21.08.2018 - 12:41 Uhr
KemnathOberpfalz

Wertvolle Leihgabe

Das Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum ist um eine Attraktion reicher: Das Dokument über einen Kaufbrief ist in der Sonderausstellung "Gestempelt und gesiegelt - eine Zeitreise" zu sehen.

Dr. Uta Wigger stellt dem Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum diese alte Kaufurkunde aus dem Jahr 1602 als Leihgabe für die Sonderausstellung zur Verfügung.
von Josef ZaglmannProfil

(jzk) Über eine wertvolle Leihgabe konnte sich Museumleiter Anton Heindl vor kurzem freuen. Eine Besucherin der Sonderausstellung „Gestempelt und gesiegelt – ein Zeitreise“, die Anfang August im Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum eröffnet wurde (wir berichteten), überließ ihm als Leihgabe einen Kaufbrief auf Pergament aus dem Jahre 1602.

„Diese Urkunde ist jetzt das älteste Stück der Sonderausstellung“, erklärte Heindl. Das Dokument ist mit drei Holzsiegelkapseln versehen. Es handelt sich um einen Kaufbrief über einen Hof zu Grub, den halben Zehenten Tod und Lebendig zu Dennhof, den halben Zehenten zu Grub, Schmetterslohe und Poppenberg. Der Begriff Zehent bezeichnet eine etwa zehnprozentige Steuer in Form von Geld oder Naturalien an eine geistliche oder eine weltliche Institution.

Gesiegelt wurde die Urkunde unter anderem von Jobst Bernhard von Künßberg auf Weidenberg (1581 – 1623), auch im Namen seiner Ehefrau Ursula von Laineck (etwa 1580 – 1623).

Die großzügige Leihgeberin ist Dr. Uta Wigger, die seit einigen Jahren in ihrer Wahlheimat Kemnath lebt. Sie stammt aus Pegnitz. Wie sich bei Gesprächen mit ihr herausstellte, war diese Urkunde ursprünglich Bestandteil des dem Museum überlassenen „Urkundenschatzes“ der Rittergüter von Höflas bei Vorbach und Nairitz.

„Ich habe sie vor etlichen Jahren von meinem vor fast vier Jahren verstorbenen Bruder Dr. Josef Knorre aus Pegnitz bekommen, der ein begeisterter Familienforscher war“, erzählte Wigger. „Die Urkunde befand sich in einem ganzen Bündel verschiedenster Urkunden des Kemnather Bereichs und es tauchten darin viele Namen aus unserer Familiengeschichte auf.“ Solche Urkunden, versehen mit Siegelkapseln aus Tannenholz, wurden in der Regel sicher im häuslichen Bereich aufbewahrt. „Offensichtlich haben sie für die ehemaligen Besitzer keine Bedeutung mehr und kamen in den Antiquitätenhandel, wo sie mein Bruder in Bamberg erwerben konnte“, berichtete die Leihgeberin.

Anton Heindl bedankte sich herzlich bei ihr.

Diese Kaufurkunde kann zu den normalen Öffnungszeiten des Museums an jedem Sonntag von 14 bis 16 Uhr, am ersten Sonntag des Monats zusätzlich von 10 bis 12 Uhr nebst anderen Urkunden der Rittergüter bis Sonntag, 25. November, eingesehen werden.

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