Kemnath
20.02.2019 - 14:43 Uhr

Mit VR-Brille durchs Sonnensystem

VR-Brillen (virtuelle Realität) halten zunehmend Einzug bei Konsolen- und PC-Spielern. Aber auch bei der Vermittlung von Unterrichtsstoff an der Kemnather Realschule könnten sie ein Mittel sein.

Einer Schülerin von Physiklehrerin Susanne Heining (rechts) erklärt der ehemalige Realschüler Johannes Güntner, wie die VR-Brille funktioniert. Bild: jzk
Einer Schülerin von Physiklehrerin Susanne Heining (rechts) erklärt der ehemalige Realschüler Johannes Güntner, wie die VR-Brille funktioniert.

Wo VR-Brillen im Unterreicht zum Einsatz kommen könnten, erklärte Johannes Güntner an der Realschule Kemnath. Den Grafenwöhrer hatte Susanne Heining, Physiklehrerin der Klassen 10a/b/c/d der Kemnather Realschule eingeladen. Güntner hatte dort selbst 2012 die Mittlere Reife erhalten und anschließend an der Berufsschule Wiesau das Fachabitur erworben. Derzeit studiert er an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg und zurzeit seine Bachelorarbeit.

Dafür beschäftigt er sich intensiv mit Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) und prüft ihre Einsatzmöglichkeiten im Bereich Bildung. Die dazu notwendige Software hat er in den vergangenen drei Monaten an der OTH selbst entwickelt.

"Ein Virtual-Reality-Headset ist ein auf dem Kopf montiertes Gerät, das dem Träger eine virtuelle Realität bietet", erklärte Güntner. Die virtuelle Realität vermittle das Gefühl, im Bild zu sein, "dabei verschwindet die Grenze zwischen der virtuellen und der realen Welt."

Er ermunterte die Zehntklässler, die mitgebrachte VR-Brille aufzusetzen und sie auszuprobieren. Einige folgten seiner Aufforderung. Sie nahmen zwei Controller in ihre Hände. Mit diesen Sensoren konnten sie ihre virtuellen Einblicke steuern. Für die Klassenkameraden war es teilweise recht lustig, wie sich die einzelnen Schüler vor ihnen bewegten - mit der VR-Brille auf den Augen.

"Wir könnten im Physikunterricht Experimente wie den Sprengkugelversuch durchführen, die man sonst nur unter großen Sicherheitsvorkehrungen machen kann", meinte Susanne Heining zu Einsatzmöglichkeiten in der Schule. In der Astronomie könnten Schüler das Sonnensystem besser verstehen. Die Vorgänge in einem Reaktorkern oder das Atommodell könnten deutlicher gezeigt werden. Auch historische Ereignisse oder Rundgänge in bestimmten Gebäuden wären mit einer VR-Brille plastisch darstellbar. Laut Güntner koste ein solches Gerät etwa 400 Euro.

Für interessierte Lehrkräfte nahm sich Güntner zwei Stunden Zeit für einen Erfahrungsaustausch. Wer von ihnen oder den Zehntklässlern wollte, konnte auf einem Bogen sechs Fragen zum möglichen Einsatz von Virtual Reality im Unterricht beantworten. Wie der Grafenwöhrer abschließend mitteilte, wolle er nach Abschluss der OTH nach Japan gehen, um auf diesem Gebiet weiter zu forschen, "das wäre früher für mich unmöglich gewesen".

 
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