24.01.2021 - 15:26 Uhr
KemnathOberpfalz

Rettung unter Corona-Bedingung in Kemnath

Während Hilfseinsätze der Feuerwehr und des Roten Kreuzes bisher als „Standardprozedere“ betrachtet wurden, bedarf es in Zeiten einer Pandemie einer anderen Betrachtungsweise. So wie am Samstagabend auf dem Stadtplatz in Kemnath.

Mit der Drehleiter der Kemnather Wehr wurde eine Person aus dem Obergeschoss eines Gebäudes auf dem Kemnather Stadtplatz am Samstagabend gerettet.
von Michael DenzProfil

Zur "Tragehilfe" wurde die Feuerwehr Kemnath am späten Samstagabend durch den Rettungsdienst auf den Kemnather Stadtplatz nachgefordert und gegen 21.13 Uhr durch die Leitstelle alarmiert. Hierzu wurde das Hilfeleistungslöschfahrzeug disponiert. Auf Weisung des Kommandanten rückte zudem der Gerätewagen Logistik zur Einsatzstelle aus, da auf diesem erweiterte Schutzausrüstung für den Einsatzfall verlastet ist.

Aufgrund medizinischer Notwendigkeit musste nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst eine Person in ein Krankenhaus gebracht werden. Die baulichen Gegebenheiten des Gebäudes jedoch erlaubten dem Rettungsdienstpersonal keine patientengerechte und sichere Rettung durch deren eigene Ausrüstung - weshalb die Feuerwehr durch den Rettungsdienst zur Unterstützung bei der Personenrettung angefordert wurde.

Nach der Erkundung durch die Feuerwehreinsatzkräfte wurde festgestellt, dass eine Rettung der Person aus dem Obergeschoss mit der Drehleiter die wohl sicherste und schnellste sowie angenehmste Variante ist. Hierzu wurde die Drehleiter als Hubrettungsfahrzeug umgehend durch den Einsatzleiter nachgefordert und rückte schnellstens auf den Stadtplatz aus. Bereits auf der Anfahrt hatte ein Trupp aus dem Hilfeleistungslöschfahrzeug begonnen, sich mit der Infektionsschutzausrüstung einzukleiden.

Während die Krankentragen-Transportlagerung am Korb der Drehleiter angebaut und die Trage des Rettungswagens darauf positioniert wurde, rüstete sich der vorgehende Trupp noch vollständig mit der Einweg-Schutzkleidung aus, damit ein Infektions- und Gesundheitsrisiko für die Einsatzkräfte als auch die zu rettende Person möglichst ausgeschlossen werden kann. In Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst wurde die Person aus dem Obergeschoss des Gebäudes über die Drehleiter gerettet.

Nach der Desinfektion der Rettungsausrüstung konnte der Einsatztrupp die Schutzkleidung ablegen. Hierbei wurde dieser von ebenfalls entsprechend geschützten Kameraden unterstützt. Die verwendete Infektionsschutzausrüstung wurde luftdicht verpackt und der Entsorgung zugeführt. Ebenfalls zum Einsatz kam das "Hygieneboard" des Hilfeleistungslöschfahrzeuges, an welchem alle beteiligten Einsatzkräfte die Hände wuschen und diese desinfizierten. Alle Einsatzkräfte trugen während des Einsatzes mindestens FFP2-Schutzmasken.

Die Feuerwehr hat allerhand zu tun

Kemnath
Der Rettungstrupp ging unter erweiterer Schutzkleidung zum Einsatz vor. Neben dem Infektionsschutzanzug wurden eine FFP3-Maske und dichtschließende Schutzbrille, sowie Infektionsschutzhandschuhe getragen. Hier auf dem Bild legt der Trupp die erweiterte Schutzausrüstung ab, welche in einem luftdichten Sack (rechts) verpackt und später entsorgt wird.

Für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kemnath war es am Samstagabend bereits der achte Einsatzalarm im Jahr 2021. Im Durchschnitt rückt die Stützpunktwehr jeden dritten Tag zum Einsatz aus, um zu helfen, Gefahren jeglicher Art abzuwenden, zu löschen und zu retten. Neben zwei Brandeinsätzen war der Einsatz am Samstag der sechste Alarm, bei welchem „technische Hilfeleistung" eingesetzt wurde.

 

 

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