07.02.2021 - 10:31 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Marktgemeinderat Kirchenthumbach: Diskussion über Erweiterung und künftige Trägerschaft der Kindertagesstätte

Elternwünsche und Geburten-Prognosen lassen in der Marktgemeinde Kirchenthumbach eine starke Nachfrage nach Kita-Plätzen erwarten. Eine Angebotserweiterung scheint unausweichlich. Diskussionen gibt es allerdings zur künftigen Trägerschaft.

Das Kirchenthumbacher Kinderhaus St. Elisabeth ist für 120 Mädchen und Buben ein Hort der Erziehung und Bildung. Betreiber ist die Katholische Kirchenstiftung. Für die Defizite haftet ganz überwiegend die Kommune. Geht es nach den Wünschen des Marktgemeinderats, soll sich die bewährte Trägerschaft auf Dauer fortsetzen
von Robert DotzauerProfil

"Als wir jüngst in Regensburg waren, sind wir über die Donau gefahren", lautet ein Liedtext. Für Bürgermeister, Rat und Verwaltung der Marktgemeinde Kirchenthumbach ist der Weg über die Donau in die Hauptstadt der Oberpfälzer mit Blick auf das Schulhausprojekt vorgezeichnet: Die Bezirksregierung ist ein ständiger Verhandlungspartner.

Doch nun ist auch die Bischöfliche Finanzkammer in Regensburg ein wichtiger Gesprächspartner: Es gilt, die Kita-Probleme zu lösen. Denn die Kindertagesstätte St. Elisabeth sei komplett ausgebucht, verkündete Bürgermeister Jürgen Kürzinger in der Sitzung des Marktgemeinderats am Mittwochabend.

Der Rathauschef bestätigte eine „innige Verbindung“ zu der in der Trägerschaft der Katholischen Kirchenstiftung stehenden Einrichtung. Doch diese Betreiber-Funktion steht künftig auf wackeligen Beinen.

Der Bürgermeister zitierte aus Gesprächen zur Defizithaftung der Kommune und zur vorausschauenden Belegungssituation und eröffnete dem Gremium eine Forderung der Stiftungsaufsicht der Diözese. Danach soll ab 1. September 2021 eine fünfte Kinderhausgruppe gebildet werden, eine weitere Krippengruppe ab März 2022.

Gelände ist zwar vorhanden, aber keine Räumlichkeit. Auf die Schnelle sind bauliche Erweiterungen nicht möglich. Bürgermeister Jürgen Kürzinger denkt deshalb in Absprache mit dem Jugendamt an Container-Zwischenlösungen.

Für die zusätzlichen Gruppen wie auch für die gesamte Tagesstätte soll die Katholische Kirchenstiftung Betreiber bleiben. Das wünschen sich jedenfalls Bürgermeister und Marktgemeinderat.

Für das Gremium überraschend kommt nun die Forderung des Bistums an die Kommune, ab dem Kita-Jahr 2024/25 weitere Kindergartenplätze in eigener Trägerschaft zur Verfügung zu stellen. Ein „Kuddelmuddel“, das im Gremium keinen Anklang fand und das SPD-Fraktionssprecher Jan Wiltsch als "Zuständigkeitsdilemma" empfand. Er äußerte sich auch als Mitglied des Pfarrgemeinderats und des Elternbeirats, als er feststellte: „Alles funktioniert bestens, nur nicht der Betreuungsvertrag mit der Kirche.“

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Es stehe außer Zweifel, dass die Gemeinde zur Defizithaftung für den Kindergarten stehe. Doch einen Beschluss herbeizuführen, dass die Gemeinde ab 2024 die alleinige Verantwortung zu übernehmen habe, bezeichnete Wiltsch als "Schnellschuss". Es gebe einen langfristigen Betreuungsvertrag, der auch von der Kirche einzuhalten sei.

In diesem Sinne forderte er hartnäckige Verhandlungen mit der Diözese: ein Vorschlag, dem sich das Gremium anschloss. „Der Kindergartenbetrieb muss in einer Hand bleiben“, stellte Georg Schraml klar und auch Josef Schreglmann wünschte sich eine „saubere Regelung“.

Bedrückend seien allein schon die notwendigen Investitionen zur Erweiterung der Kindertagesstätte. Vermutlich dürften langfristig alle Betriebskosten an der Gemeinde hängen bleiben, weil es sich beim Kita-Betrieb grundsätzlich um eine kommunale Aufgabe handele, befürchtete Schreglmann.

Dritter Bürgermeister Alexander Schatz verwies ebenfalls auf den hohen Klärungsbedarf. Deshalb sollte unbedingt das Thema der künftigen Trägerschaft im Mittelpunkt der weiteren Gespräche mit der Kirche stehen. „Eine solch wichtige Entscheidung, die mit einem finanziellen Kraftakt verbunden ist, sollte man nicht ad hoc beschließen“, ergänzte Richard Götz.

Auch Georg Adelhardt empfahl, in weiteren Gesprächen bei der Bischöflichen Finanzkammer mehr Klarheit zu schaffen. „Hartnäckig sein und Gespräche führen“, war ebenso die Meinung von Ewald Plößner. Der zweite Bürgermeister prognostizierte mit der Erschließung neuer Baugebiete auch mehr Geburten und damit verbunden einen weiteren Raumbedarf für die Kita-Betreuung.

Plößner plädierte für eine weitere Zusammenarbeit mit der Kirche als Betreiber der Kindertagesstätte. Dieses kommunale und kirchliche Band habe sich bewährt und gewährleiste eine Spitzenerziehung des Kirchenthumbacher Nachwuchses. In diesem Sinne beauftragte der Rat den Bürgermeister und die Rathausverwaltung, mit den kirchlichen Vertretern weiter zu verhandeln.

Wie "zu Hause" bei Mama und Papa, Oma und Opa soll sich Kirchenthumbachs Nachwuchs im Kinderhaus St. Elisabeth fühlen.
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