19.02.2020 - 17:27 Uhr
KemnathOberpfalz

Rede-Duell der Landratskandidaten: Junge Bürger mehr in politische Prozesse einbinden

Die Podiumsdiskussion mit den vier Landratskandidaten im Landkreis Tirschenreuth organisiert der Kreisjugendring. Da dürfen natürlich die Themen Jugendarbeit und Ehrenamt nicht fehlen.

Nacheinander frägt Moderator und Kreisjugendring-Vorsitzender Jürgen Preisinger (rechts) die Meinungen von Roland Grillmeier (CSU), Thomas Döhler (SPD), Ely Eibisch (FW) und Anna Toman (Grüne, von links) ab.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

„Braucht das Ehrenamt nicht mehr Anerkennung?“, fragt Moderator Jürgen Preisinger die Landratskandidaten. Ely Eibisch erwähnt, dass es bereits eine Ehrenamtskarte gibt. Und der Freie Wähler stellt fest: „Wir brauchen das Ehrenamt. Gerade die Bindung an Vereine bringt uns voran und gibt familiären Rückhalt.“ Für Thomas Döhler (SPD) ist klar: „Eine Ehrenamtskarte des Landkreises ist toll, aber in Thüringen werden Ehrenamtlichen zum Beispiel Rentenpunkte gut geschrieben.“ Eine solche Lösung könne helfen, das Ehrenamt zu stärken. Jedoch gebe es in Bayern dafür aktuell keine Mehrheit. Anna Toman (Grüne) kann verstehen, dass viele nicht mehr ehrenamtlich tätig sein wollen. „Rettungsdienste oder Kommunalpolitiker werden angefeindet. Angst und Hetze gegenüber Ehrenamtlichen muss bekämpft werden.“ Und Roland Grillmeier (CSU) schlägt einen Bürger- und Ehrenamtspreis vor.

Moderator Andreas Meier will von den Kandidaten wissen: „Wie könnten Landkreisbewohner mehr in politische Prozesse eingebunden werden?“ Toman geht auf ein Beispiel aus Marienbad ein: „Bürger können hier online darüber entscheiden, was mit bestimmten Budgets passiert.“ Auf Jugendebene will sie ein Jugendparlament einführen. Ein Bürgerportal auf Landkreisebene könnte sich Grillmeier vorstellen. „Hier können sich Menschen online mitteilen.“ Ein Jugendparlament würde er nur einführen, wenn seitens der Jugend Interesse besteht. „Man sollte da nichts überstülpen. Es sollte von der Jugend selbst organisiert werden.“

Eibisch will junge Menschen mehr in die Politik einbinden. Er könne sich auch vorstellen, hierfür einen eigenen kleinen Etat zu Verfügung zu stellen. Dem schließt sich Döhler an. Zudem fordert der Sozialdemokrat: „Protokolle aus dem Kreistag sollen für Bürger auch leichter einsehbar werden.“ Für bestimmte Projekte könne er sich auch ein Bürgerbudget vorstellen. „Das funktioniert in anderen Bundesländern bereits.“

Madeleine Schneider aus Pechbrunn will das noch genauer wissen. „Warum gibt es noch kein Jugendparlament?“, fragt die 17-Jährige. Grillmeier gibt zu bedenken: „Man muss sich überlegen, wie man das macht.“ Thomas Döhler betont: „Ich würde auch 16-Jährige wählen lassen. Er ist sich sicher, wenn der Anstoß vom Landratsamt komme, werde es auch eine Beteiligung geben. „Jugendparlamente sind notwendig“, findet Anna Toman. Sie seien wichtig, um Demokratie zu lernen. Über die Durchführung denkt sie: „Es gibt doch einige Best-Practice-Beispiele in Bayern, wo man spicken kann.“

Süd-Ost-Link, Windräder und Kliniken sorgen bei der Podiumsdiskussion für Gesprächsstoff.

Kemnath
Madeleine Schneider aus Pechbrunn (17) bringt das Thema Jugendparlament zur Sprache.

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