In der vergangenen Haushaltssitzung des Wasserzweckverbandes Kemnath-West sowie in einer Bürger-Informationsversammlung zeigten sich die Schwierigkeiten deutlich. "Dass wir massive Schwächen im Leitungsnetz haben, ist kein Geheimnis", sagte Verbandsvorsitzender Roman Schäffler. In den vergangenen Jahren mussten sehr viele Investitionen getätigt werden. Schäffler verwies hier auf mehrere Rohrbrüche in der Nähe des Aldi-Marktes.
Nur 578 Euro Rücklagen
Pro Rohrbruch seien hier schnell etwa 15 000 Euro Kosten zusammengekommen. Dies habe zwischenfinanziert werden müssen, die Stadt Kemnath habe entsprechend Geld vorgestreckt. "Mittlerweile hat der Wasserzweckverband Schulden in Höhe von 128 000 Euro bei gleichzeitigen Rücklagen in Höhe von gerade einmal 578 Euro", führte Schäffler aus. Mittelfristig, da sei sich die Verbandsversammlung einig, werde deshalb die Auflösung des Verbandes angestrebt. "Alles andere macht wirtschaftlich keinen Sinn", meinte der Vorsitzende.
Konkret bedeutet dies, dass die Netze in den Kemnather Ortsteilen, die derzeit vom Wasserzweckverband versorgt werden, von der Stadt Kemnath übernommen werden. Das Ortsnetz Oberbruck soll dann analog von der Gemeinde Kulmain übernommen werden. Aufgrund des immensen Finanzbedarfs in der Finanzplanungsperiode 2020 bis 2024 konnte der ursprüngliche Kalkulationszeitraum, welcher im Normalfall bis 31. Dezember 2021 laufen würde, nicht eingehalten werden. Die Nachkalkulation des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes hat im Kern das Ergebnis gebracht, dass die Liquidität des Wasserzweckverbandes durch auflaufende Unterdeckungen schwer belastet war. Eine Entscheidung des Wasserzweckverbandes hinsichtlich eines Abbruchs des laufenden Kalkulationszeitraums wurde in der Sitzung am 15. Dezember 2020 getroffen. Nur durch die veranschlagten höheren Gebühreneinnahmen kann ein Haushaltsausgleich gewährleistet werden. Konkret bedeutet dies, dass die Wassergebühren für die Verbraucher im Wasserzweckverband deutlich steigen werden: Von derzeit netto 1,35 Euro pro Kubikmeter werden es netto 1,92 Euro pro Kubik werden.
Auflösung ohne weitere Kosten
Den Zweckverband an sich werde man mit dieser Gebührenerhöhung nicht finanziell gesunden können. "Den Sanierungsbedarf im Leitungsnetz gibt es weiterhin, weitere Rohrbrüche sind nicht auszuschließen", befürchtete Schäffler. Dass es die höheren Wasserpreise geben muss, sei rechtlich vorgeschrieben, da es sich um eine sogenannte kostendeckende Einrichtung handle. "Ich gehe aber davon aus, dass die Auflösung des Zweckverbandes null auf null für die Wasserbezieher aufgeht und keine weiteren Kosten für sie entstehen", betonte Schäffler. Die entsprechenden Beschlüsse werden zwar erst 2023 in den Gremien gefasst, in diesem Ansinnen sei er sich aber mit dem Kulmainer Bürgermeister Günther Kopp, zugleich Stellvertretender Vorsitzender des Wasserzweckverbandes, einig. Mit der Auflösung des Wasserzweckverbandes werden dann auch die Wasserbezugsgebühren neu berechnet.
"Dass wir massive Schwächen im Leitungsnetz haben, ist kein Geheimnis."















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