskosten können dadurch 2,4 Millionen Euro beglichen werden. „Dank dieser Förderung müssen wir weniger über die Gebühr umlegen“, berichtet Schäffler. Letztlich wird sich diese Summe auf eine gute Million Euro Eigenmittel der Kommune belaufen, da sich sowohl große und wasserintensive Unternehmen wie auch die umliegenden Gemeinden Kulmain, Immenreuth, Kastl und Speichersdorf, die teilweise einleiten, an der Maßnahme finanziell beteiligen. „Die Quote von etwa 20 Prozent Eigenbeteiligung der Stadt ist wirklich sehr gering und natürlich erfreulich“, meint Schäffler. Die im Vergleich mit anderen Kommunen derzeitige recht niedrige Abwassergebühr von 1,70 Euro pro Kubikmeter werde sich aber freilich nicht halten lassen, da zum einen das Umlegen rechtlich zwingend nötig sei und zum anderen sich das künftig deutlich niedrigere Einleitevolumen des „Milchhofs“ auswirken werde . „Genaueres wird die Neukalkulation zeigen, die für den Zeitraum ab 2022 gilt“, sagt Schäffler. Geplant ist, dass die sanierte Kläranlage Mitte 2021 ans Netz gehen wird.

Bericht zum Spatenstich der Kläranlage Kemnath.

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