04.01.2021 - 14:05 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Ein Jahr "First Responder" der Feuerwehr Kirchenthumbach

Es ist nun genau ein Jahr her, dass der "First Responder" der Feuerwehr Kirchenthumbach seinen Dienst aufgenommen hat – und es war kein einfaches. Zwei Lockdowns unterbrachen den freiwilligen Einsatz der Ehrenamtlichen.

Leiter Justin Goß vor dem Einsatzfahrzeug der "First-Responder"-Gruppe der Feuerwehr Kirchenthumbach, das bedingt durch den zweiten Lockdown zur Zeit in der Garage hinter dem Feuerehrhaus steht
von Jürgen MaschingProfil

Der Anfang war sehr schwer für die "First Responder" der Feuerwehr Kirchenthumbach. Doch durch großzügige Spenden aus der Bevölkerung wurden die engagierten Freiwilligen unterstützt. Der Leiter der "First-Responder"-Gruppe, Justin Goß, lässt im Gespräch mit Oberpfalzmedien das erste Jahr Revue passieren.

ONETZ: Wie ist es gekommen, dass Ihr einen "First Responder" gegründet habt?

Justin Goß: Da die ILS Nordoberpfalz in Weiden die Feuerwehr Kirchenthumbach vermehrt zu solchen Einsätzen alarmiert hatte, haben wir den Entschluss gefasst, eine eigene "First-Responder"-Gruppe zu gründen. Ich habe dies bei meiner Ausbildung zum Notfallsanitäter bei Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach mehrfach gesehen.

ONETZ: Wie verliefen die Umsetzung und auch die Vorbereitung?

Justin Goß: Zu Anfang brauchten wir den Beschluss des Gemeinderates, der im September 2019 einstimmig für dieses Projekt ausgefallen ist. Bis zu diesen wichtigen Punkt waren bereits fast ein Jahr Vorbereitung und Planung vergangen. In dieser Zeit wurden diverse Gespräche mit den Bürgermeistern, den Kommandanten, den potenziellen Team-Mitgliedern sowie anderen "First-Responder"-Einheiten geführt. Ein besonderer Dank geht hierbei an die Kollegen des "First Responder" Edelsfeld, die mir bei Fragen jederzeit zur Verfügung standen.
Danach war es eine sehr anstrengende und sehr zeitaufreibende Phase. Wir wollten ja zum 1. Januar 2020 mit dem Projekt starten. Nachdem wir die Genehmigung vom Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung erhalten haben, galt es für uns, einiges zu organisieren. Werbeaktionen und das Spendenkonto waren die ersten Tätigkeiten, es folgten die Beschaffung der Dienstkleidung und das Erstellen von Dienstanweisungen. Wir machten dies alles ehrenamtlich und waren auf Spenden angewiesen. Das größte Problem war allerdings die Beschaffung eines Einsatzfahrzeugs. Aber nach einem Gespräch mit Bürgermeister Jürgen Kürzinger konnte dies schnell geklärt werden. Der Bürgermeister überließ uns zum Start das alte Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr.

ONETZ: Geldspenden waren und sind immer noch nötig. Wie war die Unterstützung dabei bisher?

Justin Goß: Wir waren von der Spendenbereitschaft der Firmen, aber auch von den Spenden der Bürger aus nah und fern absolut überwältigt. Es wurden unter anderem Masken für die Coronazeit genäht und für uns verkauft. Am meisten überrascht hat uns die Firma Seemann, die durch den Kontakt unseres aktiven Mitglieds Ewald Plößner auf uns aufmerksam wurde. Bei diesem Termin wurde uns durch die beiden Brüder Thomas und Robert Seemann ein fast neuer Ford Connect als neues Einsatzfahrzeug für den "First Responder" übergeben. Dieses wurde dann unter Federführung des stellvertretenden Kommandanten Fabian Leipold und der Aktiven zum Einsatzfahrzeug umgebaut. Dennoch sind wir weiterhin auf Spenden der Bevölkerung angewiesen, um laufende Kosten für Material, Dienstkleidung und Ausbildung tragen zu können.

ONETZ: Gibt es Erinnerungen an den ersten Einsatz?

Justin Goß: An den ersten Einsatz des "First Responder" kann ich mich noch sehr gut erinnern, da ich selbst Dienst hatte. Wie es der Zufall wollte, war zu diesem Zeitpunkt auch der Ärztlicher Leiter unseres "First Responder", Professor Dr. Holger Rupprecht, als Notarzt in Eschenbach im Dienst. Somit konnten wir zusammen den ersten Einsatz abarbeiten. Erinnerungen an besondere Einsätze habe ich auch. Da wären zum Beispiel die überörtlichen Einsätze im Landkreis Bayreuth und in den angrenzenden Gemeinden Schlammersdorf und Eschenbach (Netzaberg), zu denen wir angefordert wurden. Man sieht also, der "First-Responder"-Standort in Kirchenthumbach ist nicht nur für die eigene Gemeinde da, sondern wir helfen auch in den angrenzenden Gemeinden, wenn wir alarmiert werden.

ONETZ: Ein Jahr ist nun vergangen. Wie fällt das Resümee aus?

Justin Goß: Aufgrund des außergewöhnlichen Coronajahres 2020 und der damit verbundenen fast viermonatigen Zwangspause von März bis Juli konnten wir leider nicht das ganze Jahr einsatzbereit sein. Trotzdem konnten wir bei fast 90 Einsätzen qualifizierte Erste Hilfe leisten. Damit konnte das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt werden. Leider mussten wir unseren Dienst im Dezember aufgrund der Coronapandemie erneut zeitlich befristet einstellen. Sobald die Lage es wieder zulässt, werden wir wieder einsatzbereit sein.

ONETZ: Was ist Ihnen zum Schluss noch wichtig?

Justin Goß: Im Januar hätten wir zusammen mit Professor Dr. Holger Rupprecht und diversen anderen hochkarätigen Referenten das 1. Oberpfälzer "First-Responder"-Symposium geplant gehabt, das wir aber verschieben mussten. Wir, damit meine ich die komplette "First-Responder"-Gruppe sowie die Feuerwehr, möchten uns bei allen Spendern, die uns unterstützt haben – egal ob Firmen, Vereine oder Privatpersonen –, recht herzlich bedanken.

Mehr über die "First Rsponder" der Feuerwehr Kirchenthumbach

Kirchenthumbach

 

 

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