09.04.2021 - 13:07 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Containererweiterung für Kinderhaus St. Elisabeth

Die Prognosen zur Geburtenentwicklung in Kirchenthumbach zeigen ein rosiges Bild. Die Kinderzahl des Marktes wächst und mit ihr die Notwendigkeit weiterer Kita- und Krippenplätze. Rasches Handeln ist geboten.

Die steigenden Geburtenzahlen in der Marktgemeinde erfreuen Bürgermeister und Rat. Damit verbunden drohen allerdings Engpässe bei der Kita-Betreuung. Der Marktgemeinderat entschied sich deshalb für die schnellstmögliche Erweiterung des Kinderhauses (unser Bild) mit einer Container-Bauweise
von Robert DotzauerProfil

126 Kinder in vier Kita-Gruppen und in zwei Krippen – das Kinderhaus St. Elisabeth platzt aus allen Nähten. Darüber hinaus erwarten die Katholische Kirchenstiftung als Betreiber und die Gemeinde als Träger der Defizithaftung schon für das kommende Kita-Jahr 2021/22 steigende Belegungszahlen. Deshalb drücken Bürgermeister und Rat aufs Tempo. „Wir brauchen schon im Herbst eine Lösung“, betonte der Bürgermeister. Vizebürgermeister Ewald Plößner machte in Anwesenheit der Kinderhausleitung und von Kirchenpfleger Ottmar Buchmann deutlich: „Kinder sind unsere Zukunft“.

Stiftungsaufsicht mahnt zur Eile

Die Kita-Offensive steht auch im Zusammenhang mit einer Forderung der Stiftungsaufsicht. Auch das Bistum Regensburg drängt gemeinsam mit der örtlichen Katholischen Kirchenstiftung auf ein rasches Handeln. „Kinder, Eltern und pädagogisches Personal dürfen nicht leiden“, bekannte auch Jürgen Kürzinger. Deshalb soll die Leidensstrecke bis zur Erweiterung des Kinderhauses so kurz wie möglich sein. Ein Projekt mit sportlichen Ambitionen, so der Bürgermeister, der in einem Vorwort zur folgenden Debatte auf einen Pakt zwischen Bistum, Pfarrgemeinde, Kinderhaus und Marktgemeinde verwies.

Ewald Plößner präsentiert Konzeptvorschläge

Zweiter Bürgermeister Ewald Plößner konkretisierte auf der Basis von Vorplanungen des Thurndorfer Architekten Harald Bauer und einer Grundlagenermittlung der Verwaltung weitere Planungsschritte für eine kurzfristige Interims-Container-Lösung im Gartenbereich des Kita-Areals. Für Bauer eine realistische Alternative zu einem Erweiterungsbau, um die rasche Erweiterung des Kirchenthumbacher Erziehungs- und Bildungstempels zu gewährleisten. Der Planer verwies auf bereits geprüfte Randbedingungen und erste positive Gespräche mit dem Landratsamt. „Wir sind schon spät dran“, ergänzte der Architekt. Deshalb rechnet er mit einer Fertigstellung eines Container-Kindergartens erst im November 2021. Die Erweiterungspläne beinhalten zwei Gruppenräume, einen Schlafraum, Wickelbereiche, WCs, Ess- und Nebenräume. Zusätzliche Pkw-Stell-Plätze plant Bauer auf dem Nachbargrundstück der Volksbank Raiffeisenbank.

Kirchenthumbachs Kindertagesstätte im Fokus

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Container-Miete oder Kauf

Daraus folgernd ging Plößner näher auf die Leasing-Variante der Kita- und Krippen-Erweiterung ein und erläuterte die Vor- und Nachteile zwischen Containermiete von geschätzt bis zu 678.000 Euro bis 2025 und einem Kauf mit Kosten von zirka 850.000 Euro. Ab einer Nutzungszeit von gut fünf Jahren lohne sich ein Kauf, urteilte Plößner und verwies zudem auf die Möglichkeit einer hohen staatlichen Förderung. Allerdings sei bei einer Kaufoption ein Förderzeitraum von 25 Jahren zu berücksichtigen.

Auf eine rasche Entscheidung drängte Bürgermeister Jürgen Kürzinger: „Wir müssen Signale senden.“ Die Signale aus dem Gremium gingen durchweg in Richtung Container-Kauf. „Nach Abwägung zwischen Miete und Kauf plädiere ich für einen Kaufbeschluss“, erklärte Jan Wiltsch. Jürgen Adelhardt sah als Vorteil der Kaufoption einen längeren Planungspuffer und auch Richard Götz urteilte: „Ein Containerkauf schafft Luft für langfristige Überlegungen.“ Winfried Sporrers Entscheidung orientierte sich am Finanzierungsmaßstab. „Was ist finanziell günstiger?“ Eine Frage, die Geschäftsleiter Matthias Kroher aus haushaltsrechtlicher Sicht beantwortete. „Kreditaufnahmen sind unvermeidbar, aber ein Kauf fällt der Marktgemeinde leichter.“ Kroher hofft auf eine staatliche Sonderförderung von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten.

Bereits vorbereitet hatte der Zweite Bürgermeister eine Beschlussvorlage, die Miete oder Kauf offen ließ. Nach kurzer Diskussion war die Entscheidung eindeutig. Die Ratsversammlung votierte mit einem 16:0-Beschluss für einen Container-Kauf. Gleichzeitig ermächtigte das Gremium den Bürgermeister, das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Architekten auszuschreiben, für den Marktrat einen Architektenvertrag vorzubereiten und mit der Verwaltung mit Blick auf das Genehmigungsverfahren und eine staatliche Förderung alle weiteren Schritte einzuleiten.

Kinderhaus-Leitung und Kirchenpfleger waren in der Ratssitzung im Pfarrsaal hochinteressierte Zuhörer.
Ein Konzept zur raschen Verwirklichung der Kita-Erweiterung präsentiert Zweiter Bürgermeister Ewald Plößner.
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