07.04.2021 - 13:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Umfrage an Realschule Kemnath: Ziemlich viel "in Butter"

Eltern geben der Realschule Kemnath ein positives Zeugnis für den Distanzunterricht.

Die Verantwortlichen der Staatlichen Realschule Kemnath präsentierten das Ergebnis der Elternumfrage zum Thema Distanzunterricht, auch Landrat Roland Grillmeier (links) zeigte sich von den Resultaten sehr angetan.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Staatliche Realschule Kemnath hat in den vergangenen Wochen und Monaten des Distanzunterrichts offensichtlich sehr viel richtig gemacht: Das legen zumindest die Ergebnisse einer Elternbefragung nahe, die die Verantwortlichen in Anwesenheit von Landrat Roland Grillmeier vorstellten.

Die Federführung bei der Umfrage hatten Konrektorin Sandra Hering und Systembetreuer Mathias Frischholz. „Uns ging es darum, mit den Fragen und Antworten den Ist-Zustand abzubilden“, betonte Hering. Die Eltern hätten eine Woche Zeit gehabt, um an der Online-Umfrage teilzunehmen. Insgesamt habe es 441 Rückmeldungen gegeben, inklusive der Geschwisterkinder seien damit deutlich über 500 der gut 800 Schüler erfasst. „Das ist dann schon sehr aussagekräftig“, sagte Frischholz.

Gefragt wurde, ob es eine Verbesserung beim Distanzunterricht im Gegensatz zum ersten Lockdown gebe. Die Eltern hatten hier die Möglichkeit, zwischen einem und fünf Sternen zu vergeben. Fast 73 Prozent antworteten mit vier oder fünf Sternen. Nimmt man die drei Sterne noch hinzu, dann waren es sogar über 92 Prozent.

Fünf Sterne für Videokonferenzen

Die Beurteilung des Distanzunterrichts fällt ebenfalls sehr positiv aus: Knapp 26 Prozent vergeben fünf Sterne, 40 Prozent entscheiden sich für vier Sterne und weitere knapp 26 Prozent vergeben drei Sterne. Mit der Entscheidung, den Distanzunterricht nach Stundenplan mit Videokonferenzen abzuhalten, hat die Schulleitung offensichtlich das richtige Konzept gewählt: Fast 55 Prozent vergeben hier fünf Sterne, 26 Prozent vier Sterne und fast 12 zwölf Prozent drei Sterne. Die Kommunikation zwischen den Schülern und den Lehrkräften wird von fast drei Viertel der Befragten mit „sehr gut“ und „gut“ eingeschätzt, ein weiteres Viertel antwortet mit „durchschnittlich“ und weniger als ein Prozent entscheidet sich für „funktioniert nicht“.

„Uns ging es darum, mit den Fragen und Antworten den Ist-Zustand abzubilden.“

Konrektorin Sandra Hering

Differenzierter fällt die Bewertung bei den Fragen zu den vermittelten Unterrichtsinhalten aus - also ob der Lehrstoff verständlich vermittelt wird, ob die Lerninhalte an das digitale Lernen angepasst, die gestellten Aufgaben kontrolliert und angemessen bewertet und ob die Lerninhalte so vermittelt werden, dass keine Hilfe vonseiten der Eltern nötig ist.

Neben einer allgemeinen großen positiven Rückmeldung dazu gibt es bei den Antworten auch einen sehr großen Anteil bei „je nach Fach“. „Das liegt sicher auch daran, dass Didaktik und Methodik in den einzelnen Fächern zum Teil weit auseinanderliegen“, sagte Frischholz. Hering ergänzte, dass es hier auch keinen Vergleich dazu gibt, wie sich dieses Verhältnis zum „Normalunterricht“ darstellt. Ein klares Bild bringt das Ergebnis der Umfrage beim Umgang der Kinder mit digitalen Medien: Über 75 Prozent sehen hier die Fortschritte ihrer Kinder als „sehr groß“ und „groß“ an.

"Erfreuliche Gesamtbilanz"

Schulleiter German Helgert sprach von einer „sehr erfreulichen Gesamtbilanz“, gerade auch im Zusammenhang mit der Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesamtmanagement der Corona-Pandemie. Vieles sei aber auch erst möglich geworden durch die hochwertige digitale Infrastruktur, für die er stellvertretend dem Landrat als Sachaufwandsträger dankte. Dem Kollegium sei es gelungen, die „Digitalisierungswelle“ nicht nur zu bewältigen, sondern ganz oben auf dieser Welle mitzuschwimmen und sie zu beherrschen. Helgert machte auch deutlich, dass man trotz des Distanzunterrichts für alle Schüler ein aussagekräftiges und valides Zeugnis hinbekommen werde.

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Für Landrat Roland Grillmeier belegen die Ergebnisse der Umfrage, dass sich die Schule bestmöglich auf die Situation eingestellt habe. „Ich höre insgesamt sehr wenig Kritik“, sagte der Landrat auch mit Blick auf andere Schulen im Landkreis. Dass es gut laufe, hänge auch sehr vom Engagement der Lehrkräfte vor Ort ab.

„Wichtig wäre es natürlich, zeitnah eine mittelfristige Strategie bis zum Sommer hinzubekommen.“

Schulleiter German Helgert

Was die Perspektive von Distanz- und Präsenzunterricht angeht, ist Helgert vorsichtig mit Schätzungen. „Wichtig wäre es natürlich, zeitnah eine mittelfristige Strategie bis zum Sommer hinzubekommen“, so der Schulleiter. Er sprach von einer „schmalen Gratwanderung“ zwischen dem Interesse einerseits, möglichst viele Kinder wieder in den Präsenzunterricht zu bekommen, und dem Abwägen andererseits, welche gesundheitlichen Risiken man eingehen möchte. Eine klare rechtliche Grundlage müsse es auf jeden Fall geben für die möglichen Testungen der Schüler vor einem Unterrichtsbesuch und den Konsequenzen daraus. „Das fehlt leider noch“, schloss Helgert.

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