02.07.2020 - 10:41 Uhr
KirchendemenreuthOberpfalz

Bedenken werden ausgeräumt

Dreieinhalb Stunden dauert die Sitzung des Gemeinderats. Das Gremium befasste sich ausgiebig mit behördlichen Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan und Bebauungsplan „Kirchendemenreuth-Leite“. 40 Seiten sind abzuarbeiten.

Am nördlichen Ortsende von Kirchendemenreuth soll ein neues Baugebiet mit Blick auf das Haberland und auf Parkstein entstehen. Momentan wächst noch Mais auf dem Süd-West-Hang. Aber eventuell schon in zwei Jahren könnten hier die ersten Häuser stehen.
von Werner SchmolaProfil

Unter der Regie von Architekt Josef Schöberl aus Parkstein geht es um die Abwägung dieser Stellungnahmen aus der Bürger- und Fachstellenbeteiligung. Über 40 Seiten umfassen die von Schöberl angefertigten Skripten, die der Gemeinderat bei der ersten Auslegung behandeln muss.

Der Architekt führt die Anregungen und Bedenken auf, bezieht Stellung und unterbreitet dem Gremium einen Beschlussvorschlag. Zum Flächennutzungsplan sind 28 Stellungnahmen der Behörden eingegangen, zum Bebauungsplan 32. Pro Stellungnahme gibt es quasi als Unterpunkte jeweils bis zu 26 Anregungen oder Bedenken. In der Regel sind nur textliche Änderungen erforderlich. Die meisten Behörden stehen dem Vorhaben der Haberlandgemeinde positiv gegenüber oder haben gar keine Einwände. Manche verlangen Ergänzungen oder kleine Nachbesserungen an den Planzeichnungen. Es gibt aber auch kritische Stellungnahmen.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege verwies auf eine „Jungsteinzeitliche Siedlung“ im Planungsgebiet und empfiehlt eine „Umplanung des Vorhabens“. In seiner Stellungnahme dazu verweist Schöberl darauf, dass es sich nicht um ein jungsteinzeitliches Siedlungsgebiet, sondern um ein „Durchzugsgebiet“ handle.

Der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord sieht Lage und Umfang des Wohngebietes als „kritisch“. Das Landratsamt, Sachgebiet Naturschutz, lehnt die Ausweisung eines Baugebietes wegen „beeinträchtigenden Auswirkungen auf das Landschaftsbild“ ab. Einwände gab es auch von einem Landwirt aus Steinreuth, der sich in seiner Betriebsentwicklung beeinträchtigt sieht. Seine Hinweise und Bedenken werden berücksichtigt.

„Positiv ist, dass die meisten Träger öffentlicher Belange in ihren Stellungnahmen ihr Einverständnis zu den Planungen geben oder signalisieren“, fasst am Ende Bürgermeister Gerhard Kellner die Abwägungen zusammen. Bedenken würden ausgeräumt. Der Gemeinderat billigt anschließend sowohl den überarbeiteten Flächennutzungsplan als auch den neuen Bebauungsplan „Leite“. Die Anregungen und Einwände werden berücksichtigt. Nun soll baldmöglichst die zweite Auslegung erfolgen. Der Gemeinderat stellt hierfür einstimmig die Weichen.

Ein weiterer Bericht zum Neubaugebiet findet sich hier:

Kirchendemenreuth
Kritik von der Regierung:

Braucht es ein Neubaugebiet?

Die Regierung der Oberpfalz sieht das Vorhaben „in großen Teilen problematisch“. Größter Kritikpunkt war hier, dass die Gemeinde neue Bauplätze ausweisen will, obwohl es im Gemeindegebiet noch Bauplätze und Baulücken gibt. Schöberl widerspricht beziehungsweise widerlegt die Ausführungen der Regierung. Die meisten Bauplätze seien bereits verkauft und würden demnächst bebaut. Baulücken wären in Privatbesitz und würden nicht veräußerst, sondern für Familienangehörige reserviert.

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