24.01.2020 - 12:43 Uhr
KemnathOberpfalz

Orgelsanierung überfällig

Die Orgel in der Kemnather Stadtpfarrkirche muss nach 22 Jahren generalsaniert werden. Etwa noch vier Wochen werden die Arbeiten dauern.

Stadtpfarrer Thomas Kraus (links) überzeugte sich persönlich vom Verlauf der Sanierungsarbeiten, die die beiden Mitarbeiter Michael Becker und Yasmin Portius gewissenhaft erledigen.
von Josef ZaglmannProfil

Um die Orgel weiterhin in gutem Zustand zu erhalten und Schäden frühzeitig zu beheben, stand jetzt eine dringend notwendige Generalsanierung an. Dazu hat Orgelsachverständiger Gerhard Siegl 2019 ein Planungsgutachten mit allen Wartungs- Pflege-, Reparatur- und Überholungsarbeiten angefertigt. Der damalige Stadtpfarrer Konrad Amschl schickte es zur Genehmigung an die Bischöfliche Finanzkammer in Regensburg.

Das Vergabe-Gutachten ging an drei Orgelbaufirmen. Den Zuschlag erhielt die Orgelbaumwerkstätte Markus Bäumler in Rothenstadt. Sie hat bereits die große Orgel in der Basilika in Waldsassen saniert und konnte mit ausgezeichneten Referenzen aufwarten. Vergangene Woche begann die Firma Bäumler mit der Reinigung und Sanierung. Die Arbeiten werden etwa noch vier Wochen dauern. Bis die Orgel wieder spielbar ist, wird bei den Gottesdiensten a capella gesungen. Bei einem Requiem kann Josef Zaglmann den Kirchenchor auf einem Keyboard begleiten. Während dieser Baumaßnahme ist die Empore komplett gesperrt.

Mit zwei Mitarbeitern nimmt Markus Bäumler derzeit eine komplette Reinigung vor. Bei der Säuberung der Pfeifen wird auch ihr Schimmelbefall beseitigt. Am Spieltisch, den Trakturen, an der Windanlage (neu Beledern aller Bälge), den Windladen und dem gesamten Pfeifenwerk erfolgen Überholungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt. Alle 26 Register müssen nachintoniert, die Orgel muss komplett neu gestimmt werden.

In den Gottesdiensten bedankte sich Stadtpfarrer Thomas Kraus für die zahlreichen privaten Spenden, die bisher für die Orgelsanierung eingegangen sind. Das Benefizkonzert von ChorDiSono am Dreikönigstag brachte einen Erlös von 1810 Euro.

Mehrjährige Planungsphase

In den 1990er Jahren hatte die Kirchenverwaltung beschlossen, für die Stadtpfarrkirche eine neue Orgel in Auftrag zu geben. Das alte Instrument der Firma Weise wies immer mehr technische Mängel auf. "Sie kann den kirchenmusikalischen Ansprüchen in technischer und klanglicher Hinsicht nicht mehr gerecht werden", schrieb damals der Orgelsachverständige der Diözese Regensburg, Norbert Düchtel, in seinem Gutachten.

Die Planungsphase für die neue Orgel dauerte mehrere Jahre. Den Auftrag für einen kompletten Neubau als Schleifenorgel mit mechanischen Ton- und Registertrakturen erhielt die Orgelbaufirma Sandtner in Dillingen. Der Größe des Kirchenraums entsprechend verfügt sie über 26 klingende Register, aufgeteilt auf drei Manuale und Pedal. Die Disposition (Zusammenstellung der Register) für das rein mechanische Instrument hatte Düchtel in Absprache mit dem Kirchenmusiker entworfen. "Die Zuverlässigkeit und Präzision mechanischer Trakturen ist nach wie vor unübertroffen", erklärte der Orgelsachverständige. Als Hilfe zum schnellen Umregistrieren im liturgischen und konzertanten Bereich wurde eine Setzerkombination eingebaut.

Der Spieltisch wurde umgestellt. Er sollte frei vor der Orgel mit Blickrichtung zu dieser stehen. Zwischen Spieltisch und Orgelgehäuse hat der Chor genug Platz. "Besonderer Dank gilt Geistlichem Rat Heribert Krichenbauer für seine Sorge um die Finanzierung, die Gestaltung und den Aufbau der neuen Orgel und der Empore", betonte der damalige Bürgermeister Peter Prechtl.

Weihe zum Kichenjubiläum

Etwa 5500 Arbeits- und Planungsstunden waren laut Orgelbaumeister Hubert Sandtner für die neue Orgel erforderlich. Weihbischof Wilhelm Schraml weihte sie am 21. Juni 1998 in einem Festgottesdienst. "Unsere neue Orgel weihen wir mit großer Freude unserer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt als prachtvolles Geburtstagsgeschenk zur 550-Jahr-Feier" (der spätgotischen Kirche)", schrieb Krichenbauer in der Festschrift.

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